In der Wuppenauer Turnhalle gab auch Gesprächsstoff, worüber nicht abgestimmt wurde. Dazu gehörte ein Landhandel hinter dem Dorfmarkt. Nachdem die Gemeinde im Januar bereits einen Teil des entsprechenden Landes gekauft hatte, sollte gemäss der Traktandenliste noch mehr Land dazukommen. Mit den zusätzlichen knapp 3000 Quadratmetern könnte die Planung über jenes Gebiet selbst gesteuert werden. Doch das Traktandum wurde auf Antrag von Gemeindepräsident Martin Imboden gestrichen und verschoben. Man sei noch nicht so weit. Nun ist im Sommer eine Infoveranstaltung für die Öffentlichkeit geplant. Bereits jetzt ist aber klar, dass keine Genossenschaftswohnungen gebaut werden. Solche waren ursprünglich geplant. Jedoch werden in den nächsten drei bis fünf Jahren in der Gemeinde diverse Miet- und Eigentumswohnungen errichtet, womit sich der Wohnungsmix auch so verbessert.

Zu Reden gab an der Gemeindeversammlung die Anschaffung eines neuen Gemeinde-Traktors im Wert von 96'000 Franken. Das gerade einmal zehnjährige bestehende Gefährt würde umgetauscht. Jedoch reifte unter den 97 anwesenden Stimmbürgern die Meinung, das Projekt sei um ein Jahr zu verschieben, um weitere Möglichkeiten zu prüfen. Dies wurde schliesslich mit 50:25-Stimmen gutgeheissen.

Gemeinschaftsraum: Noch fehlt der Konsens

Da nun diese 96'000 Franken nicht benötigt werden im kommenden Jahr, resultiert im Budget für 2019 eine schwarze statt einer roten Null. Der Steuerfuss wird bei 58 Prozent belassen. Ein schwarze Zahl hatte auch das Jahr 2018 gebracht. Da mehr eingenommen und weniger ausgegeben wurde als budgetiert, konnte ein Gewinn von knapp 143'000 Franken verbucht werden. Dieser wird zu einem grossen Teil für drei Vorfinanzierungen verwendet.

30'000 Franken werden zur Seite gelegt für das 3-Tages-Fest «50 Jahre Gemeinde Wuppenau», welches 2021 gefeiert wird. 50'000 Franken sind als Vorfinanzierung für einen Gemeinschaftsraum beim Feuerwehrdepot auf dem Gebiet der Volksschulgemeinde Nollen. «Wir müssen aber noch am gegenseitigen Verständnis arbeiten. Von einem Projektierungskredit sind wir noch ein Stück entfernt», sagte Imboden. Weitere 50'000 Franken wurden zurückgestellt für die Altlasten-Sanierung beim Scheibenstand Hosenruck.

150 Abstimmungen ausgezählt

Für keinerlei Diskussionen sorgte das Thema Kiesabbau. Kein Wunder, ging es doch nur um eine Umzonung im Gebiet Ebnet zwecks Rekultivierung. Da die Stimmbürger der dafür nötigen Umzonung bei einer Enthaltung klar und deutlich zustimmten, kann der Betreiber nun eine Bewilligung einreichen für die Wiederherstellung des ursprünglichen Landes.

Es blieb an der Gemeindeversammlung aber auch Zeit für Ehrungen. Allen voran für Sepp Küttel. Er gehörte seit dem Jahr 1970 dem Wahlbüro der Gemeinde an und hat in 49 Jahren (!) rund 150 Abstimmungen ausgezählt. Ebenfalls verabschiedet wurde der ehemalige Gemeindeammann Hanspeter Gantenbein – und zwar als Kantonsrat. Der SVP-Politiker hat per 1. März nach 15 Jahren den Thurgauer Grossrat verlassen, womit Wuppenau nun nicht mehr vertreten ist diesem Gremium.

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Geehrt: Sepp Küttel (links) war während 49 Jahren im Wahlbüro von Wuppenau. Der Ex-Gemeindeammann Hanspeter Gantenbein ist per 1. März aus der Thurgauer Kantonsregierung zurückgetreten.