Beim Projekt «Klimaspuren» wird die Schweiz vom 1. Juni bis zum 12. Juli 2021 von Ost nach West durchwandert. «Wir besichtigen die Spuren des Klimawandels und protestieren gegen die Unvernunft derer, die uns, die Schweiz und die Welt in den Abgrund treiben. Wir besuchen aber auch Spielräume, die zeigen, was fürs Klima getan werden kann», schreiben die Initianten auf ihrer Homepage.

Weiter heisst es: «Zwischen Tamins und Genf gibt es mehrere Dutzend Ortstermine, Aktionen und Veranstaltungen zu Klimathemen wie Verkehr, Produktion, Architektur, Planung, Wissenschaft und Forschung, Finanzplatz, Infrastruktur, Konsum, Energie, Landschaft, Landwirtschaft, Wald: Was geschieht wo und wie für Zero Treibhausgas?»

Grosses Interesse

Die Kerngruppe besteht aus Sylvain Badan, Geograph, Zoe Stadler, Ingenieurin im Umweltbereich, Lucie Wiget, Biologin, Dozentin für Ökologie, Köbi Gantenbein, Verleger der Architekturzeitschrift Hochparterre sowie Dominik Siegrist, Geograf und Landschaftsplaner an der Ostschweizer Fachhochschule OST.

Sie werden auf ihren Etappen von Interessierten und Sympathisanten begleitet. Insgesamt haben rund 500 Personen ihr Interesse angemeldet. In der Nachfolge dieser Tour durch die Schweiz wird ein dokumentarischer Film sowie eine Buchpublikation erscheinen.

Am Samstag wanderte der Tross von Uzwil nach Fischingen. Er machte auf der Wiler Weierwise Mittagsrast und wurde von den Grüne Prowil und den Jungen Grüne empfangen und über die Massnahmen zur Klimasituation in Wil informiert. Im Angebot standen auch Probefahrten mit verschiedenen Cargobikes.

Früh Gefahren erkannt

Nach der Begrüssungsrunde durch die Parteipräsidentin Eva Noger von den Grüne Prowil referierte Stadtparlamentarier Guido Wick. «Während wir vor Jahren als Partei mit unseren Forderungen noch belächelt wurden und wir fast jede Abstimmung verloren haben, sind sie heute mehrheitsfähig», betonte der Fraktionschef.

Die Entwicklung bezüglich Umwelt und Klima habe gezeigt, dass seine Partei frühzeitig auf die drohenden Gefahren hingewiesen und entsprechende Forderungen gestellt habe. Als Beispiel nannte er die Ausrufung des Klimanotstandes sowie die Atomkatastrophe von Fukushima, die in Wil zu einem Verzicht auf Strom aus Atom- und Kohlekraftwerken geführt habe.

Wick erwähnte auch, dass seine Partei während vier Jahren einen Stadtrat als Vorsteher des Bau-, Umwelt und Verkehrsdepartements gestellt habe. Seine Nachfolgerin von der SVP müsse nun Projekte ausführen, die seine Handschrift trügen.


Verbesserung der Lebensqualität

Im Weiteren verwies der langjährige Kantonsrat und Stadtparlamentarier Guido Wick auf angestrebte Ziele im Rahmen der nachhaltigen Mobilität: «In Wil sollen mittelfristig keine Lastwagen, die 30 Kilogramm Gipfeli abladen in der Innenstadt verkehren. Von einem Hub am Stadtrand wurden sie mit Lastenvelos an den Bestimmungsort verteilt.» Damit würde die Innenstadt zu einem ruhigeren Ort mit einer angenehmen Atmosphäre.

Im Weiteren will sich seine Partei auch auf dem Rechtsweg für eine klimafreundliche Politik einsetzen.

Stadtweier als Glücksfall

Stadtparlamentarier Sebastian Koller stellte seinerseits den rund 50 Anwesenden aus allen Generationen die Situation im Bereich der Unteren und Oberen Weierwise vor. Ursprünglich wurden die beiden Weiher im 15. Jahrhundert als Löschwasserspeicher sowie zur Versorgung mit Fisch angelegt. 

Heute erweise sich diese Naturzone im Stadtzentrum als Glückfall. Das Gelände war gemäss Koller lange Zeit sumpfig, daher galt es als ungeeignet als Baugrund. «Als Folge der Klimawandels heizen sich die Innenstädte auf, die Grünzonen tragen zur Kühlung bei.» 

Er verwies auch auf das Projekt zur Wiederanlegung des Oberen Weiers, das ungefähr 2023 soweit fortgeschritten sein soll, dass es als Vorlage im Parlament beraten werden kann. «Möglicherweise wird es dann zu einer Volksabstimmung kommen.»

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Ohne Corona würden an dieser Stelle an diesem Wochenende die Besucherinnen und Besucher das Festival Rock am Weier geniessen. 


Erreichen der Ziele

Stadtparlamentarier Luc Kauf stellte in einem Kurzreferat die Klima- und Energiecharta vor, die die Stadt unterzeichnet hat. Als GPK-Präsident achte er darauf, dass die angestrebten Ziele in den entsprechenden Massnahmen auch umgesetzte werden. Als Beispiel nannte er eine Motion zur vermehrten Holznutzung aus lokalen Wäldern.

Optimistischer Stadtpräsident

Zum Abschluss übergab Eva Noger dem Stadtpräsidenten Hans Mäder das Wort. Er erwähnte, dass bei es grösseren Veränderungen immer Pioniere brauche, die mit ihren Anliegen vorausgingen. Dann folgten jene, die sich durch entsprechende wissenschaftliche Erkenntnisse überzeugen liessen. «Jetzt sind wir in der Phase, in der klimafreundliches Handeln allmählich in die DNA der Bevölkerung übergeht.» Er zeigte sich optimistisch, dass man miteinander die angestrebten Ziele erreichen werde.  

https://klimaspuren.ch/