Rund zwei Dutzend Besucher sind an der Vernissage zugegen. Der 1964 in Zürich geborene Künstler Bruno Streich ist Dipl. Ing ETH für Luft- und Raumfahrt. Bruno Streichs Arbeiten basieren auf dem Fachwissen über Raumfahrt und Leichtbau. Er kreiert skulpturale Reduktionen in einer Zwischenwelt zwischen Form und Funktion. Seite Arbeiten entstehen im eigenen Atelier in Freienstein. Zu hallowil.ch sagt er, dass er im Vergleich zu vielen anderen Zürcher Künstlern, die kleinere Ateliers haben, seine Leidenschaft mit grossen Objekten ausleben kann, da sein Atelier sehr gross ist.

Gabrielle Obrist und Claudia Reeb, die beiden Kuratorinnen der Kunsthalle haben den Künstler auf seine Einladung hin im Atelier besucht und waren begeistert von seinen Werken. Der erste Kontakt war vor zwei Jahren und mit dem heutigen Datum ist die Ausstellung wahr geworden.

2012 hatte Streich seine erste Ausstellung mit «satellites». Seine Werke nennt er «s», in der Kunsthalle Wil zeigt er sein neuestes Werk das «s24», welches der Ausstellung auch den Titel gibt. Die raumfüllende Skulptur im Erdgeschoss ist ein 1:1 Modell vom obersten Teil der Saturn V-Rakete. Mittels Handskizzen brachte Bruno Streich die Idee erst auf Papier, dann mit CAD in 3-D auf dem Computer quasi in den Raum hineinkonstruiert.

Leichtbau-Struktur in realer Dimension

Die Objekte sind alle in Leichtbauweise entstanden. Die eigentlich untypischen Materialien wie Sperrholz, Pavatex, Polyurethan und Bootslack lassen die Skulpturen gross, aber doch leicht erscheinen. Für den Ausstellungsbesucher ist es eine eindrückliche Begegnung mit der Geschichte und wer genau hinhört, merkt, dass aus dem Inneren heraus Originaltondokumente aus dem Jahr 1969 tönen. Das bringt eine Ausstellungsbesucherin auf die Idee, dass diese Kapsel ein Resonanzkörper sei, ja fast als «Holzinstrument» gelten könnte. Bruno Streich bestätigt dies und erklärt, dass die Tondokumente mittels Theremin-Technik (berührungsfreies Spielen von Musik) ausgelöst werden.

Auf der Galerie sind weitere drei Objekte ausgestellt, unter anderem auch das «s1», das Lunar Module. Bruno Streich wird am Mittwoch, 17. April ab 19 Uhr für das Künstlergespräch in der Kunsthalle Wil anwesend sein.

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Publikum und Künstler im Gespräch.Das raumfüllende Objekt interessiert das Vernissage-Publikum sehr.