Eine Landsitzung des Uzwiler Gemeinderates meint nicht das Abhalten der Gemeinderatsitzung ausserhalb des Gemeindehauses. Dem Rat geht es darum, die Bevölkerung an einem öffentlichen Ort zu Themen aus dem Gemeinderat zu befragen. Im Gegensatz zur letzten Landsitzung vor Jahresfrist fand sich eine grössere Zahl interessierter Bewohner ein. Dank vorbereiteten Tischen und Bänken konnte bei angenehmer Abendstimmung diskutiert werden.

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Die Uze-Griller sorgten für die kleine Festwirtschaft mit Grillwurst und Getränken.

Die Schule braucht mehr Raum
Schulpräsident Daniel Wyder wies zum Thema Schulraum darauf hin, dass nach sinkenden Schülerzahlen wieder ein Anstieg sichtbar werde. Während im Jahr 2007 es 1629 Schüler waren, wurden im Jahr 2016 nur noch 1452 gezählt. Die letzten Zahlen von 2017 ergaben rund 1500 Kinder, was in etwa auch für kommende Jahre so bleiben werde.

Dank niedrigen Schülerzahlen sei man bisher trotz neuen Fächern und Projektarbeiten mit dem vorhandenen Schulraum ausgekommen. Bereits werde beim Herrenhofschulhaus ein Pavillon nötig. Über alles gesehen bestehe ein Bedarf an drei Schulräumen mit angegliederten Gruppenräumen. Für die Musikschule bestehe an zentraler Lage (ideal Herrenhof) ein Bedarf über fünf Räume. Der Sanierung der kleinen Turnhalle Herrenhofschule stehe in nächsten Jahren eher ein Abbruch gegenüber. Und auch die Pavillons beim Marktplatz Niederuzwil (Handarbeit und Hauswirtschaft) könnten nicht mehr ewig dienen.

Zwei Etappen
Nach Wyder dürfte der aktuelle Finanzhaushalt nicht alle Projekte in einem Aufwasch verkraften, sodass sie ein Vorgehen in zwei Etappen vorsehen. Aktuell sei im Präqualifikationsverfahren ein Architekten-Wettbewerb über 16 Büros am Laufen für eine bestmögliche Lösung. Bezugsbereitschaft für die neuen Schulräume könne erst auf 2022 erwartet werden.

Regionale Kläranlage wird Thema
Gemeindepräsident Lucas Keel informierte über das laufende Projekt «Regionale Kläranlage» mit Standort Niederuzwil. Seit 2012 werde an Lösungen gearbeitet, sogenannte Mikrostoffe aus den Abwässern zu filtern. Möglichkeiten bieten sich bekanntlich über Ozonanlagen oder Biofilter. Bereits steht eine Planungsvereinbarung mit den Jonschwil, Uzwil, Wil und Zuzwil als Hauptaufnehmer der Abwässer. Nebst dem Bau der regionalen Kläranlage müssen auch entsprechende Kanäle erstellt oder ausgebaut werden. Jedenfalls geht es nach Keel in Richtung Energiezentrale.

Nach Keel ist der Zeitpunkt ideal für die Umstellung. Bezüglich Kosten sei man noch nicht soweit für näher Angaben, aber es werde eine grössere Zahl ergeben. Auf Rückfrage über die Zuständigkeit bei der zukünftigen regionalen Anlage gab Keel zur Auskunft, dass es wohl zu einem regionalen Abwasserverband kommen werde. Dass Abwasser hohe Kosten verursache, wisse man in Uzwil sehr genau, als man in den 60er/70er Jahren 12% Sondersteuern erhoben habe.

Warum ohne Niederbüren und Flawil?
Zur Frage seitens der Anwesenden, weshalb die Planung ohne Niederbüren und Flawil laufe, wies Keel auf die vorausgegangenen Gespräche mit den Gemeinden hin, welche allesamt abschlägig ausgefallen seien. Weil ein späteres Hinzukommen schwierig werde, habe man diese Absage in einer Vereinbarung festgehalten.

Aufregung über unerlaubtes Parkieren in Quartieren
Rückmeldungen seitens der Anwesenden erwartete Lucas Keel zum Thema Parkieren in den Quartieren. Offensichtlich am meisten anstössig zeigt sich die Situation an der Schöntalstrasse. Immer bei Anlässen, auch bei Weiterbildungen im Bildungszentrum-Wil-Uzwil ist die Schöntalstrasse beliebig belegt ohne Beachtung der eingezeichneten Parkplätze. Hinzu komme ein Sicherheitsproblem, dass ein Feuerwehreinsatz behindert würde.

Ein Vorschlag forderte Gespräche mit Bühler, um deren Parkplatz für solche Anlässe zu öffnen. Die Gemeinde hat nach Keel bereits Bereitschaft erreicht, den Parkplatz von Freitag bis Sonntag zu öffnen. Das Problem der wilden Parkierer erfordere aber auch eine Verstärkung der Kontrollen. Nach Keel wird im Rat auch die Einführung einer erweiterten Blauen Zone geprüft mit der Abgabe von sogenannten Parking-Cards. Die kostenpflichtige Abgabe ermögliche verlängerte Parkzeiten, jedoch an festgelegten Orten.

Tempo 30 wird überwacht
Zur Überwachung der Fahrgeschwindigkeiten in Tempo 30-Zonen wies Keel darauf hin, dass die Kantonspolizei keine Radarmessungen ausführe. Hingegen werde die Einhaltung der Geschwindigkeit laufend überprüft. Sobald der Wert der Tempo-Einhaltung unter 85% falle, werde mit zusätzlichen Massnahmen reagiert.

Dank der kleinen Festwirtschaft und dem Grillangebot konnten die Gespräche an den Tischen nach dem offiziellen Teil bilateral weiter gehen. Die Themenwahl dürfte dabei noch ausgeweitet worden sein.