Ratlosigkeit kann in gewissem Sinn auch wörtlich genommen werden. Das Traktandum Wahlen endete ergebnislos. Für das an der Versammlung spontan zurücktretende Ratsmitglied Daniela Biteznik fand sich ebenso kein Ersatz, wie für Hansruedi Knellwolf, der sein Engagement bereits im Sommer 2020 beendet hatte. Sechs Jahre hatten beide in der Kirchenvorsteherschaft mitgewirkt. Weder die intensive Suche  durch den Präsidenten, noch sein Aufruf an der Versammlung hatten Erfolg. Ohne Ergebnis blieb auch der Appell, sich anstelle des portierten Lars Heynen für die Synode zur Verfügung zu stellen.

Mobbing in Abrede gestellt

Dass ein Interesse bestand, von Seiten des Pfarrers oder der Kirchenvorsteherschaft etwas über die Hintergründe der Kündigung zu erfahren, war offensichtlich. Von einer Versammlungsteilnehmerin wurden verschiedene Kündigungen durch die Kirchenvorsteherschaft und Kirchenaustritte angesprochen und der Vorwurf des Mobbings in den Raum gestellt. Diesem Vorwurf widersprachen aber sowohl Pfarrer Heynen als auch Mitglieder der Kirchenvorsteherschaft. Lars Heynen lobte die gute Zusammenarbeit mit seinem Amtskollegen Christoph Baumann und beteuerte, dass ihm die Arbeit in der Kirchgemeinde Freude mache. Als Familie hätten sie geplant, mindestens bis zum Abschluss der Schulzeit der beiden Kinder in Uzwil zu bleiben. Es habe aber an verschiedenen Stellen gewisse Reibungspunkte gegeben. Weil diese signifikant wichtig gewesen seien und sich sein Gesundheitszustand verschlechtert habe, sei ihm nur noch die Kündigung übriggeblieben. In dieser Situation sei ihm die Möglichkeit angeboten worden, eine attraktive Stelle in Romanshorn anzutreten.

«Wir müssen es besser machen»

Mit Bestürzung und Trauer habe er den Rücktritt von Pfarrer Heynen entgegengenommen, sagte Präsident Valentin Arnold. Er nannte als Kündigungsgrund unterschiedliche Vorstellungen in der Zusammenarbeit. Roman Ferro, Mitglied der Vorsteherschaft, erwähnte die neu eingeführten Behördensitzungen. Dort treffen sich die Ressortverantwortlichen der Vorsteherschaft ohne die Pfarrer. Mit diesem Vorgehen sind offenbar beide Pfarrer nicht glücklich. Ohne weitere Beispiele von Unstimmigkeiten zu nennen, rief Arnold zu einem pfleglichen Umgang untereinander auf. Er versicherte: «Wir schaffen an uns.»

Kirchenmusik bleibt ein Thema

Zwar ist der Antrag, die Musikrichtungen der traditionellen und populären Musik in den Gottesdiensten in einem ausreichenden Masse zu berücksichtigen, angenommen worden. Dem Präsidenten des Kirchenchores aber war der Begriff ausreichend zu schwammig. Er bat die Vorsteherschaft, die Anteile in Prozenten anzugeben. Ausserdem wurde der Wunsch geäussert, die Orgel solle in Gottesdiensten häufiger zum Einsatz kommen.

Innenraum der Kirche wird gereinigt

Die Rechnung mit einem Überschuss von 186'000 Franken und das Budget, das bei einem Steuerfuss von 25 Prozent mit einem Fehlbetrag von 12'000 Franken rechnet, wurden diskussionslos genehmigt. Aus dem Überschuss von 2020 werden 60'000 Franken für die Reinigung des Innenraumes der Kirche und 35'000 Franken für die technischen Anlagen, welche für Internetübertragungen nötig sind, verwendet.