«Ein Mann kann 100 Tage hintereinander einen dunkelblauen Anzug tragen, aber habe ich innerhalb von zwei Wochen viermal den gleichen Blazer an, gibt es Bürgerpost» mit diesem Zitat von Angela Merkel beginnt die Ausstellung. Egal wann, egal wo: Kleidung wurde schon immer von bedeutenden Frauen benutzt, um sich zu präsentieren. Besser gesagt, um das zu präsentieren, was ihnen wichtig war. 

Frauen prägen die Mode der Zeit

Nicht selten prägten Frauen wie Kaiserin Elisabeth von Österreich, die britische Queen Victoria oder Lady Diana in ihrer Zeit die Mode wie niemand anders. Beispielsweise war Victoria die erste, die in einem weissen Kleid geheiratet und nach dem Tod ihres Gatten nur noch schwarz getragen hat. Sie hat also die Hochzeits- und Trauermode gravierend verändert. 

Aber auch die Gattin des Kaisers Napoleon III., Eugenie, die keine Hochadelige war, hat sich durch ihre Kleidung definieren wollen. Sie trug immer äusserst prunkvolle Kleidung, um zu unterstreichen, dass sie auch dem obersten Kreis angehörte. Nebst Mode und sozialer Stellung wurde aber auch das Schönheitsbild durch die bekannten Frauen geprägt. Beispielsweise trug «Sissi» immer ein Korsett, was zu einer extrem schmalen Taille führte. Diese ist deutlich an ihren Kleidern zu sehen, deren Taillenumfang nur knapp 51 cm beträgt.

Nebst solch antiken Kleidungsstücken ist aber auch die Garderobe von Margaret Thatcher, der ersten Premierministerin des Vereinigten Königreichs, ausgestellt. Weitere Beispiele der neueren Mode wären das Acris-Outifit, das Doris Leuthard bei der Eröffnung des Gotthard-Tunnels getragen hat, oder ein Mantel von Jacqueline Kennedy, der heute sehr beliebt bei First Ladys ist. Auch Skandale wie das tief ausgeschnittene Opernkleid von Angela Merkel oder das strahlend blaue Kleid der italienischen Agrarministerin Teresa Bellanova sind abgebildet.

Kleider als Angriffsfläche

Was bei der ganzen Ausstellung klar ersichtlich wird, ist der Unterschied der Mode von Frauen und Männern. Die einzige Möglichkeit, die Männer haben, um individuell zu wirken, ist durch ihr Hemd oder ihre Krawatte. Männer können aber auch problemlos den gleichen Anzug tragen, während bei einer Frau stark darauf geachtet wird, was sie trägt. Man soll formell genug sein, aber nicht zu formell. Man soll sich präsentieren, aber nicht zu sehr. So soll die französische Politikerinn Cécile Duflot immer mit Jeans in das Parlament gekommen sein. Unter Druck trug sie dann doch einmal ein blaues Kleid, woraufhin ihr ein Kollege zurief: «Knöpf doch mal dein Kleid auf!» Kleidung bietet also eine breite Angriffsfläche, aber auch viel Potential. Und dieses Potential wissen Frauen seit jeher zu nutzen.

Enja Hüberli, Tatjana Koller, Laura Benedetti, Xenia Hollenstein und Sophia Beyeler

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