Drei Frauen zeigen Werke in naiver Malerei, ein Mann stellt geschnitzte Holzfiguren aus. Ländliche Impressionen werden in der Galerie zur alten Bank in Niederuzwil bis am 17. September gezeigt. Motive aus dem Berg-, Land- und Dorfleben zeigen Doris Gröble, Heidi Sutter und Ruth Bräker aus Flawil. Die liebevoll geschnitzten Figuren stammen von Paul Manser aus Niederuzwil.Das Interesse an der Vernissage war ausserordentlich gross. Melanie Müller zeigte sich erfreut und hiess die Besucherinnen und Besucher im Namen der Galeriekommission willkommen. Swissness weckt Heimatgefühle und spricht an. Auch die musikalische Umrahmung war passend gewählt. Auf der Wiese neben der alten Bank – in den Ausstellungsräumen hätten die Alphörner keinen Platz gefunden – erklangen Alphornmelodien.

Hautnah miterlebt
Mischa Sutter aus Flawil hielt die Laudatio. Er wusste, wovon er sprach. Eine der Malerinnen, Heidi Sutter, ist seine Mutter, eine andere war seine erste Lehrerin. Den Weg zur Malerei der drei befreundeten Frauen hatte er hautnah miterlebt und auch über die regelmässigen Treffen und gemeinsamen Malstunden wusste er Bescheid.

Angefangen hat alles im Jahr 1980 mit einem Malkurs für Bauernmalerei der Pro Juventute. Noch immer gebe es bemalte Schränke und Kommoden aus jener Zeit. In der Folge hätten sich die Frauen an verschiedene Techniken gewagt und sich schliesslich für die naive Malerei mit ländlichen Motiven entschieden.

Über Doris Gröble erfuhr man, dass sie gerne die Kunstgewerbeschule besucht hätte, was ihr aber aus finanziellen Gründen verwehrt geblieben sei. Ruth Bräker stand 42 Jahre im Schuldienst und war schon im Beruf eine begabte Zeichnerin.

Von seiner Mutter stellte der Laudator fest, dass sie alles ausprobiert habe und ihre Fertigkeit sozusagen durch «painting by doing» erworben habe.

Zu teurer «Alpaufzug»
Paul Manser, ursprünglich aus dem Appenzellerland nach Uzwil zugezogen, hatte sich einen geschnitzten Alpaufzug gewünscht. Als er die Preise gesehen habe, habe er sich gesagt: «Das kann ich auch.» Damit war der Anstoss für ein Hobby gegeben, in welchem er es zu grosser Fertigkeit gebracht hat. Er spezialisiert sich nicht auf einzelne Figuren, sondern auf ganze Gruppen. Dabei arbeitet er absolut detailgetreu: «Alles muss stimmen, Räder beispielweise müssen sich drehen.» Paul Manser hofft, so einen Beitrag zur Erhaltung des Brauchtums zu leisten.

Öffnungszeiten
Donnerstag 18 bis 20 Uhr, Samstag 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr sowie Sonntag 14 bis 17 Uhr. Finissage ist am Sonntag, 17. September 2017.