Wie für alle anderen Gastronomiebetriebe und Veranstalter in der Region war der Corona-Lockdown für den Kulturbahnhof «Gare de Lion» keine einfache Zeit. Während Wochen erlebte das Wiler Kulturzentrum einen Totalausfall – sowohl in der Veranstaltungsagenda als auch in den Finanzen. Ganze Veranstaltungen mussten storniert, Tickets zurückerstattet und betriebsrelevante Aktivitäten eingestellt werden. «Umso glücklicher sind wir jetzt, dass wir – wenn auch mit strengen Auflagen und im nicht gewohnten Rahmen – wieder starten können», sagt Michael Sarbach, Programmleiter des «Gare de Lion» Um die vorgegebenen Schutzmassnahmen im Kampf gegen das Coronavirus einhalten zu können, mussten sich Sarbach und sein Team genau überlegen, was in ihrem Fall machbar ist. «So ist in den letzten Wochen die Idee zu einer Sommerbar entstanden», erzählt Sarbach. «Bar de Lion» findet ab heute jedes Wochenende von Donnerstag bis Samstag, jeweils von 17 bis 24 Uhr, statt. «Aber nur bei trockenem Wetter», betont Sarbach. Denn das «Gare de Lion» veranstaltet die Sommerbar nur unter freiem Himmel. «Für uns ist es schwierig die vorgegeben Schutzmassnahmen und -regeln drinnen komplett korrekt einzuhalten», erklärt Sarbach. Deshalb habe man sich für einen Barbetrieb draussen entschieden. 

 
(Video Magdalena Ceak)

Playlist statt Live-Auftritte

Für die Mitarbeiter des Wiler Kulturbahnhof wird es trotz Lockerungen und der Wiedereröffnung keine einfache Zeit. Da noch das Veranstaltungsverbot herrscht, dürfen weder DJ für die «Bar de Lion» auflegen, noch dürfen einzelne Sänger auf der Bühne auftreten. Nach Angaben von Programmleiter Sarbach wird eine Playlist abgespielt. Da werde eine etwas andere Atmosphäre herrschen. «Vielleicht sieht die Situation in ein paar Wochen anders aus und es kommt zu weiteren Lockerungen», hofft er. Einfach werde es für die Mitarbeiter und Kerativköpfe des «Gare de Lion» auch nicht, weil sie während des Barbetriebs auch die Einhaltung der Schutzmassnahmen kontrollieren müssten. «Es wird auch nicht immer lustig sein, die Gäste auf die Regeln aufmerksam zu machen», sagt Sarbach, «niemand will den Polizisten spielen.» Aber es sei wichtig, dass sich die Leute an die Mindestabstände von zwei Metern halten. Oder, dass an einer Sitzlounge höchstens vier Personen sitzen dürfen. «Wir müssen darauf achten, dass die Gäste nicht aufstehen und herumlaufen», erklärt er. Das werde eine Herausforderung. Um alle Schutzregeln einhalten zu können, dürfen sich höchstens 50 Personen auf einmal in der Bar aufhalten. Sollte das Interesse an der Outdoor-Bar besonders hoch sein, wurde bereits ein Tool für Reservierungen vorbereitet. «Dieses würde dann zum Einsatz kommen.»