Über 40 Schülerinnen und Schüler füllten damals das Klassenzimmer des jungen Lehrers Hans Bischofberger, der wie sein Vater im Herrenhofschulhaus Niederuzwil als pflichtbewusster Pädagoge wirkte. Die Wiedersehensfreude war gross, als sich sechs ehemalige Schülerinnen und vierzehn Schüler kürzlich im Hotel Ochsen in Niederuzwil begrüssen konnten. Einmal mehr organisierte Helena Stachowski-Germann die Zusammenkunft ausgezeichnet. Sie musste einige Absenzen wegen Ferienabwesenheit oder gesundheitlichen Problemen bekannt geben. Mit Wehmut erinnerten sich die Teilnehmenden an die zehn bereits verstorbenen Mitschülerinnen und Mitschüler. Das löste bei vielen Gedanken über die Vergänglichkeit des irdischen Daseins aus, mit denen sich mit zunehmendem Alter alle befassen müssen.

Altlehrer Hans Bischofberger begrüsst
Freude herrschte dafür, als Altlehrer Hans Bischofberger von seinem Alterssitz im Marienfried abgeholt werden konnte. Der hundertundeinjährige Senior konnte sich bei der Begrüssung seiner ehemaligen Schülerinnen und Schüler bei den meisten deren Namen erinnern. Angesichts seines hohen Alters erstaunte diese geistige Präsenz. Im Vordergrund des Treffens im Hotel Ochsen standen die Kontaktpflege und ein reger Austausch mit den ehemaligen Klassenkameraden. Dies wurde denn auch beim Apéro und beim Mittagessen ausgiebig gemacht. Die ehemaligen Uzwiler Primarschülerinnen und Schüler liessen sich mit kulinarischen Köstlichkeiten aus der Ochsenküche gerne verwöhnt. Dabei entwickelten sich angeregte Gespräche über Gott und die Welt. Spannender Stoff für den Austausch von Erinnerungen war genügend vorhanden.

Rüstzeug für erfolgreiche Karriere
Insgesamt unterrichtete Lehrer Hans Bischofberger in der damals katholischen Primarschule Herrenhof in Niederuzwil über 40 Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 1941. Die meisten von ihnen absolvierten alle drei Mittelstufenjahre beim strengen, aber korrekten Pädagogen. Auffallend ist im Rückblick die grosse Zahl bedeutender Persönlichkeiten, die aus diesem Jahrgang hervorgegangen sind. Erfolgreiche Unternehmer, Ärzte, Pädagogen und tüchtige Berufsleute zeugen von einem offensichtlich guten Rüstzeug, das ihnen bereits in der Primarschule vermittelt wurde. Der bekannteste Klassenkamerad Walter Fust fiel schon in der Volksschule als Klassenprimus auf. Der Diplom-Ingenieur ETH baute seine Firma Dipl. Ing. Fust AG zu einem landesweit bekannten Wirtschaftsimperium auf. Seinen ehemaligen Mitschülern gegenüber zeigte sich der erfolgreiche Unternehmer beim Klassentreffen sehr grosszügig, wofür ihm alle Teilnehmenden dankbar sind.