Jeder Politiker predigt eine offene Kommunikation – die Praxis, welche aber dann ausgelebt wird, sieht häufig anders aus. Dass diese Tatsache den Bürgern sauer aufstösst, ja, sich manch einer vielleicht sogar über den Tisch gezogen fühlt, ist nicht weiter verwunderlich. So geschehen auch in der Nachfolgeregelung der Leitung des Seniorenzentrums Uzwil. Zugegeben: Sich in das Privatleben anderer einzumischen, gehört sich nicht. Steht die Person jedoch in der Öffentlichkeit, muss in manchen Fällen Persönliches offen dargelegt werden.

So auch im Falle der neu gewählten Leiterin des Seniorenzentrums Uzwil, Ingrid Markart. Für die Nachfolge von Kurt Marti gingen 26 Bewerbungen ein. Ingrid Markart machte am Schluss das Rennen – und konnte mit ihrem reichen Erfahrungsschatz im Gesundheitswesen und der Pflege bei der Jury punkten. Diese Tatsache ist und bleibt sicherlich unbestritten.

Dennoch haben es die Verantwortlichen versäumt, mitzuteilen, dass der Heimkommissionspräsident Lucas Keel gleichzeitig auch der Partner von Ingrid Markart ist. Inzwischen wurde bekannt, dass er per Ende Oktober als Vorsitzender der Heimkommission des Seniorenzentrums Uzwil zurücktritt – doch schob er andere Gründe, wie die steigende Arbeitslast mit der geplanten Kläranlage in Niederuzwil, vor. Und die persönliche Beziehung der Beiden wurde mit keinem Wort erwähnt.

Dass diese Tatsache jedoch eher früher als später ans Licht kommen würde, lag auf der Hand. Schade, dass es die Behörden einmal mehr verpasst haben, eine proaktive Haltung einzunehmen. Wahrheit währt eben doch immer noch am längsten.