Der ökumenische Gottesdienst zum Suppentag in Züberwangen erhielt mit dem Auftritt des Integrationschors eine ganz neue Prägung. Den Unterschied machte nicht der Gebetsteil, sondern die Reaktionen der Gottesdienstbesucher zum Ablauf aus. Die Regenbogenfarben empfingen die Besucher schon beim Eintritt in das Gotteshaus. Farbig in der Herkunft wie im Auftritt zeigte sich die Gesangsgruppe des Wiler Integrationschors. Fast wie schon immer so gewohnt, war Applaudieren nach jedem Gesangsauftritt angesagt. Das Gottesdienstthema mit Blick auf einstige und aktuelle Pioniere wie Noah mit dem Bau der Arche, passte gut dazu, pionierhaft nach neuen Ideen der Gestaltung Ausschau zu halten. Das Wagnis vom Sonntag in Züberwangen könnte wie bei Noah Land in Sicht zeigen für neue Formen der Gottesdienstgestaltung.Mit einem Song von Mani Matter startete der Gottesdienst, was schon einmal für Aufhorchen sorgte, wie es wohl weiter gehen wird. Der Pfarreibeauftragte der Kath. Pfarrei Zuzwil, Rolf Tihanyi und Pfarrerin Greet Egli gestalteten den Gebetsteil. Unter der Begleitung von Walter Gysel am Keyboard trat eine Gesangsgruppe teils afrikanischer Herkunft auf. Mit ihren Gesängen begeisterten sie die Anwesenden, was den Applaus wie logisch heraus forderte.

Gottes Liebe ist farbig
Pfarrerin Greet Egli nahm in einem ersten Gedanken Bezug zu den Regenbogenfarben, wie sie auch das Gotteshaus schmückten. Gottes Liebe, zeige sich gleichfalls farbig. Gleich wie es aller Farben für einen Regenbogen bedarf, bedürfe es unser aller Einsatz, um die Welt in ihrer Schönheit zu bewahren. Gott brauche uns alle in unserer persönlichen Farbe.

War Noah ein Spinner oder Pionier?
Pfarreibeauftragter Rolf Tihanyi nahm die biblische Geschichte von Noah auf, der mit seiner Idee, dem Bau einer Arche, wohl vorerst als Spinner gegolten habe. Der Verlauf mit der Rettung von Menschen und Tieren vor der Sintflut habe aber bewiesen, dass er seiner Zeit voraus war, geradezu pionierhaft vorgegangen sei. Pioniere sind nach Tihanyi auch unter uns, wie das Beispiel des Niederhelfenschwiler Arztes Sales Huber mit seinem erfolgreichen Spitalbau in Tansania zeigt.

Pioniere müssten vielmals viel Ausdauer und einen langen Schnauf haben, bis sich der erwünschte Erfolg anzeige. Noah musste wohl alle Kräfte einsetzen, seine Archebewohner zu beruhigen und zu überzeugen, dass Rettung folgen werde. Die ausgesendete Taube, um Land zu finden, gilt nach Tihanyi gleichsam als Symbol für Geduld, von der Idee bis zum Erfolg durch zu halten.

Guten Ideen eine Chance geben
Greet Egli wies weitergehend darauf hin, dass man guten Ideen eine Chance geben soll, sie nicht einfach versanden zu lassen. Es bedürfe ausgefallener Vorschläge, um die Welt schöner und bunter werden zu lassen.

Den Niederhelfenschwiler Pionier Sales Huber stellte Katechet Toni Vescoli vor. Seine Idee mit dem Spitalbau in Tansania vor 30 Jahren habe sich zum Erfolgsmodell entwickelt. Die Pfarrei Niederhelfenschwil habe in beispiellosen Aktionen den notwendigen Betrag für den Spitalbau in der Wüste aufgebracht. Die Rückmeldungen seitens Sales Huber bestätigten den Erfolg. Mit einer weiteren Aktion in der Seelsorgeeinheit wolle man nun dem Spital neue Mittel zukommen lassen für den weiteren Betrieb.

„Verrückte“ Ideen zugelassen
Dass man den Gottesdienstbesuchern am Eingang Tanzbändel und einen Bleistift verteilt, erschien schon speziell. Zu den Fürbitten waren die Anwesenden dann aufgefordert ihre Bitten auf dem Papierstreifen zu schreiben. Mit dem Mikrofon unterwegs liess Tihanyi mehrere Besucher ihre Bitte vortragen. Die Begeisterung über den erfolgreichen Verlauf der speziellen Gottesdienstgestaltung war dem Pfarreibeauftragten Rolf Tihanyi zum Abschluss des Gottesdienstes anzusehen. Die Idee mit der speziellen Gottesdienstgestaltung habe er der Pfarreisekretärin Uschi Keller zu verdanken und gerne aufgenommen.

Mit dem Song „Oh happy day“ schloss der Gottesdienst seitens der Mitglieder des Integrationschors. Anschliessend waren die Gottesdienstbesucher zur schmackhaft zubereiteten Suppe im Pfarreiheim geladen. Die grosse Zahl der Gäste erforderte, auch im Obergeschoss das Essen anzubieten.