Keine Frage, die Advents- und Weihnachtszeit ist für viele Familien der Höhepunkt im Jahreskalender. Und genau in dieser Zeit zeigen Mütter, welches Multitasking-Talent sie besitzen. Denn die Vorweihnachtszeit ist ein richtiger Organisations- und Koordinations-Wettlauf. Die Vorstellungen von einem perfekten Weihnachtsfest – genau das streben die meisten Mamas an – sind hoch. Viel zu hoch. Denn neben der ganzen Weihnachtsvorbereitung sind Eltern noch mitten im Arbeitsstress. Jahresabschlüsse klopfen an der Türe. Und gerade in der Adventszeit wird der Druck höher, weil man an alles denken muss. Schliesslich muss alles stehen, wenn die Weihnachtsferien beginnen. Adventskranz. Adventskalender. Backen. Basteln. Guetzli. Lebkuchen. Aussergewöhnliches Weihnachtsmenü. Alles soll vorbereitet sein, nichts darf fehlen. Geschenke. Dekoration. Weihnachtsbaum. Grusskarten. Kerzen. Fotos von den Kindern während den Vorbereitungen. Sternanis. Weihnachtslieder. Festtagskleider für die ganze Familie. Habe ich etwas vergessen? Ja, ziemlich sicher. Und weil Familien aufeinander treffen, der gewohnte Alltagsrhythmus unterbrochen wird und alle mit grossen Erwartungen auf Heiligabend und Weihnachten warten, sind eben Enttäuschungen und Streitereien auch nicht weit.

Sinn und Zauber verloren

Für mich war diese Adventszeit Höchstleistung pur. Letztes Jahr habe ich das Ganze noch bedacht angepackt und locker genommen. Lag wahrscheinlich auch an den Hormonen in der Wochenbettzeit. Aber meine Tochter ist nicht wie letztes Jahr ein Säugling. Sie ist einjährig und nimmt sehr wohl alles wahr. Sie versteht zwar noch nicht alles. Aber sie merkt, dass in den letzten Wochen etwas anders war. Und wie jede Mama wollte ich, die Augen meines Kindes zum Strahlen bringen. Ist mir auch gelungen. Meiner Tochter machte es riesigen Spass die Adventsgeschenke aufzumachen und 24 neue Sachen zu bekommen. Sie lachte aufgeregt als sie beim Backen meinen selbstgemachten Teig essen durfte. Jeden Tag zeigte sie mit ihren Fingerchen in Richtung Küche, weil sie wusste, wo die Kekse standen. Und nachdem wir den Christbaum geschmückt und die Lichterkette eingeschaltet haben, kam ein «Woooow» von ihr.

Das alles sind wunderschöne Momente, die ein Mamaherz höher schlagen lassen und die uns zeigen, warum wir uns den ganzen Stress überhaupt antun. Hinzukommt, dass viele Mamas eben diesen Augenblick auch auf der Kamera festhalten wollen und das neben den ganzen Vorbereitungen auch tun. Erst als ich vor wenigen Tagen die ganzen Aufnahmen gesehen habe, habe ich plötzlich gemerkt, dass ich während der ganzen Zeit eben nicht alle Momente meiner Tochter wahrgenommen habe. Zumindest nicht bewusst. Und ich sass auch nie einfach da, um sie einfach zu beobachten. Um einen Augenblick zu geniessen. Irgendwie, jetzt wo Weihnachten da ist, wird mir bewusst, dass ich im ganzen Stress den Sinn und vor allem den Zauber für Weihnachten verloren habe. 

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Wenn die Kinder älter werden …

Eines sollte gerade uns Mamas klar sein: Wir sollten die Vorweihnachtszeit in vollen Zügen wahrnehmen und geniessen. Müssen wir gleich einen Adventskalender mit 24 Päckchen besorgen und alles einzeln verpacken? Ein Adventskalender mit vier Geschenken – an jedem Adventssonntag eines – würde doch auch reichen. Das spart nicht nur Zeit und Geld. Sondern vor allem Nerven. Denn es ist gar nicht so einfach 24 sinnvolle Geschenke für Kinder zu finden, die nicht gleich ein halbes Vermögen kosten. Und müssen wir überhaupt ein Dutzend verschiedene Guetzli-Sorten backen und dabei jeden Teig selbst kneten? Der Fertigteig im Laden wird auch nicht der schlechteste sein. Hauptsache die Kinder haben etwas zum Ausstechen. Bei ihnen zählt schliesslich nur der Spassfaktor.

Wir sollten uns immer vor Augen führen, wenn Kinder älter werden, dass auch der einzigartige Zauber der Weihnachtszeit verfliegt. Die Kinderaugen, wenn sie einen Adventskalender oder Kerzen sehen, werden nicht mehr auf die gleiche Art strahlen. Die Neugier am Weihnachtsschmuck wird immer kleiner. Der Samichlaus kommt nicht mehr zu Besuch. Und die Spannung, was sich in einem Päckchen verbirgt, wird verschwinden. Aus Magie wird mit den Jahren auch bei Kindern Rationalität.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Leser, frohe und besinnliche Weihnachten. Geniessen Sie es mit Ihrer Familie und vor allem mit Ihren Kindern. 

Täglich berichtet «hallowil.ch»-Redaktorin und Mama Magdalena Ceak auf ihrem Instagram-Profil über den Familienalltag und gibt Inspirationen für die Kinderzimmereinrichtung.