Die Mitglieder der Klimagruppe haben hallowil folgenden Text zum Thema übermittelt: 

«Wir Menschen haben fossilen Brennstoffen – Kohle, Erdöl, Erdgas – viel zu verdanken. Die industrielle Revolution, die darauf folgende technologische und wirtschaftliche Entwicklung und unser heutiger Wohlstand wären ohne sie nicht denkbar. Heute noch werden über 80% des globalen Energiebedarfs mit ihnen gedeckt.

Mittlerweile ist aber auch seit Jahrzehnten klar, dass unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen eine extreme Bedrohung für uns alle darstellt. Bereits heute sterben jährlich Tausende Menschen und Tiere an den Folgen der Klimaerwärmung. Obwohl das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) seit Jahren darauf hinweist, dass daraus sehr bald Millionen von Todesopfern werden, wenn wir die globale Erwärmung nicht auf maximal 1.5°C beschränken, steigen die CO2-Emissionen weiter. Faktisch haben wir das 1.5°C-Ziel bereits verpasst.

Als ob die akute Bedrohung der Zukunft unseres Planeten nicht genug wäre, haben die letzten Monaten einen weiteren Fluch fossiler Brennstoffe verdeutlicht: Die fossilen Brennstoffe, von denen wir seit Jahrzehnten profitieren, sind leider nicht «Made in Switzerland». Sie werden uns meist von autoritären Regierungen verkauft, denen Demokratie und Menschenrechte egal sind: Wladimir Putin verwendet das Geld, das wir ihm für Gas und Öl bezahlten, für den Abbau der russischen Demokratie und seinen Angriffskrieg in der Ukraine; die Emire von Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten sind absolutistische Monarchen, die versuchen, über ihre undemokratischen Regimes und Menschenrechtsverletzungen hinwegzutäuschen, indem sie Fussballclubs kaufen und die nächste WM organisieren.

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Themenbild von pixabay

Auch dies alles wissen wir, wenn wir ehrlich sind, seit langem. Wenn wir das Auto tanken, in die Ferien fliegen, unser Haus mit Gas heizen, tun wir zwei problematische Dinge: Wir tragen zur Klimaerwärmung bei und unterstützen autoritäre Regimes.

Natürlich kann in ethischer Hinsicht diskutiert werden, ob wir als einzelne Personen moralische Verantwortung für die Folgen unseres Konsums fossiler Brennstoffe tragen, oder ob die politischen und wirtschaftlichen Strukturen auch, oder vor allem, «schuld» sind. Eine überzeugende Ausrede wäre dies in einer Demokratie allerdings auch nicht, denn schliesslich sind wir als Bürgerinnen und Bürger verantwortlich für diese Strukturen. So oder so haben wir mindestens zwei super starke Gründe, um jeglichen Konsum fossiler Brennstoffe so bald wie irgend möglich zu beenden: das undemokratische, autoritäre, korrupte Verhalten vieler Ressourcenstaaten und die drohende Zerstörung unseres Planeten.»

Klimagruppe Kanti Wil

Gut zu wisssen

Die Klimagruppe der Kanti bietet am Tag der offenen Tür der Kanti Wil am Samstag, 12.11.2022, um 13:00 und 15:00 Uhr im Zimmer K011 jeweils einen 45-minütigen Workshop und eine Diskussionsrunde zum «Fluch fossiler Brennstoffe» an. Alle sind herzlich willkommen! Programm: https://kantiwil.ch/site/uploads/2022/11/Tag-der-offenen-Tuer_Webversion-2022.pdf