Es muss etwas geschehen mit dem nur gerade 12,5 Meter langen Lernschwimmbecken in der Oberstufe Sproochbrugg. Vor knapp 50 Jahren in die grüne Wiese gebaut, ist es in der Zwischenzeit marode, der Sanierungsbedarf ausgewiesen und teilweise sind keine Einzelteile mehr erhältlich. Allerdings haben weder die Oberstufe, in welcher Schüler aus den Gemeinden Niederhelfenschwil und Zuzwil beschult werden, noch die Primarschule Zuzwil Bedarf an diesem Schwimmbecken. Dafür zeigen die Primarschulen Niederhelfenschwil und einige Vereine Interesse an der Erhaltung. Dies hätte zur Folge, dass die Gemeinde Niederhelfenschwil künftig den Bärenanteil der Kosten zu tragen hätte, da sich Zuzwil ausklinkt. Die Zuzwiler Primarschüler gehen im Bergholz in Wil schwimmen und die Gemeinde beteiligt sich finanziell am Sportpark. Aktuell ist die Beckenbenutzung in der Sproochbrugg mittels einer Nutzungsvereinbarung geregelt. Wird das Bad saniert, müsste ein neuer Vertrag ausgearbeitet werden.

Doch zu fragen ist: Lohnt sich eine Sanierung überhaupt? Anfang Jahr hatte der Gemeinderat von Niederhelfenschwil genau diese Frage der Arbeitsgruppe «Zukunft Lernschwimmbecken» mit auf den Weg gegeben. Ihr gehören die Schulpräsidenten Clemens Meisterhans, Gabriela Arn und Ursula Künzle, die beiden Schulräte Adelbert Luzio und Roland Zwick sowie der Niederhelfenschwiler Gemeinderat Ruedi Gschwend an. Sie haben die Grundlagen der Sanierung und ein Grobkonzept ausgearbeitet und zogen eine spezialisierte Firma bei.

Oberuzwil und Wil als Ersatz

Die Gesamtkosten für die Sanierung würden sich auf rund 1,7 Millionen Franken belaufen. 600'000 Franken entfielen auf den Eingangsbereich, die WCs, Duschen und Garderoben. Rund 400'000 Franken wären in ein neues Becken zu investieren sowie knapp 400'000 Franken in die Technik und die Wassertechnik. Wenn der Schwimmunterricht für die Niederhelfenschwiler Schüler künftig nicht mehr in der Sproochbrugg stattfinden würde, stünden als Alternativen das Bergholz oder das Hallenbad Oberuzwil zur Debatte. Dann allerdings nur noch je ein Semester in der 2. und 3. Klasse. Bis anhin findet der Schwimmunterricht in Niederhelfenschwil ab dem grossen Kindergarten bis zur vierten Klasse statt.

In der Diskussion ernteten jene Referenten den grösseren Applaus, welche sich für den Erhalt des Schwimmbeckens aussprachen. Auch bei der abschliessenden Konsultativabstimmung war eine überwiegende Mehrheit dafür, die Sanierung vorzunehmen. Es wird als eine Qualität erachtet, ein solches Bad in der Gemeinde zu haben, auch wenn es ein Kostentreiber und nicht öffentlich ist. Allerdings gab es auch Stimmen, welche die Kosten kritisch beäugten. Immerhin geht es um rund zwei Steuerprozente. Ob es allerdings eine Steuererhöhung bräuchte, ist noch nicht sicher und würde von der laufenden Rechnung abhängen. Gleich mehrfach wurde das Schwimmbecken als «Luxus-Objekt» bezeichnet. Auch wenn die Diskussion jederzeit sachlich verlief, so wurde doch deutlich, dass viele Emotionen mit diesem Schwimmbecken verknüpft sind.

Gemeinderat entscheidet

Nach dem Infoanlass von Dienstagabend macht sich die Arbeitsgruppe nun daran, einen Bericht für den Gemeinderat Niederhelfenschwil zu erstellen. Dieser spricht sich dann für oder gegen die Sanierung aus. Jenen Entscheid könnte mittels Unterschriftensammlung und einer Abstimmung angefochten werden. Wann es soweit ist, steht noch nicht fest.