Maria Ceppis Installation «Chute d’eau» nimmt buchstäblich den ganzen Raum ein: Vom Obergeschoss her fallen weisse Kunststoffschläuche und schotenartige Ballone hinunter ins Parterre und ergiessen sich in einer starren Form auf den Boden. Dass der Kunststoff weiss ist, ist kein Zufall. Denn er symbolisiert das kalte Gletscherwasser aus Ceppis Heimat. Interessant ist, dass Ceppi bei diesem Werk mit den (Seh-)Empfindungen der Betrachter spielt. Denn der Kunststoff, der hier in mühevoller Kleinarbeit während zwei Woche verlegt wurde, ist keineswegs künstlich, sondern ist aus einem Schmetterlingsblütengewächs, dem Blasenstrauch, gewonnen. «Ich nehme somit gleich zweifach Bezug auf unser Ökosystem», erklärt Ceppi, «man kann es wohl künstlich nachbilden, nicht aber ersetzen, denn wir haben nur eine Erde.»

Ganz am Anfang, kurz bevor die Kuratorinnen ihre Laudatio hielten, kehrte kurz Ruhe in der Kunsthalle ein. In diesem Moment waren auch Maschinengeräusche von den Pumpen zu hören. Und das Geräusch gehört ganz bewusst zur Installation, denn es soll deutlich machen, dass Maschinelles immer artifiziell bleibt – so gekonnt es auch gestaltet sein möge. Es würde sich wohl also demnächst wohl noch einmal lohnen, in Ruhe die Kunsthalle, abseits des üblichen Vernissagentrubels aufzusuchen, um die Installation wirklich umfassend auf sich wirken zu lassen.

Weiterhin gemeinsam unterwegs

Claudia Reeb freute sich, dass so viele Leute an die letzte Ausstellung gekommen waren, denn «mit Maria Ceppi haben wir eine fantastische Künstlerin, die so eine Aufmerksamkeit auch verdient hat». Sie selbst verschwände zwar demnächst nach «wunderbaren Jahren, voll mit vielen Freiheiten und spannenden Projekten» aus der Kunsthalle, doch geschehe das «ganz entspannt» und im Wissen, dass «Gabrielle und ich sicherlich auch in Zukunft Kunstprojekte miteinander realisieren werden. Zumindest beabsichtigen wir das». Auch Gabrielle Obrist blickt «auf zehn sehr erfüllende Jahre zurück». Vor allem die Tatsache, dass sie und Reeb in der Kunsthalle ganz nach ihrem eigenen, anspruchsvollen Gusto wirken konnten, sei «ein Geschenk» gewesen.