Anfangs 2019 lag das Projekt «Kiesabbau Sonnen­berg» der Holcim Kies und Beton AG öffentlich auf. «Aufgrund der zahlreichen Einsprachen und der Stel­lungnahmen der Holcim Kies und Beton AG stellte sich heraus, dass die Visierung nicht vollends korrekt war, da die Höhen der geplanten Bauten und Anlagen nicht ausgesteckt waren», erklärt die Gemeinde Oberbüren in einer aktuellen Medienmitteilung. Der Gemeinderat Oberbüren habe deshalb die neuerliche Visierung des Projekts ange­ordnet. «Zusätzlich waren sämtliche Höhen der geplan­ten Bauten und Anlagen zu visieren», heisst es weiter. Gleichzeitig konn­ten auch die gesamten Projektunterlagen nochmals eingesehen werden. Am Dienstag, 17. März, ist die Frist dieser neuer­lichen öffentlichen Auflage abgelaufen. «Es sind vier Einsprache-Ergänzungen beim Gemeinderat einge­gangen», informiert die Gemeinde. Diese werden nun an die Holcim Kies und Be­ton AG zur Stellungnahme zugestellt. Anschlies­send werden die Gesuchsunterlagen, sämtliche Einspra­chen (aus der ersten und zweiten Aufla­ge) sowie die Stellungnahmen der Gesuchstellerin mit einer kurzen Stellungnahme seitens Gemeinde dem Kan­ton zur Prüfung zugestellt. (pd)

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«Visierung war nicht vollends korrekt» (12.12.2019):

Wo Kiesabbau geplant ist, ist in aller Regel Protest. Dies trifft auch auf die Gemeinde Oberbüren zu. Als das geplante Abbau-Projekt «Sonnenberg» der Holcim im Februar und März dieses Jahres öffentlich aufgelegt wurde, hagelte es Einsprachen. 219 an der Zahl waren es (siehe unten). Nachdem in der Zwischenzeit auch die Stellungnahmen der Holcim Kies und Beton AG zu den einzelnen Einsprachen vorliegt, konnte die Gemeinde entscheiden. Und sie stellte fest: Die Visierung war nicht vollends korrekt, da die Höhen der geplanten Bauten und Anlagen nicht ausgesteckt waren.

Der Gemeinderat hat deshalb das Unternehmen verpflichtet, vom 17. Februar bis 17. März 2020 nochmals das gesamte Projekt im Projektperimeter auszustecken. Gleichzeitig sind auch sämtliche Höhen der geplanten Bauten und Anlagen zu visieren. Die Planunterlagen können während dieser Zeit nochmals eingesehen werden. Während der neuen Auflagefrist besteht die Möglichkeit, die bereits eingereichten Einsprachen hinsichtlich der neu in den Höhen visierten geplanten Bauten und Anlagen zu ergänzen. Neue Einsprachen sind hingegen nur noch zulässig, wenn sie sich auf die neu in den Höhen visierten Bauten und Anlagen des Projekts beziehen. Dies lässt die Gemeinde Oberbüren im aktuellen Mitteilungsblatt verlauten. (gk/red)

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Es hagelt Eisprachen (4.4.2019):

eAuf knapp elf Hektaren Land will die Firma «Holcim Kies und Beton AG» im beschaulichen Niederwil Kies abbauen. Bis das Land rekultiviert ist, sollen 33 Jahre verstreichen. Im Durchschnitt 56 Fahrten von 40-Tonnen-LKWs pro Tag sind vorgesehen, bis zu vier Sprengungen pro Jahr in Aussicht gestellt. Gesamthaft sollen es fünf Abbau- und sechs Auffülletappen sein. Zu viel Ungemach für so manchen Niederwiler. Seit mittlerweile sechs Jahren tobt ein Streit und eine Interessengemeinschaft setzt sich gegen dieses Kiesbau-Projekt ein.

Bereits zwei Vorprüfungen hat es in der Vergangenheit gegeben und das Projekt wurde angepasst. Wiederholt wies der Oberbürer Gemeinderat die Unterlagen wegen Unvollständigkeit an die Holcim zurück. Doch anfangs 2019 war es nun soweit und die Firma hat ein definitives Projekt «Kiesabbau Sonnenberg Niederwil» eingereicht. Dieses wurde von der Behörde als vollständig eingestuft.

Es wird wohl noch lange gestritten

Somit konnte das Projekt öffentlich aufgelegt werden. Und es geschah, was zu erwarten war: Viele Einsprachen sind eingegangen. Ganz genau 219. Diese hohe Anzahl wurde begünstigt durch Einsprache-Vorlagen, welche die IG laut übereinstimmenden Medienberichten an die Briefkästen verteilt hat. «Das Projekt wurde inhaltlich noch nicht im Detail geprüft. Der Gemeinderat wird diese Prüfung nun unter Berücksichtigung der Einsprachen sorgfältig vornehmen und eine Stellungnahme zuhanden des Kantons betreffend Bewilligungsfähigkeit abgeben. Wegen der hohen Zahl an Einsprachen wird dieses Verfahren wohl längere Zeit in Anspruch nehmen», schreibt der Gemeinderat in einer Stellungnahme.

Und wie geht es dann weiter? Auch Holcim kann sich zu den Einsprachen äussern. Daraufhin werden die kantonalen Amtsstellen das Gesuch prüfen, Verfügungen erlassen und eine verbindliche Stellungnahme an die Gemeinde erstellen. Die Gemeinde wird alsdann einen Entscheid über das Gesuch bzw. die Einsprachen fällen und die Unterlagen zur Genehmigung an den Kanton zurückgeben. Erst nachdem der Kanton die Genehmigung ausgestellt hat, wird der Entscheid über das Projekt und die Einsprachen eröffnet. Es würde niemanden erstaunen, wenn das Hickhack nach viel Zeit in Anspruch nehmen würde.