Statt der angemeldeten 60 Personen erschienen rund 90 interessierte Frauen und Männer zur Vorstellung der neuen Notfallstation. So wurden für den Rundgang die drei Gruppen etwas gar gross. CEO René Fiechter, die Kommunikationsleiterin Barbara Anderegg und ihre Mitarbeiterin Sandra Rohr übernahmen beim Rundgang durch verschiedene Abteilungen die Führung. Die prekären Platzverhältnisse in der Notfallstation und im Verwaltungsbereich bedingten einen Neubau und den Ausbau der neuen Notfallstation. 2017 konnte der neuer Trakt und im Januar 2018 die Notfallstation in Betrieb genommen werden. Gleichzeitig wurden auch die Zufahrt und die ungenügende Parkplatzsituation verbessert. Das Investitionsvolumen betrug gemäss Barbara Anderegg rund 10 Mio. Franken. Dadurch resultieren nun eine verbesserte medizinische Grundversorgung und ein 24-Stunden-Notfalldienst für die ganze Region.

Voll ausgerüstet

Beim Rundgang hoben die Führenden die zeitgemässen Anpassungen bei den Zimmergrössen und in der Gastronomie hervor. Die Abteilung Radiologie ist mit modernsten technischen Geräten, zum Beispiel einen Magnet-Resonanz-Tomograph (MRT) ausgerüstet. Es dient in der Diagnostik zur bildlichen Darstellung von Strukturen und Funktionen von körperlichen Organen, wie die zuständige Radiologiefachfrau erklärte. Die Untersuchungen seien von Montag bis Freitag immer ausgebucht. Es sei immer ein Radiologe des Kantonsspitals in Wil. Alle elf Standorte im Kanton seien mit dem Kantonsspital St.Gallen verbunden. Dr. Christ zeigte die Räumlichkeiten der integrierten Notfallpraxis, in der neben den Spitalärzten auch praktizierende Ärzte aus der Region Dienst leisten können. Die Praxis ist voll ausgerüstet. Ein anderer Arzt erklärte ein weiteres Notfallzimmer. Die interessierten Frauen und Männer liessen sich durch die kompetenten Fachpersonen über die Neuerungen und Möglichkeiten aufklären.

Einbindung in Netzwerke

René Fiechter übernahm 2007 den Vorsitz der Geschäftsleitung der Spitalregion Fürstenland-Toggenburg (SFRT). In seinem spannenden Vortrag informierte er über das Konzept der Gesundheitsversorgung der vier Spitalregionen des Kantons St.Gallen. Die neun Spitäler sind weitgehend vernetzt und fördern die Kooperation. Die Spitalregion Fürstenland-Toggenburg beschäftigt über 800 Mitarbeitende, davon etwa 100 Auszubildende. 2017 wurden in den beiden Spitälern Wil und Wattwil 8‘500 stationäre Patienten behandelt. Der Referent gab bekannt, dass die Spitäler zunehmend unter finanziellem Druck stehen. So resultierten in den letzten Jahren negative Unternehmensergebnisse. An die stationären Patienten-DRG-Fallpauschalen leisten der Kanton 55 % und die Krankenversicherung 45 %. Bei den ambulanten Fällen kommt der Tarmed zur Anwendung. Die gegenwärtigen Tarife seien nicht kostendeckend, sagte René Fiechter. Mehrerträge könnten aber durch eine Konzeptänderung erreicht werden.


Neue Spitalstrategie

Um die Finanzlage wieder ins Lot zu bringen, schlägt der Spitalverwaltungsrat St.Gallen eine Konzentration auf vier Spitäler vor, welche die stationären Leistungen erbringen. Es sind dies das Kantonsspital und die Spitäler Wil, Uznach und Grabs. Die anderen fünf Spitäler würden umgenutzt. Das umgebaute und erweiterte Spital Wattwil könne sich in der aktuellen Form noch mindestens zehn Jahre halten, gab der CEO bekannt. Es bestehe eine standortübergreifende Zusammenarbeit mit Wil. Er sei überzeugt, dass Wil mit der neuen Infrastruktur gut aufgestellt und in der medizinischen Grundversorgung inklusive 24-Stunden-Notfallversorgung stark sei. Verbesserungen stellte er in Wil auch in der Gastronomie, den Dienstleistungen und Betriebsabläufen fest. In der anschliessenden Fragerunde bestätigte René Fiechter die teilweise Quersubventionierung durch den Zusatzversicherungsanteil. Dies sei ein Akt der Solidarität gegenüber den Allgemeinpatienten, wie er auch in anderen Bereichen üblich sei, argumentierte eine Dame aus dem Sozialbereich.