In einer turbulenten Partie treffen sich Wil und Neuenburg mit 2:3. Trotz einer 0:3 Führung wurde es in der Schlussphase nochmals richtig turbulent. Beinahe wäre den Gastgebern doch noch der Ausgleich und somit ein Punktgewinn gelungen. Somit endet die Serie der Ungeschlagenheit eher unglücklich als verdient.Im Vorfeld war klar, dass Xamax als klarer Favorit in die Äbtestadt reist. Mit einem Sieg hätten die Mittelländer den Vorsprung auf den Verfolger Servette auf 19 Zähler ausbauen können. Aber ohnehin ist den Mittelländern der Aufstieg wohl nicht mehr zu nehmen. Dementsprechend ruhig und abgebrüht starteten die Gäste in die Partie.

Wil hingegen versteckte sich nicht. Früh attackierte man den Gegner und versuchte das Spieldiktat an sich zu reissen. Immer wieder ging es vor allem über die Aussenbahn sehr schnell. Jungtalent Nias Hefti stellte die Westschweizer Hintermannschaft immer wieder vor Probleme. Aber auch auf der rechten Seite sorgte Johan Vonlanthen für viel Betrieb.

Rückstand trotz Chancenplus

Trotz einigen guten Tormöglichkeiten ging es mit einem 0:0 in die Pause. Erwähnenswert war zu diesem Zeitpunkt vor allem, dass eigentlich nur die Heimmannschaft zu Chancen gekommen ist. Von den Neuenburgern kam, besonders für einen Tabellenführer, viel zu wenig. Man verzeichnete nur gerade zwei geblockte Torschüsse.

Rückwirkend betrachtet muss man festhalten, dass die erste Halbzeit für den FC Wil wohl zu positiv verlaufen ist. Man schien sich nun plötzlich ein wenig zu viel zuzutrauen und lief prompt ins offenen Messer. Bei einem eigenen Konter verlor man fahrlässig den Ball und sah sich plötzlich selber einem solchen Gegenangriff konfrontiert. Samir Ramizi liessen sich nicht zweimal und brachte die Gäste in Front.

Kein Punktgewinn trotz starkem Comeback

Es folgte eine der schwächsten Wiler Phasen in diesem Fussballjahr. Binnen rund 10 Spielminuten erhöhten die Gäste gar auf 0:3. Igor Djuric und erneut Samir Ramizi hiessen die Torschützen. Vor allem die ersten beiden Gegentore waren in Ihrer Art und Weise äusserst ärgerlich und mehr als nur vermeidbar gewesen. Der FC Wil präsentierte sich aber als Stehaufmännchen und fand zurück in die Partie.

Nach einem Foul an Roberto Alves, verwertete Zé Eduardo vom Elfmeterpunkt. Die Ostschweizer suchten nun vehement den Anschlusstreffer. Ein weiterer Elfmeter, nach erneutem Foul an Roberto Alves, blieb Ihnen zuerst verwehrt. Erst in der Nachspielzeit zeigte Schiedsrichter David Schärli nach einem Handspiel erneut auf den Punkt. Ivan Audino verwertete souverän zum 2:3.

Beinahe wäre Ihm sogar noch das 3:3 gelungen. Doch in der letzten Sekunde versprang ihm der Ball im gegnerischen Strafraum. Trotz der Niederlage darf man aber insgesamt von einem gelungenen Auftritt sprechen. Nick von Niederhäusern kommentierte das kurze Zwischentief hart aber durchaus korrekt: «Wir hatten ein bisschen eine Arroganz und keine gute Passqualität.» Ebenso muss man aber der Mannschaft zu Gute halten, dass Sie schnell wieder zu sich gefunden hat.

FC Wil 1900 – Neuchâtel Xamax FCS 2:3 (0:0)

IGP Arena, Wil: 1030 Zuschauer. – SR: David Schärli

Tore: 54. Ramizi 0:1, 59. Djuric 0:2, 65. Ramizi 0:3, 74. Zé Eduardo 1:3 (P), 93 Audino (P).

FC Wil 1900: Kostadinovic; Rahimi, Lekaj, Stillhart; Von Niederhäusern, Zé Eduardo, Lombardi (61. Scholz), Hefti; Audino; Cortelezzi (68. Alves), Vonlanthen (58. Jong).

Neuchâtel Xamax FCS: Walthert; Lawson (46. Sejmenovic), Gomes, Djuric, Obexer; Di Nardo; Ramizi, Doudin (63. Nimani), Corbaz, Tréand (72. Delley), Karlen.

Bemerkungen: Wil ohne Savic (verletzt), Freid, Muslin, Maroufi, Keller und Latifi (alle nicht im Aufgebot). Neuchâtel ohne Veloso, Mulaj (beide gesperrt), Bratanovic (verletzt), Nuzzolo (krank), Qela, Xhemajli und Kilezi (alle nicht im Aufgebot).

Verwarnungen: 51. Von Niederhäusern, 74. Zé Eduardo, 77. Alves, 86. Lekaj, 92. Karlen.