Ein nicht vorhandenes Vereins-Emblem lässt derzeit die Wogen hochgehen. Der FC Wil möchte ein solches am Fussballstadion Bergholz anbringen, um die eigene Heimat von aussen sichtbar zu machen. Doch bei der Stadt lehnte man vorerst ab und erwartet die Eingabe eines Baugesuchs. Die Fronten zwischen dem Äbtestädter Fussballklub und dem städtischen Baudepartement scheinen verhärtet zu sein.

Doch nun zeichnet sich womöglich eine Lösung ab. Denn Stadtpräsidentin Susanne Hartmann schaltet sich in die Diskussion ein und lädt im November zu einem klärenden Gespräch, an welchem FC-Wil-Präsident Maurice Weber sowie der Vereins-Kommunikationschef Dani Wyler, aber auch zumindest ein Vertreter des Baudepartments dabei sind. «Die Thematik muss auf Stufe Stadtrat diskutiert werden. Bisher handelte es sich um eine Diskussion zwischen dem Departement Bau, Umwelt und Verkehr und dem FC Wil. Es ist mir ein Anliegen, eine Lösung zu finden, die für alle Beteiligten tragbar und umsetzbar ist», sagt Susanne Hartmann gegenüber hallowil.ch. Und wie könnte diese Lösung aussehen? «Es ist denkbar, dass der FC Wil sein Logo in Form eines Banners oder Ähnlichem anbringen kann. Eine umsetzbare Lösung zu finden wird Teil der Aussprache sein», sagt Susanne Hartmann weiter. Seitens FC Wil ist man gewillt, an diesem Gespräch teilzunehmen.

Konsequenzen für die Anhänger?

Am vergangenen Wochenende hatten in dieser Thematik auch die Anhänger des FC Wil für Aufsehen gesorgt, indem sie ein selbst gemaltes Emblem aussen an der IGP-Arena anbrachten – und dann am Sonntagabend auch ein Spruchband mit der Aufschrift «Endlich lifere!» beim Zugang zum Rathaus in der Altstadt aufhängten. Wie zu erwarten war, wurde das Transparent am Montagmorgen wieder entfernt. Müssen die FC-Wil-Fans nun mit Konsequenzen rechnen? «Dass das Anbringen der Schriftzüge am Rathaus nicht erlaubt ist, erklärt sich von selbst. Wir werden dies jedoch nicht weiterverfolgen», sagt Susanne Hartmann.

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Fans hängen Transparent ans Wiler Rathaus (27.10.)

Der FC Wil möchte sein Klub-Logo an der IGP-Arena anbringen, um die Identifikation stärken zu können. Doch die Stadt Wil als Eigentümerin des Bergholz-Komplexes winkt ab. Vergangenen Woche ist die Situation eskaliert und der FC Wil trat mit scharfen Worten an die Öffentlichkeit.

Rund um das Challenge-League-Heimspiels des FC Wil vom Sonntag gegen den FC Aarau taten nun die Anhänger des FC Wil ihre Meinung gleich mehrfach kund. So hängten sie vor der Partie ein FC-Wil-Emblem aussen ans Stadion-Gitter und schrieben dazu: «S’Logo ghört as Stadion». Im Verlauf der ersten Halbzeit war dann auf einem Transparent zu lesen: «Es git nur ein Dani. Und de isch Wyler.» Mit dem einen Dani war FC-Wil-Mediensprecher Dani Wyler gemeint, der vergangene Woche die Kritik an der Stadt in diversen Medien geäussert hatte. Der andere Dani ist Stadtrat Daniel Stutz, der das Baudepartement führt und somit auch in der Logo-Thematik entscheidet.


Keine erlaubte Aktion

Das ist aber noch nicht alles. Am Sonntagabend tauchte das FC-Wil-Emblem dann plötzlich am Rathaus auf. Zusammen mit dem Spruchband «Endlich lifere!». Es ist davon auszugehen, dass auch hierfür der harte Kern der FC-Wil-Fans verantwortlich ist, da ein entsprechendes Bild sogleich auf der Facebook-Seite der Fanvereinigung «Sektor D» auftauchte.

Es ist dieses Jahr übrigens nicht das erste Mal, dass ein Schriftzug am Rathaus prangt. Während der Fastnacht war die Aufschrift «Zum Pfeifenquintett» zu lesen gewesen – und sogleich von der Stadt wieder entfernt worden. Es ist davon auszugehen, dass auch das Fanplakat keine lange Halbwertszeit hat. Denn erlaubt ist eine solche Aktion nicht – weder zur Fastnachts-Zeit noch im Rahmen der Stadion-Diskussion.

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Dieser Schriftzug hing kurzzeitig während der diesjährigen Fastnacht am Wiler Rathaus. (Bild: pd)