Seit ich selbst Mama bin, denke ich oft an meine Eltern. An ihre Fürsorge. An ihre Erziehung. An ihre Worte, die sie mir immer wieder gesagt haben. An Sätze, die mich bis heute prägen und begleiten. «Das kannst du» – das hat mir vor allem mein Papa ständig gesagt. Damit hat er mir immer wieder gezeigt, dass er an mich glaubt. Er wollte nicht, dass ich schnell aufgebe. Er liess nie zu, dass ich glaubte, etwas nicht zu können. Tatsächlich bin ich heute ein Mensch, der kaum aufgibt und immer motiviert ist. Ich denke selten, dass ich etwas nicht kann. Ich habe einen starken Willen und ein grosses Durchhaltevermögen. Ich nehme Herausforderungen an und bin Neuem gegenüber offen. Und dafür bin ich meinen Eltern dankbar.

«Ich bin für dich da», das haben meine Mama und mein Papa ständig gesagt. Und ich höre es noch heute von ihnen – auch wenn ich längst erwachsen bin und nun meine eigene Familie habe. Egal, was ich brauche, meine Eltern sind da. Sie hören mir zu, wenn ich ein Problem habe. Sie freuen sich mit mir, wenn ich schöne Momente erlebe. Sie geben mir eine Schulter zum Anlehnen, wenn es mir schlecht geht. Sie fühlen mit mir mit, wenn ich weine. Sie lachen, wenn ich lache. Sie geben mir Ratschläge, wenn ich nicht weiter weiss. Genau deshalb habe ich mich nie alleine oder verlassen gefühlt. Mit diesem einfachen Satz, den sie ständig wiederholt haben, haben sie mir starke Wurzeln geschenkt. Wenn meine ganze Welt zusammenbrechen würde, weiss ich, dass meine Mama und mein Papa mich auffangen würden. Und dafür bin ich meinen Eltern dankbar.

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Bücher und Onlineartikel mit Erziehungstipps gibt es mehr als genug. Und ja, ich hab einige Exemplare, die mich seit einem Jahr begleiten, die mir immer wieder etwas erklären, die mir einfach helfen. Etwas habe ich beim Lesen dieser Lektüren sofort begriffen: Reden ist in der Kindererziehung das A und O. Und meine Eltern haben es mir vorgelebt. So bin ich überhaupt zu diesem Thema gekommen: Was sollen wir unseren Kinder ständig sagen? Immerhin haben wir Eltern alle das gleiche Ziel: Wir wollen, dass unsere Kinder glücklich und zufrieden sind. Dass sie genug Selbstvertrauen haben und immer an sich glauben. Dass sie zu respektvollen und anständigen Menschen heranwachsen.

«Ich liebe dich»

Von Liebe kann man gar nicht genug bekommen – und man kann gar nicht zu viel Liebe schenken. Weder wir Erwachsenen und schon gar nicht Kinder. «Ich liebe dich.» Ja, man soll diesen Satz mehrmals täglich sagen – seinen Kindern und seinen Lieblingsmenschen. Schliesslich nutzt sich dieser Satz nicht ab. Er verliert auch nicht an Bedeutung, wenn man ihn öfter wiederholt. «I liaba di.» Mein Ehemann und ich sagen uns und unserer einjährigen Tochter diesen Sätz ständig. Wenn wir das Haus verlassen. Wenn wir einen Streit hatten. Wenn wir einander motivieren möchten. Wenn wir einen schönen Moment erleben. Und am Tagesende, wenn wir einander «eine gute Nacht» wünschen. Oder auch einfach so, weil wir es sagen möchten. Also sehr, sehr, sehr oft.

«Es tut mir leid»

Für mich einer der wichtigsten Sätze überhaupt. Jeder von uns macht Fehler – auch wir Eltern. Das ist menschlich. Das kommt vor. Niemand ist perfekt. Aber dann soll jeder zu seinem Fehler stehen und sich dafür entschuldigen. Das ist nicht nur unseren Mitmenschen gegenüber fair, sondern ist auch ein ganz starker Charakterzug. Ich habe es so oft im beruflichen, aber auch privaten Umfeld erlebt, dass mich jemand unfair behandelt oder etwas Verletzendes zu mir gesagt hat. Aber in den meisten Fällen habe ich nie ein «Es tut mir leid» gehört. Und ja, ich bin der Meinung, dass man sich auch bei Kindern entschuldigen muss. Immerhin erwarten wir Eltern es auch von ihnen, wenn sie etwas Falsches machen oder sagen. «Bitte entschuldige, dass ich laut geworden bin», «Es tut mir leid, dass ich das gesagt habe. Eigentlich meine ich es nicht so», «Entschuldige, dass ich mein Versprechen nicht gehalten habe». Auch Kinder hören gerne eine aufrichtige Entschuldigung. So bringt man ihnen bei, hinter seinen Fehlern zu stehen und sich für sie zu entschuldigen. Und noch etwas: Kinder lernen so, dass man auch mal etwas Falsches machen kann. 

«Ich weiss es nicht»

Eltern müssen nicht alles wissen. Sie können es auch nicht. Deshalb müssen Mütter und Väter auch nicht auf jede Frage des Nachwuchses eine Antwort oder Erklärung haben. «Ich weiss es nicht», das darf man als Mama oder Papa ruhig mal sagen. Das ist ehrlich und authentisch. Ausserdem können wir Erwachsenen auch vieles von Kindern lernen. 

«Ist das wahr?»

Die Wahrheit sagen. Das ist etwas, das Kinder bewusst lernen sollen. Es ist nichts Unbekanntes und Verwerfliches, dass Kinder eine blühende Phantasie haben. Es gibt auch Situationen in denen sie offensichtlich nicht die Wahrheit sagen. Es ist wichtig, dass man als Mama und Papa nachfragt: «Wirklich?», «Ehrenwort?» So bringt man Kinder dazu, kurz nachzudenken und das Behauptete zu korrigieren. Auch bei einer harmlosen Geschichte, die nicht der Wahrheit entspricht, sollte man reagieren. 

«Du bist so gut, wie du bist»

Überhaupt ein bedeutender Satz. Und wer hört ihn nicht gerne? Gerade Kindern vermittelt man damit, dass sie so sein dürfen, wie sie sind. Dass sie sich nicht ändern oder verstellen müssen. Das schenkt ihnen Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Sie sollen doch nicht denken, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. 

«Danke» und «Bitte»

«Du kennst das Zauberwort.» Wer hat diesen Satz mindestens einmal nicht in seiner Kindheit gehört? So selbstverständlich die Wörter «Bitte» und «Danke» in unserem Alltag sind, müssen sie Kindern beigebracht werden. Ein «Bitte» erzeugt Respekt und ist höflich. Bittet man den Nachwuchs um etwas und erklärt ihm, warum dieses Wort so wichtig ist, werden die Kinder es einem nachmachen. Ein «Danke» schenkt dem Empfänger gegenüber Wertschätzung. Aber: Man muss es mit den beiden Worten auch nicht übertreiben. 

«Warum?»

Es gibt Situationen, in denen Kinder rummotzen und aufmüpfig sind. Und mit einem «Warum?» kann man sie eventuell beruhigen. Ein Kind soll lernen, seine Gefühle und Redaktionen erklären zu können. Es soll aber auch argumentieren können, warum es etwas möchte oder nicht möchte. Statt eine laute Auseinandersetzung mit dem Kind kann man eine Diskussion auf Augenhöhe führen. 

Zu all diesen Sätzen, die ich meiner Tochter immer wieder sage und auch in Zukunft sagen werde, gehören auch: «Du kannst das», «Ich bin immer für dich da». So wie es meine Eltern bei mir immer gemacht haben. 

Täglich berichtet «hallowil.ch»-Redaktorin und Mama Magdalena Ceak auf ihrem Instagram-Profil über den Familienalltag und gibt Inspirationen für die Kinderzimmereinrichtung.