Das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Wil hat derzeit alle Hände voll zu tun. Nicht nur Arbeitnehmer, die ihre Stelle verlieren melden sich beim RAV. Viele Unternehmen sind von der Corona-Pandemie betroffen; Umsatzeinbussen drohen, zur Gewährleistung der Lohnzahlungen wird Unterstützung nötig. Viele Unternehmen müssen Kurzarbeit beantragen. Gerade für Betriebe aus dem Dienstleistungssektor hat sich die Lage drastisch verschärft, seit der Bundesrat am Montag quasi Arbeitsverbote für ganze Branchen wie zum Beispiel das Coiffure-Geschäft ausgesprochen hat.

hallowil.ch wollte wissen, wie sich die Corona-Pandemie bei den eingehenden Gesuchen auf dem RAV niederschlägt. Seit Montag haben sich gemäss RAV-Leiterin Katja Eigenmann 85 Stellensuchende angemeldet. Nicht alle stünden jedoch im Zusammenhang mit dem Corona-Virus, betont sie. 

Kantonsweit schon 1700 Kurzarbeit-Gesuche

Täglich würden sich nun Unternehmen melden. «Grundsätzlich kann gesagt werden, dass die Zahl der Anmeldungen täglich rasant steigt», schreibt Eigenmann. Das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons St.Gallen, wo die Kurzarbeit-Gesuche zusammenlaufen, zählte am Donnerstagmittag 1700 Gesuche. Betroffen seien sämtliche Branchen. 

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Katja Eigenmann, Leiterin RAV Wil: Nicht alle Gesuche stehen im Zusammenhang mit Corona. Archivbild: Niklaus Jung.

Generell geniesse derzeit die möglichst schnelle Erledigung der eingehenden Gesuche höchste Priorität, «damit die antragsstellenden Unternehmen bzw. deren Angestellte möglichst rasch Gewissheit über das weitere Vorgehen haben.» Auch die Klärung arbeitsrechtlicher Fragen nehme viel Zeit in Anspruch. Aus diesen Gründen könnten zur Zeit keine Einzelanfragen bearbeitet werden, sagt Eigenmann. Auch die statistische Auswertung sei zur Zeit schwierig, weil alle personellen Ressourcen in der Fallbearbeitung gebraucht würden.