2018 hat sich der Stadtrat für ein kombiniertes Schutzmodell entschieden: Die Schutzverordnungen Wil und Bronschhofen aus den Jahren 1992 beziehungsweise 1994 wurden zusammengeführt und auf den neuesten Stand gebracht.  

Zu den bisherigen 190 sollen neu rund 140 weitere Bau- und Naturdenkmäler auf die Liste kommen. Zusätzlich gibt es neu ein Schutzinventar mit 90 Objekten, die bisher nicht geschützt waren, aber "vermutlich schützenswert" sind. Will heissen: Befindet sich eine Immobilie im Schutzinventar, wird bei einem Baugesuch gleichzeitig auch die Schutzvermutung geprüft. Bestätigt sich die Schutzwürdigkeit nicht, wird das Haus aus dem Schutzinventar entlassen. 

Die Planungsinstrumente mit insgesamt 420 Objekten überzeugen Stadtpräsident Hans Mäder: «Die Inventarisierung berücksichtigt die öffentlichen Schutzinteressen und die privaten Anliegen der Grundeigentümer ausgewogen, so wie es das Gesetz vorsieht». Zusätzlich zu den Schutzinstrumenten führt die Stadt ein Beitragsreglement ein. Es regelt die städtischen Beiträge an den Erhalt und die Pflege von Schutzobjekten, die von kommunaler Bedeutung sind.

Information, Erklärfilm und Zugang zur E-Mitwirkung

Für die Stadt Wil ist es eine Premiere, dass die Bevölkerung an einem Vorhaben digital mitwirkt. Stadträtin Ursula Egli, Vorsteherin des Departements Bau, Umwelt und Verkehr, sieht darin einen grossen Nutzen: «Die E-Mitwirkung ist effizient und sicher. Wer mitmacht, leistet auf eine einfache Art einen wertvollen Beitrag an die Zukunft unserer lebenswerten Stadt.» 

Ab heute und bis am 27. Juni können sich Grundeigentümerinnen und auch alle anderen Einwohner zu den einzelnen Objektblättern, zu den Planungsinstrumenten oder allgemein zum Vorgehen über eine Webseite der Stadt äussern. Mäder meint an der Pressekonferenz dazu: "Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhöhen die Planungssicherheit. So kann die breite Stimmung gut erfasst werden." Gut sei auch, dass künftig klar ist, was bei einer Baugesuchseinreichung gilt. "Das Leben wird für alle leichter", ist der Stadtpräsident überzeugt. "Zudem", versichert Mäder, "erhalten alle Antragsteller eine Rückmeldung vom Stadtrat." Wer allerdings seine Eingaben nicht online machen will oder kann, habe auch weiterhin die Möglichkeit, sein Anliegen auf dem herkömmlichen Weg anzubringen.

Ein Tipp von Stadtplanerin Beatrice Aebi: "Besteht für ein Objekt eine Schutzvermutung, mit der man nicht einverstanden ist, dann soll man sich besser jetzt wehren. Nachher könnte es komplizierter werden." Denn: Für alle Objekte, die nicht im Inventar sind, gilt eine Rechtssicherheit. In Wil sind gerademal 7.5 Prozent aller Gebäude geschützt oder inventarisiert. "Im Vergleich zu anderen Städten ist das relativ wenig", meinte Aebi.