Stadtpräsidentin Susanne Hartmann ist sichtlich erfreut über das grosse Interesse der Zuschauer, sind doch die Ränge der Tonhalle voll besetzt. Schon seit 1985 werden in Wil Kulturpreise verliehen, und nie hätte die Kulturkommission Probleme in der Auswahl gehabt. Sie hebt hervor, dass die Wiler Kulturschaffenden vielfältig talentiert seien und so das Leben in der Stadt Wil bereichern und berühren.

Scharfzüngige Schnitzelbänke– Tüüfelsbrünzler Wil

Urs Heuberger hat die Ehre die Laudatio für die Verleihung des Förderpreises im Wert von Fr. 3'000.- zu halten. Benjamin Heutschi, Gabriel Dahinden und Samuel Rüegg, die Drei, die jeweils am «Gümpeli-Mittwoch» mit ihren scharfzüngigen Versen unterwegs sind danken für den Förderpreis. Insbesondere danken sie der Stadt Wil, dem Parlament, den Politikern und auch den Journalisten, die ihnen während des ganzen Jahres genug «Futter» für die Verse liefern, die traditionsgemäss mit dem Ausruf "Brunz, Brunz, Brunz" aufhören.


Konzerte und Kultur

Die Preisträger des Anerkennungspreises im Wert von je Fr. 5'000.- sind etablierte Vereine in Wil, die schon seit Jahren am «kultuschaffen» sind.

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Der Vorstand vom Verein Kulturzentrum Wil arbeitet mit Herzblut im Gare de Lion, und freuen sich entsprechend über den Anerkennungspreis.

Es sind nicht die Stars von der Vox-Sendung «die Höhle der Löwen», nein es sind die Kultur-Löwen im und um den Verein Kulturzentrum Wil. Claudio Büchel würdigt die fünf Vorstandsmitglieder für ihre immense Arbeit, die sie in der ehemaligen Remise, eben im «Gare de Lion» leisten. Wil profitiert von einem abwechslungsreichen Konzert- und Kulturprogramm, das auch einem Besucher aus einer pulsierenden Weltstadt gefallen würde. Matthias Löpfe und Michael Sarbach zeigten sich erfreut über den Preis, wiesen aber gleich darauf hin, dass nicht nur der Vorstand Anteil an diesem Preis hat, sondern zahlreiche weitere Helfer, die im Hintergrund ebenfalls ehrenamtlich arbeiten.


Kleinkunst am Gleis

Der zweite Emfpänger des Anerkennungspreises 2018 ist das «Theater am Gleis». Im Haus an der Churfirstenstrasse machen es Michael Fischer und seine Kolleginnen und Kollegen möglich, dass Kleinkunst in Wil seinen festen Platz hat. Andrea Schulthess mit der spitzzüngigen Frau Kröte hält die Laudatio. 2007 wurde die ehemalige Schreinerei zur Kultur-Werkstatt ausgebaut und seither trifft man sich dort um Theater, Clownerie, Gesang und vieles mehr zu geniessen.


Singen mit Kindern

Laudator Urs Bachmann ehemaliger Kirchenrat von Wil freut es sehr, die Chöre der Singbox Wil zu ehren. Unter grosser Anstrengung haben im 2007 Kirchenmusiker Thomas Halter und Markus Leimgruber die Singbox gegründet, und startete mit sieben Kindern. Nach Jahren beharrlicher Öffentlichkeitsarbeit an den Schulen ist die Singbox stetig gewachsen und zählt heute über 60 Sängerinnen und Sänger zwischen 4 und 19 Jahren. Markus Leimgruber ist stolz darauf, dass aus der Anfängerzeit immer noch drei Mitglieder dabei sind, und seine Launen immer noch nicht satthaben, meinte er lachend. Den Kindern wird nicht nur das Singen im Chor ermöglicht, sondern sie erhalten auch Theorie und Stimmbildung vermittelt. Konzerte in Wil und in Luzern mit dem Kammerchor Wil zum Gedenken an Paul Huber bestätigt die sehr gute Arbeit von Markus Leimgruber und seinen Helferinnen und Helfern. Unter anderem mit einem 5-Stimmigen Werk von Paul Huber zeigte der Chor in der Tonhalle sein Können.

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Die Singbox ist unterteilt in verschiedene Chöre. Stellvertretend sind der Jugendchor 1 und 2 an der Verleihung anwesend und erfreuen das Publikum mit Gesang von Klassik bis Pop.


Schöpferischer Aufenthalt im Tessin

Dank des Wiler Künstlers Eduard Bick (1883-1947) gibt es seit 1959 Künstlerresidenzen im Tessin. Sein Wohn- und Atelierhaus in Sant‘Abbondio und ein Teil des Vermögens seiner Frau Angelika Bick bildeten die Basis der Stiftung Eduard Bick. Die Stadt Wil vergibt jährlich zwischen Januar und Juni einen Aufenthalt von vier Wochen als Stipendium in einem der drei Bick-Häuser. Zum kostenlosen Aufenthalt kommen 1000 Franken Taschengeld hinzu. Werner Widmer, in Wil geboren, lebt und arbeitet in Eschlikon und stellte 2018 in der Kunsthalle Wil seine Werke aus. Hildegard Elisabeth Keller, die letztjährige Trägerin des Preises sollte die Laudatio halten, musste aber leider wegen eines anderen Termins absagen. Sie hinterlässt aber ihre Würdigung schriftlich und wünscht Werner Widmer einen schöpferisch wertvollen Aufenthalt in Abbondio.

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Werner Widmer hielt die kürzeste Rede an diesem Abend! Dankt für den Preis und endet mit dem dreifachen "Zucker, Zucker, Zucker", dies als Hinweis auf eine seiner Ausstellungen.

Im Anschluss an die Preisverleihungen fand im Untergeschoss der Tonhalle ein Apéro statt. Bei Häppchen und einem Gläschen Wein fanden sich die Kulturschaffenden und Kulturinteressierten zum angeregten Plaudern zusammen.