Beim Besuch der Ausstellung fällt als erster Eindruck die ausgeprägte Farbigkeit der Werke auf. Im Kontrast mit dem eher dunklen Holztönen des Bar-Interieurs wirken die Farben der Bilder besonders intensiv.

Ein Blickfang ist die Hommage an Sophia Loren von Felicitas Zehnder Grundler. Nicht nur sie hat sich eine Ikone des Kinos als Sujet ausgewählt, auch Charlie Chaplin, James Bond, Marylin Monroe begegnet man in künstlerischer Umsetzung. 

Der Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein, der sich einen unrühmlichen Namen als Sexualstraftäter geschaffen hat, ist ebenfalls präsent – in Form einer Skulptur mit einem Wildschweinkopf.

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Ein Filmproduzent aus Hollywood, der als Triebtäter im Gefängnis landete. 

Kreative Vielfalt

Einige Kunstschaffenden haben installationsartige Objekte ausgestellt, andere spielen mit Materialassemblagen. Manche Bilder wurden mit wuchtiger Pinselführung geschaffen, sie wirken plakativ.

Andere erscheinen in ihrem Ausdruck eher zurückhaltend, das Bildmotiv wurde angedeutet, und nicht als Blickfang in den Vordergrund gerückt. Diese stilistischen Unterschiede machen einen besonderen Reiz der Ausstellung aus.

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Die intensive Farbigkeit verschiedener Werke sticht ins Auge. 

Der zweite spezielle Reiz sind die Variationen über dasselbe Thema: Kino. Es hat die Kunstkreis-Kunstschaffenden zu sehr unterschiedliche Bildmotiven angeregt. Offenkundig wirken Hollywood und sein Glamour sehr inspirierend.

Unsere Empfehlung:

Einige Werke erschliessen sich den Betrachtenden nicht auf den ersten Blick. Für den Besuch sollte man genügend Zeit einplanen und sich geduldig auf die verschiedenen Ausstellungsobjekte einlassen, dann hat man mehr von der kreativen Präsentation.    

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Sophia Loren als Ikone der Filmgeschichte. 


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Kunstkreis Wil: Inspiration durch Hollywood (27. April)

Es begann vor vielen Jahren mit einem Kurs an der Volkshochschule Wil, den der polnisch-schweizerische Kunstprofessor Jan January Janczak gab. Aus diesen Anfängen entwickelte sich eine Gemeinschaft von Kunstschaffenden aus der Region Wil, die bis heute besteht. Werke von Mitgliedern werden im Rahmen der Kulturbühne 2021 in den Räumen des Cinewil zu sehen sein. Die aktuelle Präsidentin Ruth Wolgensinger gewährt einen Einblick ins Vereinsleben. 

Wie und wann ist der Kunstkreis Wil entstanden?

Wie eine Reise aus unzähligen Schritten besteht, oder sich eine Geschichte aus vielen Worten zusammensetzt, so ist auch der Werdegang des Kunstkreises Wil ein langer Prozess. Einer, der im Jahre 1985 begann, aber noch lange nicht zu Ende ist. Einfach deshalb, weil der Kunstkreis auch nach Jahrzehnten des Bestehens, nicht in kreativtötender Routine erstarrt ist, sondern sowohl nach innen wie auch nach aussen frisch und lebendig wirkt. Das ist zum einen dem bewusst auf künstlerische Qualität abzielenden Schaffen, als auch der Beschränkung auf wenige, aber aussagekräftige Ausstellungen zu verdanken. Denn was einst an der Volkshochschule Wil unter dem Wiler Kunstmalers Jan Janczak (*1938) als loser Zusammenschluss von begeisterten Freizeitmalerinnen und -malern erste, zarte künstlerische Blüten trieb, mündete nicht nur im Vereinsstatus, sondern – was viel wichtiger ist – in einer regional fest verankerten Kulturinstitution.

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Eine  künstlerische Arbeit von Ruth Wolgensinger

Welche Ziele verfolgt der Kunstkreis?

Der Kunstkreis ist weit mehr als «nur» ein geglückter Zusammenschluss von Kunstschaffenden die gemeinsam ausstellen. Ebenso organisiert er Malwochen, Ausflüge zu Kunstausstellungen sowie Workshops mit befreundeten Künstlern. Geselliges Beisammensein und das gemeinsame Malen im Mal-Lokal runden das Angebot ab. Selbstredend unterstützen sich die Mitglieder auch untereinander in offenen Diskussionen und konstruktiver Kritik in ihrer Arbeit. Und immer wieder sind sie auch stolz auf jene «Mitglieder», denen es gelingt, an Einzelausstellungen beachtliche Erfolge zu erzielen.

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Anne Hadorn nennt ihr Werk KuhBaum. 

Wie viele Kunstschaffende gehören ihm an?

Der Kunstkreis Wil besteht aus über 30 aktiven Künstler und Künstlerinnen aus der Region Wil. Tatsächlich haben es viele Mitglieder im «Kunstkreis» zu einer beachtlichen künstlerischen Eigenständigkeit gebracht. Diese zeigt sich auch in den alle zwei bis drei Jahren stattfindenden Ausstellungen, an denen sich die Kunstschaffenden mit einem Thema auseinandersetzen. Die Themen sind geschickt gewählt, denn sie lassen den «Kunstkreislern» viel Freiraum, den sie zu nutzen wissen. Doch geschieht das immer so, dass sich ein «roter Faden» durch das Gezeigte zieht; ganz egal, ob es sich dabei nun um Bilder, Skulpturen, Objekte oder Installationen handelt.

Gibt es Aufnahmekriterien oder steht er jeder Person offen?

Die Mitgliedschaft steht jedem Kunstschaffenden offen. Nach einigen Schnupperwochen kann man sich um die Mitgliedschaft bewerben und wird an der nächsten GV aufgenommen.

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Ein Werk von Setsuko Strasser 

Weshalb sollte man während der Kulturbühne 2021 die Kunstkreis-Ausstellung im Cinewil besuchen?

Wer sich die Zeit nimmt, und dem künstlerischen Wirken dieser Gruppe Beachtung schenkt, der erlebt eine harmonische Vielfalt im Schaffen, welche jedoch nie banal-beliebig wirkt. Es ist ein wahrhaft facettenreiches Wirken, das einem hier entgegentritt. Ja, fast jedem, der den Kunstkreis Wil kennen lernt, dürfte es ähnlich ergehen: man staunt über die künstlerische Qualität.