Acht Personen hatten im ersten Wahlgang Ende September für die fünf Sitze im Niederhelfenschwiler Gemeinderat kandidiert. Vier Sitze konnten besetzt werden. Peter Zuberbühler (parteilos) wird neuer Gemeindepräsident und Nachfolger des zurücktretenden Simon Thalmann (FDP). Esther Nietlispach (parteilos) wird als neue Primarschulpräsidentin amten, somit auch im Gemeinderat Einsatz haben und Nachfolgerin von Gabriela Arn (parteilos), die ebenfalls zurücktritt. Zudem wurde Gemeinderat Ruedi Gschwend (parteilos) im Amt bestätigt und David Buchmann (FDP) neu in die Niederhelfefnschwiler Exekutive gewählt.

Ein Sitz ist frei geblieben. Denn die Kandidaten Johanna Burri (parteilos), Roland Gübeli (FDP), Juliane Hiltebrand (parteilos) und Patrick Mathis (parteilos) hatten das Absolute Mehr alle verpasst. Burri allerdings äusserst knapp um nur gerade 16 Stimmen. Nun die Überraschung: Während der Meldefrist bis am 9. Oktober ist keine einzige Kandidatur für diesen freien Sitz eingegangen ist. Dies bestätigt Niederhelfenschwils Gemeinderatsschreiber Marvin Flückiger gegenüber hallowil.ch.

So geht es nun weiter

Hat Johanna Burri kalte Füsse bekommen und kandidiert nicht mehr? Falsch. Sie hat schlicht und einfach nicht gewusst, dass sie auch für den zweiten Wahlgang nochmals kandidieren und einen Wahlvorschlag einreichen muss. Als Gemeinderätin steht sie aber weiterhin zur Verfügung, wie sie gegenüber diesem Portal mitteilt. Bitter für Burri: Hätte sie ihre Kandidatur bis am vergangenen Freitag termingerecht eingereicht, würde sie nun bereits als Gemeinderätin feststehen. Da sie die einzige Interessentin für dieses Amt gewesen wäre, hätte sie mittels stiller Wahl den Einzug in die Behörde geschafft.

Was nun? Die stille Wahl ist vom Tisch und der zweite Wahlgang am 29. November wird durchgeführt. Die Wahlunterlagen sind bereits im Druck. Die Stimmberechtigen von Niederhelfenschwil werden Wahlunterlagen erhalten, bei welchen es beim Gemeinderat eine leere Zeile hat. Gewählt ist, wer am meisten Stimmen macht. Dies im Unterschied zum ersten Wahlgang, wo noch 50 Prozent plus eine Stimme nötig waren. Allerdings kann die gewählte Person die Wahl ablehnen, wenn sie nicht Gemeinderat werden möchte. «Einzige Voraussetzung ist, dass die Person im Sinne des Gesetzes wählbar ist», schreibt die «Wiler Zeitung» am Dienstag. Auch ein dritter Urnengang ist nicht ausgeschlossen.

_______________________________________________________________________________

So ist die Ausgangslage vor dem 1. Wahlgang (29.7.20)

Die Drei-Dörfer-Gemeinde Niederhelfenschwil hat es immer wieder an sich, dass bei anstehenden Wahlen beileibe nicht nur politische Parteien auf die Suche nach Kandidaten gehen. So ist es auch dieses Mal, wie die bevorstehenden Gesamterneuerungswahlen zeigen. Alles in allem zehn Personen kandidieren in der Einheitsgemeinde für die fünf Sitze des Gemeindepräsidiums, des Schulpräsidiums und des Gemeinderats. Vier der fünf bisherigen Gemeinderäte sind zu ersetzen, inklusive Gemeindepräsident Simon Thalmann und Schulpräsidentin Gabriela Arn. Von den zehn Personen gehören nur drei einer Partei an. Von der SVP kandidiert Kantonsrat Damian Gahlinger für das Gemeindepräsidium. Für die FDP wollen David Buchmann und Roland Gübeli neu in den Gemeinderat.

Vier der weiteren sieben Kandidaten haben sich aber ebenfalls auf einer Liste zusammengeschlossen, obwohl sie keiner Partei angehören. Der Zusammenschluss nennt sich «Unabhängige parteifreie Liste». Auf ihr stehen Willhelm Bläuer, der neben Gahlinger und dem von der Findungskommission portierten Peter Zuberbühler (parteilos) Gemeindepräsident werden möchte. Ebenfalls dieser unabhängigen Liste gehören Johanna Burri, Juliane Hiltebrand und Patrick Mathis an, die alle neu in den Gemeinderat wollen.

Post inside
Unternehmensberater Wilhelm «Willi» Bläuer will Gemeindepräsident von Niederhelfenschwil werden.


Was die parteifreie Liste will

Doch wofür steht diese Liste? Allzu viel ist noch nicht bekannt und man will sich am 11. August im Rahmen eines öffentlichen Anlasses präsentieren. Einiges ist mittlerweile aber publik geworden. Die Vertreter der Liste setzen sich für folgende sechs Punkte ein: Lebensqualität für alle, zukunftsgerichtete Wirtschaftsbedingungen, produktive und fortschrittliche Landschaft, direkte Informationspolitik, Entscheidungen frei von Interessenkonflikten, zusammen eine Gemeinde. Es gelte, die Gemeinde für aktuelle und künftige Herausforderungen fit zu machen, mit den zur Verfügung stehenden Flächen und Ressourcen sorgsam umzugehen und die Angebote in den drei Dörfern zu erhalten und zu ergänzen.

Kopf der Liste ist Wilhelm «Willi» Bläuer. Er sagt, vor 14 Jahren von der Lebensqualität der drei Dörfer überzeugt worden zu sein. Diese wolle er für künftige Generationen sichern. Die «einzigartige Umgebung mit bester Verkehrsanbindung» sei ein Wettbewerbsvorteil, von dem alle auch wirtschaftlich profitieren sollen. Bläuer ist 56-jährig, als Unternehmensberater tätig und wohnt in Zuckenriet.

Der erste Wahlgang der Gesamterneuerungswahlen findet am 27. September statt.

_______________________________________________________________________________

Die Ausgangslage nach dem Meldeschluss (17.7.)

Alleine die Kampfwahl um das Niederhelfenschwiler Gemeindepräsidium darf mit Hochspannung erwartet werden und für einen spannenden Wahlherbst sorgen: Denn um die Nachfolge des zurücktretenden Gemeindepräsidenten Simon Thalmann kommt zu einem Dreikampf: Wilhelm Bläuer, Damian Gahlinger und Peter Zuberbühler wollen alle in die Fussstapfen des amtierenden Gemeindepräsidenten treten. Zu grossen Veränderungen wird es auch im Gemeinderat von Niederhelfenschwil kommen: Denn – wie bereits bekannt (siehe Artikel ganz unten) – treten per Ende der laufenden Legislatur drei von vier Gemeinderäten zurück. Unter den zurücktretenden Behördenmitgliedern ist auch die amtierende Schulpräsidentin Gabriela Arn. Ihr Amt, das Arn acht Jahre innehat, will die parteilose Kandidatin Esther Nietlispach bekommen. Sollte Nietlispach die Bevölkerung am 27. September von sich überzeugen können und gewählt werden, nimmt sie als Schulpräsidentin auch gleich Einsitz im Gemeinderat. Neben Arn stellen sich auch die beiden amtierenden Patricia Juen sowie Peter Schuler nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung. Einzig Gemeinderat Rudolf Gschwend möchte eine weitere Amtsperiode weitermachen. Aber nicht nur Gschwend möchte bei den Gesamterneuerungswahlen am 27. September von sich überzeugen – ins Rennen um die drei Mandate im Gemeinderat gehen noch fünf neue Kandidaten: David Buchmann, Johanna Burri, Roland Gübeli, Juliane Hiltebrand und Patrick Mathis. 

Schulrat hat nur einen neuen Kandidaten

Doch der Herbst wird in Niederhelfenschwil nicht gleich alles neu machen. Im Schulrat wird sich nach den Gesamterneuerungswahlen nicht viel ändern und es wird nicht zu einer hochspannenden Kampfwahl wie beim Gemeindepräsidium und Gemeinderat kommen: Denn von den vier amtierenden Gemeinderäten wollen gleich drei Mitglieder im September wiedergewählt werden. So stellen sich die Parteilosen Samuel Konrad, Karin Meienhofen und Roland Zwick für eine Wiederwahl zur Verfügung. Für den Sitz des zurücktretenden Schulrates Oliver Schwingenschrot will der Parteilose Simon Hofacher die Bevölkerung von sich überzeugen. In diesem Sitze hat es für den Niederhelfenschwiler Schulrat ebenso viele Kandidaten wie Sitze. 

Das sind die Kandidaten

Gemeindepräsidium (ein Mandat):

- Wilhelm Bläuer, parteilos (neu)
- Damian Gahlinger, SVP (neu)
- Peter Zuberbühler, parteilos (neu)

Schulratspräsidium (ein Mandat):

- Esther Nietlispach, parteilos (neu)

Gemeinderat (drei Mandate)

- David Buchmann, FDP (neu)
- Johanna Burri, parteilos (neu)
- Rudolf Gschwend, parteilos (bisher)
- Roland Gübeli, FDP (neu)
- Juliane Hiltebrand, parteilos (neu)
- Patrick Mathis, parteilos (neu)

Schulrat (vier Mandate)

- Simon Hofacher, parteilos (neu)
- Samuel Konrad, parteilos (bisher)
- Karin Meienhofer, parteilos (bisher)
- Roland Zwick Roland, parteilos (bisher)

_______________________________________________________________________________

Jetzt sind es schon drei Kandidaten (8.7.): 

Das werden spannende Wahlen in Niederhelfenschwil. Um die frei werdenden Sitze im Gemeinderat und das Gemeindepräsidium kommt es zu Kampfwahlen. Zuerst zum Präsidium: Zu den bekannten Kandidaten Damian Gahlinger (SVP) und Peter Zuberbühler kommt nun ein dritter hinzu: Wilhelm Bläuer aus Zuckenriet. Gemäss Angaben des Mitteilungsblatts der Gemeinde ist der Unternehmensberater parteilos und in Zuckenriet wohnhaft. Gahlinger und Zuberbühler wurden auf hallowil.ch im Lauf der Berichterstattung zu den Wahlen in Niederhelfenschwil bereits vorgestellt. (siehe Artikel unten)

Damit präsentiert sich die Lage in Niederhelfenschwil vor den Gesamterneuerungswahlen vom 27. September wie folgt: Einzige Kandidatin für das Schulratspräsidium, welches gleichbedeutend mit einen Sitz im Gemeinderat ist, ist Esther Nietlispach. Von den 5 bisherigen Gemeinderäten tritt einzig Rudolf Gschwend wieder an. (für Nietlisbach und Gschwend, siehe ebenfalls Artikel unten) Mit Gschwend kämpfen David Buchmann (FDP, Niederhelfenschwil), Johanna Burri (parteilos, Lenggenwil), Roland Gübeli (FDP, Niederhelfenschwil), Juliane Hiltebrand (parteilos, Zuckenriet) und Patrick Mathis (parteilos, Lenggenwil) um drei weitere Gemeinderat-Sitze.

Kaum Veränderung in der Oberstufenschulgemeinde

Veränderungen wird es auch in der Oberstufenschulgemeinde Sproochbrugg geben. Nicht jedoch beim Schulratspräsidium, dort tritt Ursula Künzle konkurrenzlos nochmals an. Von vier Oberstufenschulräten stellen sich Adelbert Luzio und Françoise Hutter Gutmann zur Wiederwahl. Für die vakant gewordenen Sitze von Rilana Leutenegger und Dominik Müller kandidieren die Jungfreisinnige Vanessa Brühwiler aus Züberwangen und Raphael Fisch (parteilos, Zuwzil). (gk/red)

_____________________________________________________________________________

Wahlkampf: Findungskommission präsentiert auswärtigen Kandidaten (3.6.)

Seit Januar ist bekannt, dass vier von fünf Niederhelfenschwiler Gemeinderäten Ende Jahr zurücktreten. Nachdem zuerst lange nichts zu hören war betreffend Nachfolge-Regelung, geht es nun zügig. Am Mittwochmittag wurde publik, dass die Kandidatur von Damian Gahlinger (SVP, Niederhelfenschwil, siehe unten) nicht die einzige bleibt. Die überparteiliche Findungskommission präsentiert Peter Zuberbühler (parteilos) als auswärtigen Kandidaten. Bitte wer? Peter Zuberbühler ist seit 2014 nebenberuflicher Gemeindepräsident von Wasterkingen im Zürcher Unterland. Schon vier Jahre länger gehört er dem Gemeinderat ebendieser Gemeinde an. 2018 wurde er zudem als Präsident für die Schulbehörde Unteres Rafzerfeld gewählt. Ferner ist der 44-Jährige als Geschäftsleiter einer Holzhandelsfirma in Frauenfeld tätig. Zudem hat er verschiedene Führungsaufgaben im Holz- und Baustoffhandel wahrgenommen.

Peter Zuberbühler ist sechsfacher Familienvater und lebt mit seiner Frau Esther in der Gemeinde Wasterkingen. Diese liegt am Nordrand des Kantons Zürich, direkt an der deutschen Grenze. Und was sind die Gründe für die Kandidatur im fünfmal grösseren Niederhelfenschwil? «Seit einiger Zeit habe ich mir Gedanken zu meinem weiteren beruflichen Weg gemacht. Dabei hat sich eine Fokussierung auf meine derzeit nebenberufliche Tätigkeit ergeben. Die verschiedenen Dörfer mit den vielschichtigen Möglichkeiten, Angeboten und künftigen Herausforderungen haben mich sehr angesprochen», begründet Peter Zuberbühler seine Kandidatur. Und warum keine Parteizugehörigkeit? «Als Parteiloser habe ich bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich bin parteilos, aber nicht ohne Meinung. Natürlich habe auch ich eine politische Grundprägung. Diese lässt sich als «leicht rechts der Mitte» beschreiben.


Post inside
Peter Zuberbühler will Gemeindepräsident von Niederhelfenschwil werden.

Seit 17 Jahren in Zuckenriet

Auch für das Primarschulpräsidium, das per Jahresende mit dem Rücktritt von Gabriela Arn ebenfalls frei wird, präsentiert die Findungskommission eine Kandidatur – eine einheimische. Für dieses Amt stellt sich die 54-jährige Esther Nietlispach, wohnhaft seit 17 Jahren im Obstgarten in Zuckenriet, zur Verfügung. Sie war einst zwei Legislaturen im Schulrat der Primarschule Zuckenriet und im Anschluss Schulleiterin der Jugendmusikschule Wil-Land. In den vergangenen fünf Jahren hat sie zusammen mit ihrem Mann eine Beratungsfirma aufgebaut. «Jetzt bin ich motiviert und bereit, mich als Gemeinderätin und Primarschulpräsidentin für die Gemeine einzusetzen», sagt Esther Nietplispach.

Post inside
Esther Nietlispach aus Zuckenriet will Primarschulpräsidentin und Gemeinderätin von Niederhelfenschwil werden.

_______________________________________________________________________________

Damian Gahlinger stellt sich zur Wahl (3.6.)

Nachdem vier von fünf Behördenmitglieder in Niederhelfenschwil angekündigt haben (siehe ältere Beiträge unten), bei den Gesamterneuerungswahlen im Herbst nicht mehr anzutreten, fragt man sich, wer nun Nachfolger von Simon Thalmann, Patricia Juen, Gabriela Arn und Peter Schuler werden will. In den letzten Wochen wurden keine möglichen Kandidaten genannt - und das, obwohl die Gemeinderäte bereits im Januar ihren Rücktritt bekanntgegeben hatten. Nun ist aber laut eines uzwil24.ch-Artikels ein erster Name für die freie Stelle des Gemeindepräsidenten gefallen: Damian Gahlinger. Denn die SVP Niederhelfenschwil unterstützt die Kandidatur des 45-jährigen Bauunternehmers. Gahlinger selbst freut sich über den Zuspruch. «Ich denke aber, dass bei den Gemeindewahlen die Parteizugehörigkeit nicht entscheidend ist», sagt Gahlinger auf Anfrage von hallowil.ch. Bedeutender sei die Persönlichkeit eines Kandidaten für einen solchen Posten und das Interesse an den unterschiedlichsten Gemeindethemen. «Schliesslich ist man nicht nur auf die Unterstützung einer Partei angewiesen, sondern auch auf die der Bevölkerung», so Gahlinger.

«Ich schätze meine Chancen als intakt ein, zum nächsten Niederhelfenschwiler Gemeindepräsidenten gewählt zu werden», sagt Gahlinger. Dies, weil er ein offener Menschen sei, der sich auch gerne andere Ideen sowie Ansichten anhöre. «Ich bin der Überzeugung, dass man mit den unterschiedlichsten Meinungen eine ideale Lösung für das Gemeinwohl findet.» Denn von Einzelinteressen halte der dreifache Familienvater nicht viel. Er denkt aber auch, dass er nur gewählt werden kann, wenn die Bevölkerung hinter ihm als Gemeindepräsidenten steht. 

Post inside

Damian Gahlinger ist der erste Kandidat, der sich für das Amt des Niederhelfenschwiler Gemeindepräsidenten bewirbt. (Bild pd)

Lebensqualität und ländlichen Charme beibehalten

Doch warum ist Gahlinger der ideale Kandidat für die Nachfolge von Simon Thalmann? «Weil ich mich nicht vor Entscheidungen fürchte, weil ich meine Meinung immer offen sagen kann und anschliessend auch vertrete», denkt Gahlinger. Die Entscheidung, als Kandidat für das Gemeindepräsidium anzutreten, habe er sich lange und gut überlegt. «Für mich ist das ein grosser Schritt», erklärt er. Nachdem viele Anfragen für eine mögliche Kandidatur bei ihm eingegangen seien, habe er mit seiner Familie darüber gesprochen. Sollte er am 27. September tatsächlich zum neuen Niederhelfenschwiler Gemeindepräsidenten gewählt werden, ist er sich bewusst, dass grosse Herausforderungen auf ihn und den Gemeinderat zukommen würden. Gerade weil es die Gemeinden in den nächsten Jahren nicht leicht haben würden. «Niederhelfenschwil hat eine hohe Lebensqualität und einen unverwechselbaren ländlichen Charme – das soll definitiv so bleiben.» Das wäre eines seiner Hauptziele, sollte er in dieses Amt gewählt werden. Bedeutend empfindet er auch den Erhalt der Primarschulen der Dörfer Niederhelfenschwil, Lenggenwil und Zuckenriet. «In Zukunft wird uns das Thema Pflegefinanzierung beschäftigen, weil vieles auf die einzelnen Gemeinden abgewälzt wird», meint Gahlinger. Ihn interessiere auch das Planungs- und Baugesetz – gerade weil die Strukturen einer Gemeinde ein langjähriger Prozess sei. «So etwas muss gut vorausgeplant werden», sagt Gahlinger. Schliesslich wolle jede Gemeinde eine angemessene Entwicklung erleben.

Weitere Kandidaten haben noch einen Monat Zeit

Bisher ist Gahlinger der einzige Kandidat im Rennen um das Gemeindepräsidium. Ob sich noch weitere Kandidaten dazugesellen werden und welche Persönlichkeiten sich für die weiteren drei freiwerdenden Gemeinderatssitze bewerben wollen, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden. Die Meldefrist läuft noch einen Monat. «Wichtig ist, dass Kontinuität auch in den neuen Gemeinderat kommt», sagt Gahlinger, «und dann bin ich überzeigt, dass der zukünftige Niederhelfenschwiler Gemeinderat die bevorstehenden Herausforderungen gut meistern kann».

_______________________________________________________________________________

«Wir haben Bewerbungen erhalten» (1.5.):

Selbst im Mitteilungsblatt der Gemeinde Niederhelfenschwil war von einer «massiven Rücktrittswelle» die Rede. Vier von fünf Gemeinderäten haben den Rücktritt angekündigt und treten bei den Gesamterneuerungswahlen am 27. September nicht mehr an. Es sind dies Gemeindepräsident Simon Thalmann, Primarschulratspräsidentin Gabriela Arn, Patricia Juen und Peter Schuler. Im Schulrat ist Oliver Schwingenschrot zu ersetzen. In der Geschäftsprüfungskommission sind es mit Isabel Hollenstein und Eugen Nietlispach zwei wichtige Mitglieder, die auf eine Wiederwahl verzichten.

Apropos Eugen Nietlispach: Dieser ist – in seiner Rolle als Präsident der Dorf- und Wasserkorporation (DWK) Zuckenriet – zum Vorsitzenden der Findungskommission ernannt worden. Ihm obliegt die Koordination bei der Kandidatensuche. Solche Dinge erledigen in der Drei-Dörfer-Gemeinde traditionell nicht politische Parteien, sondern die Dorfbühne Lenggenwil, die Dorfgemeinschaft Niederhelfenschwil und eben die DWK Zuckenriet.

Stellen per Inserat ausgeschrieben

Obwohl die «massive Rücktrittswelle» bereits im Januar kommuniziert wurde, sind seither noch keine Namen von möglichen Nachfolgern an die Öffentlichkeit gedrungen. Es bleiben noch zwei Monate bis zum Ende der Meldefrist. Zwischenzeitlich wurde ein Gemeindepräsident zu 100 Prozent und ein Primarschulpräsident zu 30 bis 40 Prozent mittels Inserats ausgeschrieben. Auch das ist schon rund ein Monat her. Was ist der aktuelle Stand? «Wir haben Bewerbungen für das Gemeindepräsidium und das Primarschulpräsidium erhalten. Die Dossiers werden von der Findungskommission geprüft und es finden Gespräche statt», sagt Eugen Nietlispach gegenüber hallowil.ch. Wie viele Kandidaturen es sind, will er nicht sagen. Nietlispach zeigt sich aber optimistisch, bis Ende Juni für die zu besetzenden Ämter passende Personen vorschlagen zu können.

Deuten die Inserate darauf hin, dass sich aus der Gemeinde keine Kandidaten gemeldet haben? Auf diese Frage antwortet Nietlispach so: «Der Findungskommission ist es wichtig, eine Auswahl an Bewerbern zu erhalten. So können wir der Bürgerschaft schliesslich diejenigen Personen zur Wahl vorschlagen, die am besten zur Gemeinde und den Legislaturzielen passen.» Man darf gespannt sein.

_______________________________________________________________________________

Fast der ganze Gemeinderat tritt zurück (29.1.20)

Das wird eine Herkules-Aufgabe in der 3000-Seelen-Gemeinde Niederhelfenschwil. Nachdem Gemeindepräsident Simon Thalmann am vergangenen Freitag seinen Rücktritt per Ende der laufenden Legislatur angekündigt hatte, ziehen nun drei der vier weiteren Gemeinderäte nach und stellen sich ebenfalls nicht mehr zur Wahl. Unter ihnen ist Schulpräsidentin Gabriela Arn, welche dieses Amt seit Einführung der Einheitsgemeinde am 1. Januar 2013 innehat, also acht Jahre lang im Amt gewesen sein wird. Zuvor war sie schon mehrere Jahre Schulpräsidentin in Zuckenriet gewesen.

Nach je vier Jahren im Gemeinderat treten Patricia Juen und Peter Schuler zurück. «Patricia Juen wird wieder 100 Prozent in ihrem Beruf als Lehrerin arbeiten und Peter Schuler ist 69-jährig», sagt Gemeindepräsident Thalmann. Was ist der Grund, dass nun fast die ganze Behörde neu zu wählen ist? «Die Stimmung untereinander ist hervorragend und wir gehen jeweils nach jeder Gemeinderatssitzung gemeinsam zum Nachtessen. Wir arbeiten lösungs- und entscheidungsorientiert zusammen», sagt Thalmann. «In den vergangenen Jahren hatten wir Glück und es war ruhig. Nun ist es halt so. Wir haben die Rücktritte bewusst früh kommuniziert, damit genügend Zeit bleibt, um Nachfolger zu finden »

Gewichtige Rücktritte auch in der GPK

Für die Gesamterneuerungswahlen am 27. September gibt es noch weitere Rücktritte zu vermelden. Deren zwei bei der Geschäftsprüfungskommission (GPK). Mit Präsidentin Isabel Hollenstein und Eugen Nietlispach treten «die zwei gewichtigsten Mitglieder zurück», um es in den Worten von Simon Thalmann zu halten. Auch Schulrat Oliver Schwingenschrot hat seinen Rücktritt per Jahresende angekündigt.

Somit ist die grosse Suche nach einem Gemeindepräsidenten, drei Gemeinderäten, einem Schulrat und zwei GPK-Mitgliedern eröffnet. In Niederhelfenschwil kümmern sich traditionsgemäss nicht «nur» die Ortsparteien SVP, FDP und CVP darum, sondern auch je eine Organisation pro Dorf. Es sind dies die Dorfbühne Lenggenwil, die Dorf- und Wasserkorporation Zuckenriet und die Dorfgemeinschaft Niederhelfenschwil.