An der 138. Jahresversammlung von KMU Region Hinterthurgau war zu vernehmen, dass sich der Verein mit 190 Mitgliedern neu positionieren will. Man will seine Rolle überdenken und vermehrt mit den Gewerbevereinen zusammenarbeiten. Regierungspräsidentin Carmen Haag referierte zudem über das Agglomerationsprogramm Wil West.«Wir müssen uns der Realität stellen und unser Dasein neu überdenken. Die Bedürfnisse unserer Mitglieder haben sich geändert, die Gewerbevereine befinden sich auf dem aufsteigenden Ast und unsere Aufgaben sollen neu definiert werden.» Clemens Albrecht, Präsident von KMU Region Hinterthurgau betont zugleich, dass man die Flinte nicht ins Korn werfen soll; im Gegenteil. «Vielmehr wollen wir eruieren, wie und in welchem Verhältnis wir in Zukunft mit den Arbeitgebern und den Gewerbevereinen zusammenspannen könnten.»

Der Ansprechpartner
Ressourcen würden auf alle Fälle gebündelt werden können, denn die Anliegen aller KMU’s sind vielseitig. Und um allen gerecht zu werden, könnte es nur Vorteile bringen, hätte man geeignete Ansprechpartner und Hilfeleistende. KMU Region Hinterthurgau hat sich mit seinem vor Jahren entwickelten Konzept als Ansprechpartner für regionale Fragen, politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Art, als ideal bewiesen.

Salz in der Suppe
Clemens Albrecht eröffnete am Donnerstagabend die Versammlung mit den Worten, «Erfolg zu haben, ist wie das Salz in der Suppe, Erfolglosigkeit schmeckt nicht». So hofft er, dass die Vereinsmitglieder – rund 50 waren anwesend – noch immer Hunger auf Erfolg haben. «Aufgrund diverser Gespräche und Rückmeldungen seitens Industrie- und Gewerbeverbänden, können wir von einer positiven Wirtschafts-Situation mit ansprechender Auftragslage für die kommenden Monate sprechen», sagte Albrecht. Kaum einer hätte damit gerechnet, dass nach der massiven Wechselkurs-Verwerfung der Wirtschaftsmotor wieder auf volle Touren kommt.

Kühne ersetzt Schwager
Die traktandierten Geschäfte waren an der Jahresversammlung nur von kurzer Dauer und geprägt von Einstimmigkeit. Nach den ordentlichen Vorstandswahlen setzt sich der Vorstand wie folgt zusammen. Clemens Albrecht (Präsident), Silvia Mäder, Andrea Brühwiler, Andrea Stillhart, Heini Büttikofer, Thomas Kellenberger und Raphael Kühne. Letztgenannter ersetzt die zurückgetretene Kassierin Monika Schwager.

Wil West Informationen aus erster Hand
Regierungspräsidentin Carmen Haag referierte anschliessend über das Agglomerationsprojekt Wil West. Die Entwicklung und Erschliessung eines neuen Wirtschaftsgebiets mit bis zu 2000 Arbeitsplätzen in Münchwilen und 1000 in Sirnach, der neue Autobahnanschluss Wil West und die Massnahmen zur verkehrlichen Entlastung der Stadt Wil und den umliegenden Gemeinden interessierte die Gwerbler. Auch wenn von Seiten des Bundes (man spricht von einem finanziellen Zustupf in der Höhe von 37 Millionen Franken) positive Signale ausgesendet werden, sehen einige Hinterthurgauer Gwerbler doch auch Probleme auf die Region zu kommen. Von „noch mehr Stau“, oder „nur Wil wird davon profitieren“, war die Rede. Die nahe Zukunft wird zeigen, wie sich das Ganze entwickelt.