«Dies hätte zu Folge, dass die Mindereinnahmen im 2023 gesamthaft annähernd 300 Mio Fr. betragen werden. Miteinberechnet ist die mit grosser Wahrscheinlichkeit wegfallende Gewinnausschüttung der Nationalbank an die Kantone. Von einer erneuten Steuersenkung profitiert der Mittelstand und besser Verdienende. Dies zu einem Zeitpunkt, wo der finanzielle Druck auf Personen mit tieferem Einkommen vermehrt zu Einschränkungen im Alltag führt. 

Ich wundere mich sehr über dieses mehrheitlich sehr eigennützige Verhalten bürgerlicher Kantonsratsmitglieder, welches dem Kanton insgesamt schadet. Mit Vernunft und Verantwortungsbewusstsein hat dies nichts zu tun. Wohl eher mit billiger Wahlkampf-Propaganda im Hinblick auf die Kantonsratswahlen 2024. Diese Einnahmeausfälle gefährden u.a. wichtige Dienstleistungen im Bereich Gesundheit, Bildung und Sozialwesen. Zudem werden die Mittel für Massnahmen zur Bewältigung der Klima- und Energiekrise fehlen. Dies wird spürbare Nachteile für die Bevölkerung haben. 

Das Prinzip der Solidarität für finanziell schlechter gestellte Bevölkerungsteile wird mit Füssen getreten. Immer mehr Leute werden aus finanziellen Gründen an den Rand der Gesellschaft gedrängt, was wiederum zu einer verstärkten Spaltung der Gesellschaft führt. Es ist zu hoffen, dass der Kantonsrat in der Schlussabstimmung mehr Vernunft und Verantwortungsbewusstsein zeigen wird. In unseren Händen liegt es, wen wir im Februar 2024 in den Kantonsrat wählen werden. Es lohnt sich, Diskussionen und Beschlüsse aus dem Kantonsrat nachzulesen, da diese Auswirkungen auf unseren Alltag auf das Zusammenleben in unserem Kanton haben.»

Sabrina Albin, Rossrüti