Nach 16 Uhr trinken viele Menschen keinen Kaffee mehr, seine Nachwirkungen würden sie abends lange nicht einschlafen lassen. Ähnlich wie eine Portion Koffein wirkt helles Licht, speziell das der mittlerweile weitverbreiteten LED-Leuchten. 

Mit ihrem Anteil an blauem Licht wirken sie ähnlich wie ein Espresso, sagen Wissenschaftler. Unter dem Einfluss dieser Art von Helligkeit wird das Schlafhormon Melatonin verzögert ausgeschüttet. In der Folge verschiebt sich der Wach-Schlaf-Rhythmus. Mit der Zeit kann sich ein ungesundes Schlafdefizit aufbauen.

Schlafdefizite 

Verschiedene Forscherinnen und Forscher haben sich mit den Auswirkungen von Schlafmangel beschäftigt. Beispielsweise wies eine Studie der School of Medicine der University of Philadelphia bei chronischen Schlafdefiziten eine Reduktion der kognitiven Fähigkeiten nach. 

Auswirkungen mangelnder Nachtruhe können zudem erhöhte Krankheitsanfälligkeit, Nervosität und Stimmungsschwankungen sein. 

Bei Kindern sind Entwicklungsverzögerungen sowie Wachstumsstörungen ein mögliches Resultat von unzureichender nächtlicher Erholung.

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LED-Licht löst die Energiesparlampen ab (Foto: pixabay Fotorech) 


Alternative zu Glühbirnen

Das Thema «Schlafdefizite durch LED-Lampen» ist ein neueres Phänomen. Zwischen 1879 und 2009 wurden Wohnräume, Arbeitsplätze sowie Strassen von Glühbirnen erhellt. Im Zuge des haushälterischen Umgangs mit Ressourcen und Energie, beschloss die Europäische Union 2009 das Ende der klassischen Glühbirne. 

Als Nachfolgelösung kamen Energiesparlampen auf den Markt. Wegen ihres Quecksilbergehalts und ihren unhandlichen Dimensionen waren sie wenig beliebt.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Die nächste Generation in der Lichterzeugung waren lichtemittierende Dioden, kurz: LED. Sie basiert auf dem Prinzip der Halbleiterverbindung und wandelt elektrische Energie direkt in Licht um; damit ist ihr Stromverbrauch vergleichsweise tief. 

Erst seit den neunziger Jahren ist es technisch möglich, weisses LED-Licht zu erzeugen. Dieses besteht aus der Mischung der Farben rot, grün, blau.

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Durch LED-Technologie erzeugtes ist Licht ist mittlerweile allgegenwärtig. (Foto: pixabay Pexels) 


Stoffwechselstörung in der Netzhaut

Diese Art der Lichterzeugung birgt gesundheitliche Risiken. Der Blauanteil im Licht der LED-Lampen steigert Stoffwechselprozesse mit giftigen Abfallstoffen, sogenannten Lipofuszine, die sich anreichern und die Sehzellen längerfristig schädigen können. 

Eine Studie des französischen Instituts für Gesundheit und Medizinforschung ergab im Weiteren ein erhöhtes Risiko für Makuladegeneration durch LED-Lampen. Die Makula ist ein kleinflächiger umgrenzter Bereich in der Netzhaut, der auch als Gelber Fleck bezeichnet wird. In ihm sind die Zellen für Farbsehen besonders dicht angeordnet. 

Diese pathologische Veränderung tritt ab sechzig Lebensjahren gehäuft auf, unter dem Einfluss von LED-Licht kann sie rascher voranschreiten. Viel Stress, Alkohol sowie Nikotin wirken zusätzlich krankheitsfördernd.

Was man selber dagegen tun kann:

  • Auch TV-Geräte, Tablets, PCs, Laptops und Handys sondern blaues Licht ab, wenn sie eingeschaltet sind, sollte mindestens eine weitere Lampe eingeschaltet sein. Ohne zusätzliche Beleuchtung weiten sich die Pupillen, dadurch kann es besonders viel schädliches blaues Licht in die Augen gelangen.
  • Viele Smartphones und Computermonitore lassen sich auf den Nachtmodus umschalten, auf diese Weise wird der Blauanteil reduziert.
  • Im Fachhandel sind spezielle Schutzbrillen erhältlich, die weniger blaues Licht in die Augen eindringen lassen.
  • Bei LED-Lampen sollte man möglichst nicht direkt hineinschauen, sie sollten in den Wohnräumen oder im Büro als indirekte Beleuchtung positioniert werden.
  • Mittlerweile sind LED-Leuchtkörper mit einem höheren gelblich-orange Anteil erhältlich, ihr Anteil an blauem Licht ist geringer.