Der Gemeinderat beantragt für den Neubau des Kreisels Winterthurerstrasse / Q20 sei ein Kredit in der Höhe von 730'000 Franken zu genehmigen. Ehe der 236-köpfige Souverän (total Stimmberechtigte in Sirnach – 4409), im sehr gut ausgelasteten Zelt darüber empfand, trat ein Votant an das Mikrophon und verlangte eine Neuüberarbeitung dieses Bauvorhabens, bei welchem sich der Kanton Thurgau – als Bauherrin – finanziell zur Hälfte beteiligt. «Dieser Kreisel ist zu teuer. Man sollte eine kostengünstigere Variante ausarbeiten», verlangt der Stimmbürger und beantragt eine Rückweisung dieses Traktandums. Keine Chance, hatte besagter Votant, denn mit grosser Mehrheit wurde der Kredit gutgeheissen. Ein Teilerfolg für den Sirnacher Gemeinderat.

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Volles Festzelt auf der Etziwiese. An der Gemeindeversammlung nahmen von 4409 Stimmberechtigten deren 236 teil. Laut Gemeindepräsident Kurt Baumann eine der höchsten Beteiligung der vergangenen Jahre.


Zwei Stimmen entscheiden über 1 Million Franken

Die Rechnung 2020 der Gemeinde Sirnach schloss mit einem Ertragsüberschuss von 4'246'643 Franken. Dieses Geld sollte verschiedentlich verwendet werden, so unter anderem auch mit einer Einlage von einer Million Franken in einen neu erschaffenen Erbschaftsfonds. Die Gelder aus diesem Erbschaftsfonds hätten später in nachhaltige Energien (unter anderem Photovoltaikanlagen auf gemeindeeigenen Gebäuden, erneuerbare Energieanlagen) eingesetzt werden sollen. Dass der Ertragsüberschuss überhaupt so hoch ausfiel hat mit einer unerwarteten Erbschaft in der Höhe von 1,4 Millionen Franken zu tun. Ein Antragsteller befand, dass es besser sei, diese eine Million in das Eigenkapital der Gemeindefinanzen zu stecken. Mit 104 Ja- zu 102 Nein-Stimmen ist der Antrag des Stimmberechtigten von Erfolg gekrönt.

Gemeinderat weist Vorwürfe der Verschleierung zurück

Zuweilen heiss zu und her ging es beim Traktandum «Eventualkredit Erschliessung Dreifachturnhalle Birkenweg». 600'000 Franken wollte der Gemeinderat gesprochen haben, was die Bewerkstelligung der Zufahrtstrasse, oder Erschliessungsstrasse, zum benannten Grundstück betrifft. Das Problem hierbei sehen mehrere Stimmbürger darin, als dass das Stimmvolk im kommenden September, an der Urne, über das Bauvorhaben «neue Dreifachturnhalle» mit oder ohne Tiefgarage, abstimmt. «Da wird doch versucht, die Benennung der Gesamtkosten zu umgehen. Warum sollen wir jetzt diese 600'000 Franken genehmigen und den Rest des Bauprojekts im Herbst», fragte ein Stimmbürger und meinte, dass sich der Gemeinderat mit dieser Verschleierungstaktik profilieren will. Gemeindepräsident Kurt Baumann hatte jedoch eine treffende Antwort auf diese Unterstellung. Denn über einen Kredit in dieser Höhe kann und darf an einer Gemeindeversammlung abgestimmt werden. «Wir in Sirnach sind sogar dazu befugt, Kredite bis zu zwei Millionen Franken an der Versammlung zu genehmigen. Alles was darüber ist, muss an die Urne.» Nichtsdestotrotz kam es gar nicht zur Abstimmung. Denn der Antrag eines Votanten, an besagter Urnenabstimmung am 26. September, soll nicht nur über die neue Dreifachturnhalle mit oder ohne Tiefgarage, sondern auch über die Erschliessungsstrasse abgestimmt werden, wurde mit 171 Ja- zu 47 Nein-Stimmen angenommen. Somit wurde dieser Eventualkredit sistiert.

Und zum Schluss ein Rücktritt

Nach knapp dreistündiger Debatte, in welcher auch alle 18 Einbürgerungsgesuche, mit 31 Personen, den Erhalt des Gemeindebürgerrechts erteilt wurde, ergriff Gemeinderat Samuel Mäder das Wort. Im Hinblick auf eine Verjüngung des Gremiums hat er sich dazu entschlossen, ein Jahr vor Ende seiner dritten Legislatur, also im kommenden Mai, zurückzutreten.

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Urs Schrepfer, Präsident der Schulkommission, berichtete über die Einnahmen, Ausgaben und weiteren Details, der Schule.