Im Jahr 2019 wurden im Kuh-Bat-Gebiet der drei Abfallverbände A-Region – Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB), Abfallregion St.Gallen-Rorschach-Appenzell und KVA Thurgau – rund 860 Tonnen Kunststoffe aus Haushalten gesammelt.  «Dies entspricht einem Mengenwachstum von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr», informiert der ZAB in einer Medienmitteilung. Nun zeigen die Halbjahreszahlen, dass der Mengenzu-wachs weiter anhalte: Im ersten Halbjahr 2020 konnten rund 550 Tonnen Kunststoffe gesammelt werden. Hochgerechnet werde somit im Jahr 2020 eine Menge von über 1000 Tonnen gesammelte Kunststoffe erreicht werden können. «Der Mengenzuwachs liegt bei über 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr», so die ZAB. 

Die Zahlenentwicklung zeige auch, dass das Bedürfnis der Bevölkerung nach wie vor gross ist, Kunststoffe aus Haushalten separat zu sammeln und diese sowohl dem stofflichen Recycling – über 50 Prozent – als auch der thermischen Verwertung zuzuführen. Das KUH-Bag-Gebiet umfasst heute flächendeckend 130 beteiligte Gemeinden mit rund einer halben Million Einwohnern: KUH-Bag von Stein am Rhein bis zum Säntis. «Bezogen auf die ganze Schweiz das grösste Gebiet mit einem einheitlichen Sacksammelsystem und somit einmalig in der Schweiz», heisst es in der Mitteilung weiter. 

Dass die Zahlen bei einheitlichen Kunststoffsammelsystem so rasant steigen ist interessant. Ein Grund, warum hallowil.ch nun eine Leser-Umfrage zum Thema machen möchte. «Nutzen Sie den Kuh-Bag?», will die Redaktion wissen (siehe Umfrage unten).

Gebührenpflichtiger Sammelsack

Bei den gemischten Kunststoffen aus Haushaltungen handelt es sich um einen klassischen Siedlungsabfall, der in den Monopolbereich der Gemeinden fallen – vergleichbar mit anderen Recyclingstoffen wie beispielsweise Altpapier oder Altglas. Während beispielsweise für Glas- oder PET-Flaschen bereits beim Verkauf eine sogenannte vorgezogene Entsorgungsgebühr (VEG) erhoben wird, erfolgt die Finanzierung der gemischten Kunststoffsammlung wie beim Kehricht über eine Sackgebühr. «Mit den Gebühren werden insbesondere die Sammellogistik, die Sortierung, die Zuführung des verwendbaren Materials in die stoffliche Wiederverwertung sowie die thermische Behandlung der nicht verwertbaren Reststoffe und Verschmutzungsanteile finanziert», erklärt der ZAB. Das Sammelgebinde kostet mit zwei Franken für einen 60-Liter-Sack und 1.40 Franken für einen 35-Litersack allerdings etwas weniger als ein Kehrichtsack gleicher Grösse.

Erhältlich ist der KUH-Bag an den meisten üblichen Verkaufsstellen für Kehrichtsäcke. «Anders als beim Kehrichtsack erfolgt die Materialrücknahme jedoch über ein Bringsystem», sagt der ZAB. Wenn der Sammelsack gefüllt ist, kann man ihn an die Sammel- und Rückgabestellen in den beteiligten Gemeinden zurückbringen.

Zertifiziertes Sammelsystem

«Nach dem einheitlichen Standard der Kunststoff-Charta Schweiz und der Methode der Empa nimmt der Kuh-Bag gegenwärtig an der Pilotzertifizierung teil», so der ZAB. Damit sollen jederzeit die Vorgaben für Umwelt und Transparenz gemäss dem vom Verein «Schweizer Plastic Recycler» entwickelten Branchenstandard erfüllt werden. «Mit dem neuen Label der Schweizer Branche der Plastic-Recycler sollen somit Transparenz, Glaubwürdigkeit und die Erhöhung der Qualität als Hauptziele erreicht werden», heisst es weiter. (pd)