Zum achten Mal lud die Bibliothek Sproochbrugg zur traditionellen Lesewanderung mit Andreas Tylla ein, die in Niederhelfenschwil stattfand. 22 Wanderer versammelten sich beim Volg und wanderten den Hörnliberg hinauf und weiter zum nahegelegenen Wald bei Dägetschwil. Obwohl das Wetter anfangs noch trocken war, musste die Wanderung wegen zunehmendem Niederschlag abgekürzt werden. Andreas Tylla konnte trotzdem alle vorbereiteten Geschichten, geschrieben von Thaddäus Troll, erzählen.Der himmlische Computer
Hier versuchen die Organisatoren des Himmels, ihre himmlischen Tätigkeiten besser in den Griff zu bekommen und zwar mit einem Computer. Engel, Apostel und Heilige wollen damit Wallfahrten, Fürbitten, Totenmessen und vieles mehr statistisch erfassen, um den Überblick zu behalten.

Doch bald schon erkennen sie, dass weder im Himmel, noch in der Hölle ein geeigneter Programmierer zu finden ist. Nach vielen Streitereien zwischen Abgeordneten aus diesen Parteien lässt man die Idee des digitalisierten Himmels fallen und so trifft man immer noch das alte Paradies wie seit jeher an.

Der geisteskranke Roboter
Wer träumt nicht von einem elektronischen Helfer in allen Lebenslagen. Die Familie Dubelstein hat einen solchen geerbt, den sie Robby nennen. Anfangs brauchen sie etwas Zeit, den Umgang mit "Robby" zu lernen, doch schon bald verstehen sie, was für ein Glück sie haben, ein solches Gerät zu besitzen. Robby kann nicht nur putzen, er erledigt auch die Hausaufgaben der Kinder, beteiligt sich an den Geldgeschäften des Vaters und hilft der Mutter, richtig und preiswert einzukaufen.

Wer soviel Hilfe erhält, verlernt viele Fähigkeiten, im Besonderen die des selbstständigen Denkens. So merkte niemand, dass Robby auch falsche Entscheidungen trifft, sehr zum Schaden der Familie und so nimmt das stumpfsinnige Denken in der Familie Dubelstein immer mehr zu.

Vom Schlafen
Allein oder vereint schlafen, mit diesem Thema beschäftigt sich Thaddäus Troll in dieser Geschichte. Wer schnarcht, röchelt, im Schlaf redet oder wandelt, der tendiert doch eher zum Alleinschlaf. Wer dessen jedoch überdrüssig wird, holt sich den Führerschein, sprich den Trauschein für das Vereintschlafen.

Damit das Vereintschlafen interessant bleibt, erfuhren die Zuhörer einiges über die richtige Kleidung zum Schlafen. Doch egal, ob vereint oder getrennt, mit oder ohne Kleidung, der Schlaf ist wohl für alle der angenehmste Zustand fürs Faulenzen.

Lob der Kurzsichtigkeit
Man sagt, ein kurzsichtiger Mensch ist ein friedlicher Mensch. Kurzsichtigkeit lässt sich durch angepasste Brillengläser beheben und schon ist die Welt wieder klar. Schade, denn wer die Brille nur für ein paar Minuten absetzt, der sieht die Welt mit ganz anderen Augen. Frauen werden schön wie Göttinnen, ein Haus wird zu einer Villa, Farben verschwimmen zu vielen einzelnen Nuancen und Regenbogenfarben.

Wie schön muss es sein, so schreibt Thaddäus Troll weiter, wenn auch Politiker ihre Kurzsichtigkeit ablegen könnten und die Welt mit mehr Weitsicht regieren würden,. Um wieviel friedlicher wäre dann unser Zusammenleben auf diesem Planeten.

Das aufkommende Gewitter und der Platzregen verkürzte die Wanderung und liess mehr Zeit für den Apéro. Bei einem gemütlichen Zusammensitzen in der Garage von Ida Jung genossen alle die belegten Brötchen und warteten, bis das Gewitter weiterzog, damit alle Gäste trocken nach Hause kommen konnten.