Das hat man noch nie erlebt! Bereits beim Eingang wurden Besucherinnen und Besucher von einem majestätischen, fürstlich gekleideten König und seiner Prinzessinnentochter begrüsst. Auch sonst schwirrte allerlei adeliges Personal herum und umrahmte mit einer geheimnisvollen Entführungsgeschichte die musikalischen Perlen der Hofkapelle – sprich MGBO. Das Publikum durfte einen vergnüglichen, unterhaltenden Abend mit hochstehender Musik und spannenden Sketches erleben. Hofkapelle mit DREIKÖNIGSKLANG
Jeder König, ja jeder Fürst, der früher etwas auf sich hielt, beschäftigte eine Hofkapelle. Und so hatte auch König Leopold – im normalen Leben Präsident der MGBO mit Namen Leo Neuländner – eine solche engagiert. Sie sprengte fast die Bühne, obwohl diese in den Turnhallenraum hinein verlängert worden war. Die auf Hochglanz polierten Instrumente glitzerten und glänzten mit Kronen und herrschaftlichen Kleidern um die Wette. Ganz besonders ragten da auch diesmal die Tubas heraus, mit ihrem grossen Klangbecher, welcher den Vortragsstücken Tiefe und Fülle verleiht. Aber auch all die Saxofone mit ihrer eleganten Form erfreuten das Auge. Und im Hintergrund standen Schlagwerk und allerlei spezielle „Geräuschmittel“, um damit den nötigen „Drive“ zu erzeugen.

Ganz verschiedene Musikstile
Die Musikkommission hatte zusammen mit Dirigent Dominik Eugster ein anspruchsvolles, vielfältiges Musikprogramm ausgetüftelt. Mit einem Marsch - CASTLE – JUBILÉE MARCH - begann das Konzert, mit einem Marsch – der ersten Zugabe – hörte das Programm auf. Dazwischen trat Robin Hood musikalisch auf, der „Prinz der Diebe“, wie es im Stück heisst – ROBIN HOOD – PRINCE OF THIEVES. Das konzertanten Werk GRAPES OF THE SUN verlangte von den Musizierenden höchste Konzentration und bot dem Dirigenten viel Raum für persönliche Gestaltung. Man sah förmlich die jungen Mädchen vor sich, die da auf traditionelle Weise den Traubensaft mit ihren blossen Füssen aus den reifen Beeren herausstampften. Mit BESSARABYANKE folgte ein rumänisches Stück mit fulminantem Anfang und virtuosen Sequenzen, wobei die Klarinetten immer wieder mit solistischen Teilen auffielen.

Ohrwürmer
Nach der Pause begann die Musik mit MAH NA MAH NA – einer Melodie, die einem nach nur einmaligem Anhören kaum mehr aus dem Kopf will – mit dem effektvollen und äusserst einfühlsamen Solo von Marco D’Incau auf dem Baritonsax. Das Stück wurde begeistert beklatscht. Immer mal wieder verblüfften die Musikantinnen und Musikanten zudem mit Gesangseinlagen. Im Popstück BON JOVI ROCK MIX bekamen die Schlagzeuger viel Arbeit. Der Teenager Patrick Franck besucht zwar noch die Volksschule, ist aber dennoch bereits ein sicherer Wert für die rhythmische Unterstützung des Vereins.

Und für Fans des Alpenrockers Andreas Gabalier war mit einem Medley aus seinen Erfolgshits wie I SING A LIAD FÜR DI zum Schluss des offiziellen Teils auch gesorgt. Als das Publikum nach der ersten Zugabe nochmals nicht mit dem Applaus aufhören wollte, schritt der Dirigent ein. Er wies darauf hin, wie sehr seine Leute die letzten Wochen geprobt und auch schon am Nachmittag ihr Bestes gegeben hätten, sodass es nur noch eine kleine Zugabe gebe, welche erst noch extra schnell gespielt werde, damit sie schnell vorüber sei. Mit verständnisvollem Lachen genossen die Musikfans darauf den rassigen Abschluss des Programms.

Jugendensemble
Das Jugendensemble Oberuzwil spannte dieses Mal mit der Musikschule Oberuzwil-Jonschwil zusammen. Es hätte allerdings noch Platz für mehr Jugendliche gehabt... An grösseren Auftritten wird das Ensemble traditionell von „alten Hasen“ unterstützt. Marco D’Incau leitet die Gruppe und versteht es, den Teenagern auch anspruchsvollere Stücke schmackhaft zu machen. Ihr Block mit drei Stücken umfasste diesmal ebenfalls „königliche Themen“ mit REYS THEME, einem Stück namens POKEMONS THEME und dem fetzigen Hit DA DOO RON RON, den die jungen Burschen – kein einziges Mädchen war diesmal zu entdecken – mit gut hörbarer Spielfreude und feurig dirigiert von Marco D’Incau dem Publikum schenkten. Dieses verdankte das Gebotene mit einem grossen Applaus, welcher selbstverständlich vom Ensemble mit einer schmissigen Zugabe beantwortet wurde.

Wahl des Instruments von verschiedenen Faktoren abhängig
Es scheint fast, als sei es heute nicht besonders „in“, in der Musikschule ein Blasmusikinstrument zu wählen. Gitarre und Keyboard, aber auch Hackbrett und Akkordeon sowie die verschiedensten Saiteninstrument und Flötenarten haben dagegen Hochkonjunktur. Und wenn die Freundin oder der Freund ein gewisses Instrument lernen möchte, hat das für manche Kinder und Jugendliche oft den grösseren Einfluss auf die persönliche Wahl als die eigene Neigung.

Und so verwunderte es nicht, dass sich sowohl Präsident Leo Neuländner als auch Ensemble-Leiter Marco D’Incau und schliesslich Dirigent Dominik Eugster für Verstärkung des Ensembles einsetzten. Diese jungen Leute sind schliesslich das Reservoir für Musizierende irgendwann – hoffentlich! - im grossen Corps.

Rahmenhandlung
In 13 Szenen wurde das musikalische Geschehen immer wieder unterbrochen, denn schliesslich ging es um ein wichtiges politisches Geschäft. Heiraten an Fürstenhöfen kümmerten sich selten um Liebesgefühle, da gingen finanzielle und politische Überlegungen vor. Doch obwohl die Zarin sich bereits mit König Leopold geeinigt hatte, machte ihnen der junge Zarensohn einen dicken Strich unter die Rechnung, hatte er doch heimlich mit dem Liebhaber der Prinzessin einen Deal ausgehandelt. Er war schliesslich viel mehr an einer guten Game-Station interessiert als an dieser jungen Frau.

Der Burgwächter witterte allerdings eine Entführung, machte jedoch in seinen Nachforschungen nicht unbedingt die allerbeste Figur. Selbst eine konsultierte weissagende Frau konnte da nicht weiterhelfen, denn ihre gezogenen Jasskarten waren für die Ermittlungen völlig wertlos. Und der König war nach Auflösung der Geschichte gar nicht erbaut, zu hören, dass seine Tochter sich mit dem Sohn des Burgwächters eingelassen habe. „Liebe auf den ersten Klick“, liess dieser dazu verlauten. Zoff schien vorprogrammiert. Aber das der König scheinbar auch kein unbeschriebenes Blatt war, der Burgwächter ihn deshalb in der Hand hatte, willigte der Monarch schliesslich in diese Verbindung ein. Einer rauschenden Hochzeitsfeier stand nichts mehr im Wege…

Märchenhafte Kleider
Wo die Verantwortlichen wohl all die hochherrschaftlichen Kleider hergezaubert hatten? Der König machte in seinem hellblauen, von weissen Rüschen umsäumten Anzug eine richtig gute „Falle“, seine königliche Tochter stand ihm in ihrer rosaroten Satinrobe in nichts nach. Auch die zu Besuch weilende russische Zarin „Vladimira Putinia die Dritte“ samt Sohnemann Dimitri – ein ständig gamender, uninteressierter Zarensprössling – hatte sich in Schale geworfen. Schliesslich sollte ihr Sohn die hübsche Tochter von König Leopold heiraten. Auch der russische Akzent mit dem CH anstelle des Hs passte da perfekt dazu.

Viele Gastdelegationen
König Leopold konnte an seinem Hof zwanzig Gastdelegationen begrüssen, Musikvereine aus der Umgebung, den Jodlerclub Uzwil und – wie jedes Jahr – auch eine treue Besuchergruppe von Mitgliedern des Musikvereins Bergatreute über dem Bodensee, welche dem MGBO seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden ist. Beim Herunterlesen der verschiedenen Vereine waren immer wieder einzelne Anwesende aus diesen Vereinen zu hören, je nach Lautstärke konnte dabei die Delegationsgrösse ausgemacht werden

Ehrungen
Zwei Mitglieder der Musikgesellschaft wurden für 15 Jahre Mitgliedschaft von König Leopold persönlich zu Ehrenmitgliedern ernannt. Wie sich das für einen König gehört, erhob er sie mit dem Ritterschwert in diesen ehrenvollen Stand. Neu verstärken frisch aus dem Jugendensemble Valeria Turi, Klarinette; Simon Koller, Trompete und Anja Kilchör Flöte die grosse Hofkapelle. Das ist immer ein erfreulicher Moment, wenn sich junge Leute dazu entschliessen können, Woche für Woche mit den Kolleginnen und Kollegen der Musikgesellschaft zu proben und sich als Teil eines Ganzen auch für die Allgemeinheit einzusetzen mit zahlreichen Auftritten zu verschiedenen Anlässen.

Dank
Ohne eine grosse Helferschar im Hintergrund wäre ein solcher Abend nicht zu bewältigen. Leo Neuländner hatte denn auch eine grosse Dankesliste vor sich, welche er mit humorvollen Worten herunterlas und dabei deutlich machte, wie viele Frauen und Männer sich immer wieder für die Belange des Vereins einsetzen. Und war wäre ein Unterhaltungsabend ohne Tombola! Das Zusammenstellen eines solchen Gabentempels braucht viel Verhandlungsgeschick und Organisationstalent.

Einen grossen Dank bekam verdienterweise Dirigent Dominik Eugster, welcher seine Musizierenden einfühlsam und kompetent auch durch schwierige Passagen führe und so den Verein immer wieder auf gute Weise herausfordere. Man spürte die grosse Vertrautheit von Dirigent und Musikgesellschaft denn auch den ganzen Abend lang deutlich.

Rebekka Staubli wurde für ihre grossen Verdienste rund um die Rahmenhandlung sowie ihren Einsatz im Verein ebenfalls ausdrücklich gelobt und mit einer Blume geehrt. Schon seit Jahren zeichnet sie für die Sketches verantwortlich, welche die musikalischen Darbietungen auf humorvolle Weise ergänzen.

Die hiesige Raiffeisenbank unterstützt die MGBO ebenfalls immer wieder grosszügig. Ohne Sponsoren kann heute kaum mehr ein kulturelles Angebot zu einem publikumstauglichen Eintrittspreis angeboten werden.

Kulinarisches
Und weil seit einigen Jahren an diesem Abend auch warme Küche angeboten wird, hatte das fleissige Servierpersonal alle Hände voll zu tun, um all die Wünsche zu erfüllen. Das Angebot findet immer mehr Anklang, denn gemeinsames Essen verbindet, zudem hat man dann sicher einen passenden Platz, wenn man früh kommt. Auch wer gerne noch etwas „höckeln“ wollte, fand nach Abschluss des Programms dafür verschiedene Möglichkeiten. Zu den Klängen der Kapelle ALPSTEIN konnte auch das Tanzbein geschwungen werden. Und weil ein Taxidienst bis morgens um Vier organsiert war, stand einem Gläschen Wein oder einem speziellen Kaffee Güx nichts im Wege…


Das Rahmenprogramm bestritten folgende Personen

König Leopold: Leo Neuländer
Prinzessin: Karin Buchschacher
Zarin (mit russischem Akzent): Rebekka Staubli
Zarensohn (mit russischem Akzent): Dominik Staubli
Burgwächter: Bruno Buchschacher
Burgwächtersohn: Beat Kappeler
Laufbote: Patrik Hilfiker
Hofnarr: Marco D’Incau
Musikant für Befragung: Jason Rosenthal
Person im Saal:
Minnie: Alexandra Zingg

Das Jugendensemble Oberuzwil tritt zusammen mit Jugendlichen aus der Musikschule Oberuzwil-Jonschwil am Unterhaltungsabend in Jonschwil vom 3. März auf.

In der Agenda der Musikschule Oberuzwil-Jonschwil können die weiteren Termine erfahren werden.

Musikgesellschaft Bichwil-Oberuzwil MGBO

Musikverein Bergatreute DE

Wer sich für eine musikalische Ausbildung im Blasmusikgebiet interessiert, findet in den folgenden zwei Links nähere Angaben dazu.

Musikensemble der MGBO

Musikschule Oberuzwil –Jonschwil

Und hier zum Nachhören
Grapes of the Sun

Bessarabyanke

Andreas Gabalier in Concert

Das Jugendensemble Oberuzwil zusammen mit der Musikschule Oberuzwil-Jonschwil spielte eine Instrumentalversion des folgenden Hits von Jeff Berry

Da Doo Ron Ron -

Mah Na Mah Na