Dass die Versammlung in der katholischen Kirche länger dauern könnte, davon musste anhand der Traktanden ausgegangen werden. Und so kam es auch, man näherte sich der dreistunden Versammlungsdauer. Längere Diskussionen ergaben sich betreffend Verkauf und Baurecht Landparzelle De Boni. Darauf würde die evangelische Kirchbehörde gerne ein neues Zentrum erbauen. Sie waren es demnach auch, die mit diesem Vorhaben an die katholische Kirchbehörde getreten ist. Ursula Fust betonte diese Begebenheit mehrere Male, weil bei einigen Katholiken Unverständnis aufkommt, wenn sie an eine mögliche Überbauung des De Boni Landes denken. «Warum muss immer alles verbaut werden, ich verstehe das nicht», war etwa die Aussage eines Votanten und Gegners der Abtretung im Baurecht. Ein weiterer meinte, dass es unter anderem im Alterszentrum Bussnang genügend Räumlichkeiten hat, man soll doch diese nutzen. Diesen Meinungen entgegnete Stefanie Stuckert, Präsidentin der evangelischen Kirchgemeinde Bussnang-Leutmerken, wie folgt. «Wir bieten ein immer grösseres Angebot für unterschiedlichste Gruppen an, das verlangt nach mehr Raum. Ganz wichtig ist dabei, dass es in Gehdistanz ist und Stand jetzt, haben wir keinen Ort für Treffpunkte bei uns. Zudem können die Katholiken die Räume natürlich mitbenutzen.» Den erstgenannten Votant stellen diese Bemerkungen nicht zufrieden, «einfach immer alles verbauen, das kann es nicht sein.» Es gibt aber auch Stimmbürger, die diese Landabgabe im Baurecht gutheissen. «Wir sollten die Ökumene vorleben und an das Gesamte denken, es entsteht eine win-win-Situation.» Ehe darüber abgestimmt wurde erinnert zudem Ursula Fust, dass das Land im Besitz der Katholiken bleibt. «Der Boden gehört weiterhin uns, nur das Gebäude nicht.» Die Abstimmung ergibt dann unter den 27 anwesenden Stimmbürgern (total zählt Katholisch Bussnang deren 378), ein klares Resultat. 19 Stimmbürger stimmten dem Antrag der Behörde zu, acht waren dagegen. Ab jetzt liegt also der Ball bei den Evangelen, diese werden auch darüber abstimmen, während die Katholische Kirchbehörde den Auftrag erfasst, ein Baurechtsvertrag auszuarbeiten.

Ertragsüberschuss und gleichbleibender Steuerfuss

Die Jahresrechnung 2020 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 91'391 Franken, kein Wunder, wird dieser positive Abschluss einstimmig genehmigt. Zudem belässt der Souverän den Steuerfuss auch im kommenden Jahr auf 19 Prozent. Wie die weitere Planung betreffend einer 5G Antenne auf dem Kirchturm weitergeht steht noch offen, zumindest wurde durch eine Fachperson (Jakob Meier, Swisscom-Vertreter) über den neusten Stand und einigen Details über diesen Mobilfunkstandort informiert.

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Pfarrer Marcel Ruepp und Kirchenpräsidentin Ursula Fust sprechen zum Thema Glockengeläut in Bussnang.

Schon seit Längerem stören sich einige Einwohner an der Läuteordnung beider Kirchglocken. Den beiden Kirchgemeinden wurde im vergangenen März eine Petition mit 80 Unterschriften übergeben. Nun trat die Behörde mit dem Antrag an den Souverän, jeden Morgen um 06:30 Uhr und jeden Mittag um 12:00 Uhr das Glockengeläut entfallen zu lassen. Ein Anwesender findet dies eine schlechte Entwicklung. «Immer mehr Schweizer Traditionen verschwinden, eine besorgniserregende Tatsache», sagt er. Trotzdem wird der Antrag mit 13 Stimmen (bei acht Nein-Stimmen) angenommen; somit wird es ruhiger in Bussnang, zumindest was das Glockengeläut betrifft. Ein zweiter Antrag wurde jedoch mit neun Nein-Stimmen abgelehnt. In diesem wollten insbesondere Pfarrer Marcel Ruepp und die katholische Kirchbehörde, dass auch das Einläuten am Samstagabend entfällt, sprich, dass nur noch die evangelische Kirche einläutet.

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Roman Meyenberger, Rechnungsführer der Katholischen Kirchgemeinde Bussnang, erläutert den 27 Stimmberechtigten die Jahresrechnung 2020 die mit einem Gewinn von über 91'000 Franken schliesst.