An der Vorversammlung vom 3. April wurde die Niederbürer Bürgerschaft umfassend über die Rechnung 2017, das Budget 2018 und die Vorhaben der Politischen Gemeinde, der Primarschule und der Kirche aufgeklärt. Die Bürgerversammlung findet am Montag, 16. April in der Kirche statt.Das Budget 2017 der Politischen Gemeinde sah einen Mehraufwand von 138‘000 Franken vor, Ende Jahr resultierte hingegen ein Mehrertrag von 361‘745 Franken, welcher dem Eigenkapital zugewiesen wurde. Dieses beträgt nach einer Direktabschreibung 2,8 Mio. Franken. An der gut besuchten Vorversammlung begründete Gemeindepräsident Niklaus Hollenstein die hauptsächlichen Abweichungen der Jahresrechnung vom Budget. Die Besserstellung gegenüber dem Voranschlag resultiert vor allem aus höheren Steuererträgen und einem tieferen Finanzbedarf der Schulen. Aufgrund der gesunden Finanzlage und des erfreulichen Rechnungsergebnisses beantragt der Gemeinderat im Budget 2018 eine Senkung des Steuerfusses um vier Prozent auf 135 Prozent. Im Fünfjahresplan sind keine grösseren Investitionen vorgesehen.

Budget mit Mehraufwand
Gemäss Budget ist 2018 mit einem negativen Abschluss zu rechnen, der jedoch mit einem Bezug aus dem Eigenkapital gedeckt werden kann. Zu diesem Thema äusserte Beat Wagner seine Meinung. Die Finanzlage Niederbürens sei so gut, dass eine grössere Reduktion der Steuern möglich sei. Wenn man etwas gegen die stagnierende Bevölkerungszahl und gegen Leerwohnungen tun könne, dann seien es tiefere Steuern. Ihm liege nicht ein eigener Vorteil, sondern das Wohl der Gemeinde am Herzen. Über den geplanten Zusammenschluss der drei Spitex-Organisationen Wil-Land, Uzwil und Oberuzwil-Jonschwil-Lütisburg informierte Niklaus Holenstein. Im erweiterten Verein Spitex Region Uzwil ist der Abschluss einer neuen Leistungsvereinbarung vorgesehen.

Die Schülerzahl steigt
Cornelia Rusch, Präsidentin der Primarschulgemeinde Niederbüren informierte über die Personalwechsel. Verabschiedet wurde Schulleiter Ollie Mummenthaler, der in Jürg Hellmüller einen Nachfolger fand. Ebenso fand im Sekretariat ein Wechsel von Karin Karathanasis zu Maryvonne Müller statt. Die Lehrpersonen Rita Hengartner und Heidi Niederöst traten aus und wurden durch Mirjam Gloor und Nadine Wetter ersetzt. In der Primarschule werden derzeit 164 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Zu den Finanzen äusserte sich Kassier Gabriel Harder. Der Steuerbedarf beträgt 2018 für die Primarschule Niederbüren 2,85 Mio. Franken. Die Optimierung der Räumlichkeiten im Primarschulhaus seien vollzogen, gab Schulrat Sepp Hersche bekannt.

Einheitsgemeinde im Fokus
An der letztjährigen Bürgerversammlung erhielten der Gemeinde- und der Schulrat den Auftrag, einen Zusammenschluss zu einer Einheitsgemeinde zu prüfen. Unter Beizug des externen Beraters Jean-Claude Kleiner wurde die Situation analysiert und die Chancen und Risiken abgewogen. Der Gemeindepräsident und die Schulratspräsidentin informierten zusammen über die Ergebnisse und ihre Einschätzungen. Der Gemeinderat zeigte seine Bereitschaft für die Inkorporation der Schule in die Gemeinde an. Falls die Stimmberechtigten an der Bürgerversammlung eine Weiterverfolgung der Abklärungen für eine Einheitsgemeinde begrüssen, könnte in einer Urnenabstimmung definitiv darüber entschieden werden. Niklaus Hollenstein sagte, dass im Kanton St.Gallen bereits 55 der total 77 Kommunen eine Einheitsgemeinde gebildet hätten.

Skeptischer Schulrat
Die Schulpräsidentin wird in einer Einheitsgemeinde automatisch Mitglied des Gemeinderates. Der Schulrat ist weiterhin zuständig für die schulischen Fragen. Der Schulrat seinerseits befasste sich intern ebenfalls intensiv mit der Frage eines Zusammenschlusses der politischen Gemeinde und der Schulgemeinde zu einer Einheitsgemeinde. „Der Schulrat geht davon aus, dass keine organisatorischen oder finanziellen Einsparungen realisiert werden können. Deshalb empfiehlt er, die Bildung einer Einheitsgemeinde nicht weiter zu verfolgen“, heisst es in seiner Stellungnahme. In der Allgemeinen Umfrage wurden in diesem Zusammenhang auch einige Fragen zu personellen Konsequenzen, Projektkosten, reduziertem Arbeitspensum des Sekretariats und anderen Themen gestellt. Christof Züger dankte den Behörden für die gute Arbeit und kündete seinen schriftlichen Antrag zum Thema Gemeindefusion an, für das er eine Grundlagenerarbeitung fordert. „Der Gemeinderat ist einstimmig der Meinung, dass Niederbüren seine Selbständigkeit bewahren soll. Wir haben eine gute Infrastruktur, genügend Kraft und ein reges Dorfleben“, entgegnete Niklaus Hollenstein.

Personalwechsel in der Kirchgemeinde
Die Geschäfte der Politischen Gemeinde und der Primarschulgemeinde nahmen gut anderthalb Stunden in Anspruch. Deshalb beschränkte sich Kirchenpräsident Richard Holenstein auf die wichtigsten Fakten und bedeutende Veränderungen in der katholischen Kirchgemeinde. Der Rechnungsabschluss fiel besser aus als budgetiert. Statt Fr. 28‘025.- war nur ein Reservebezug von Fr. 16‘525.- erforderlich. Der Präsident erwähnte die personellen Wechsel in der Pfarrei und in der Seelsorgeeinheit. Verabschiedet wurden die langjährige Katechetin und Hilfsmesmerin Margrit Zehnder, Katechet Rolf Tihanyi und Valentina Kovacevic. Neu traten Pastoralassistent Eric Jankovsky und Hilfsmesmerin Steffi Hersche in den Kirchendienst ein. Ein Wechsel ergab sich auch in der Pfarradministration. Pater Gregory Polishetti, der im renovierten Pfarrhaus wohnt, löste Pater Erich Schädler ab. Die Gründung des Zweckverbandes der Seelsorgeeinheit Oberbüren-Niederbüren-Niederwil (SE-ONN) erfolgte per 1. Januar 2018. Er wird von Richard Holenstein präsidiert. Der Steuerfuss der Kirchgemeinde Niederbüren bleibt weiterhin bei 25 %. Die katholische Administration sagte einen Personalkostenbeitrag von Fr. 88‘900.- und einen Betriebsbeitrag von Fr. 50‘000.- zu.