Die Stadt Wil hat nun einen eigenen WhatsApp-Kanal – und einen Tag nach der Bekanntmachung auch bereits die erste Meldung verschickt. Zudem bewirbt Stadtpräsidentin Susanne Hartmann den eigenen Facebook- und LikedIn-Auftritt in einem Werbefilm. Ab Juni werden die amtlichen Publikationen über eine kantonale Plattform veröffentlicht, die von den Gemeinden des Kantons St. Gallen genutzt werden kann. Die Stossrichtung ist klar: Die Stadt Wil möchte näher beim Bürger sein, indem sie digital und somit schneller sowie flexibler kommunizieren kann als bisher jeweils am Mittwoch mit dem «Wil Aktuell». Dies geht einher mit der Tatsache, dass die Wiler Printzeitungen ab Juni nicht mehr amtliches Publikationsorgan sein werden.

Doch das passt nicht allen. Der SVP-Stadtparlamentarier Erwin Böhi lässt nun in einem Leserbrief verlauten, dass er das Thema auf das politische Paket bringen wird. Im der Stadtparlaments-Sitzung von kommender Woche will er eine dringliche Motion einreichen. Sein Ziel: Die Gemeindeordnung dahingehend ergänzen, dass die Information der Öffentlichkeit zwingend sowohl in digitaler wie auch in gedruckter Form erfolgen muss. «Der Entscheid der Stadt ist grundfalsch, denn er schliesst einen Teil der Bevölkerung aus. Abgesehen davon, dass er damit seine Informationspflicht gegenüber der Öffentlichkeit vernachlässigt», schreibt Böhi im Leserbrief. Und weiter: «Der Stadtrat sollte eigentlich alles daran setzen, das Interesse an der Politik zu fördern. Mit seinem Beschluss erreicht er aber genau das Gegenteil. Dieser weltfremde und abgehobene Entscheid muss korrigiert werden.»

Ob mit dieser Motion der Entscheid des Stadtrates umgestossen werden kann, ist allerdings fraglich.