In der Galerie zur Alten Bank in Niederuzwil stellen zwei Künstlerinnen unterschiedlicher Arbeitsweise ihre Werke vor. Die Uzwiler Keramik-Schaffende, Hildegard Knecht, zeigt ihr ausgezeichnetes Flair für die Gestaltung menschlicher Figuren. Die gebürtige Uzwilerin, Angela Pinelli, heute in heute in Jeggenstorf wohnend, stellt ihre Acryl-Malereien vor, welche in verschiedenen Ausprägungen erscheinen. Die Laudatio für Hildegard Knecht hielt Pius Oberholzer, aus Weieren, Zuzwil. Die Würdigung der Werke von Angela Pinelli hatte Gallus Kempter aus Oberbüren übernommen. Professionelle musikalische Umrahmung der Vernissage bot Nadine Hörler-Rent auf ihrer Querflöte.Die Uzwiler Galerie zur Alten Bank öffnete am Samstag ihre Türe zwei Künstlerinnen, um deren Kunstwerke während drei Wochen einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Ob dem grossen Publikumszustrom wurde es an der Vernissage vom Samstag bald einmal eng in der Galerie, was den Bekanntheitsgrad der Künstlerinnen erahnen liess. Gemeinderätin Dora Hadorn gab sich in ihrer Begrüssung überrascht von der Qualität der Werke der beiden Künstlerinnen.

Keramikschaffen erfordert Geduld und Konzentration
Die Skulpturen in Keramik von Hildegard Knecht stehen zumeist mit menschlichen Figuren in verschiedenen Haltungen in Verbindung. Der Aufbau einer Gruppe fordert überaus viel Geduld und Konzentration, wie Hildegard Knecht im Gespräch erklärt. Figur um Figur müsse nach der Ausgestaltung bei passender Härte des Tons gebrannt werden. Die Glasur für die Bemalung habe sie selber entwickelt.

In seiner Laudatio lobte Pius Oberholzer die wirklichkeitsnahe Gestaltung der Figuren. Die professionell wirkenden Arbeiten habe Hildegard in zahlreichen Weiterbildungen erreicht, unterdessen auch als Kursleiterin tätig. Es sei deshalb nicht verwunderlich, dass ihre Werke bereits in vielen Häusern und Gartenanlagen eine Platz gefunden haben. Die Ideen für neue Werke findet Hildegard im Wandern in der freien Natur. Aber auch einmal in schlaflosen Stunden in der Nacht erreiche sie die erlösende Idee.

Kunst aus dem Glashaus
Die Acryl-Künstlerin Angela Pinelli und Gallus Kempter, der die Laudatio hielt, kennen sich schon aus Schulzeiten. Als Schülerin bei Kempter im Unterricht in früheren Jahren, hatte er bereits vor 11 Jahren Gelegenheit zur Vorstellung ihrer Werke. In diesen 11 Jahren habe sich vieles verändert, so auch die Heirat und unterdessen Mutter zweier Kinder. Aber auch künstlerisch habe sie zugelegt mit dem Aufbau eines Ateliers in einem Glashaus, zusammen mit weiteren Künstlern. Damit habe sie ihren Traum vor 11 Jahren in die Tat umsetzen können, nun als frei schaffende Künstlerin tätig zu sein und Malkurse durchführen zu können.

Wohl-Fühl-Malen stehe bei Angela im Vordergrund, um die Menschen etwas aus ihrem Stress lösen zu können. Ihr Kunstschaffen wolle nicht provozieren. Ihre Bilder widerspiegelten ihre Visionen, einfach was gefalle. Ihrer Mischtechnik sei sie weitgehend treu geblieben, mit einfachen Mitteln zu arbeiten. Zu den gewohnten Acrylfarben, Ölpastellen, Kohle und Sand seien neu auch Teer und Beton oder Zement hinzugekommen. Sie habe sich sozusagen den Beruf des Strassenbauers zum Kunstberuf gemacht. Abschliessend zitierte Kempter einen Künstlerkollegen von Pinelli: „Lebenskunst ist Ausgleich zwischen Muss und Musse“.

Mit musikalischen Einlagen seitens Nadine Hörler schloss die Vernissage ab. Zum angebotenen Apéro-Imbiss bot sich dem Publikum Gelegenheit zum Austausch und der Betrachtung und eigener Interpretation der Werke.

Öffnungszeiten
Donnerstag: 18.00 - 20.00 Uhr
Samstag: 10.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr
Sonntag: 14.00 - 17.00 Uhr

Wann die Künstlerinnen anwesend sind, sehen Sie auf der Homepage www.galeriezuraltenbank.ch. Die Ausstellung endet mit der Finissage vom 12. November von 14 bis 17 Uhr.

Eine Uzwiler Galerie auch für die Zukunft erhalten
Im Zusammenhang mit dem Bezug des neuen Gemeindehauses in Uzwil, will der Gemeinderat nicht mehr benötigte Gebäude veräussern. Dazu gehört auch das Gebäude der Galerie zur Alten Bank, wo im oberen Stockwerk der Sozialdienst noch einquartiert ist, aber im Dezember ebenfalls in den Neubau umzieht.

Gemeinderätin Dora Hadorn, für den Kulturbereich zuständig, weiss den Standort allerdings noch bis Ende 2018 gesichert. Sie erhofft sich, mit dem neuen Besitzer ein Mietverhältnis eingehen zu können, das den finanziellen Möglichkeiten entspricht. Wünschenswert wäre auch, eine etwas grössere und besser zugängliche Räumlichkeit zu finden, um dem öfters grösseren Publikumszustrom genügen zu können. Sie seien von der Galerie-Kommission zuversichtlich, eine gute Lösung finden zu können, um der Gemeinde die Galerie auch für die Zukunft sichern zu können.