Der FC Wil bleibt in Jahr 2020 bis in den Mai hinein ohne Sieg. Mindestens. Das lässt sich nun sagen, wo auch das neunte Spiel des Jahres keinen Erfolg eingetragen hat und die Meisterschaft bis Ende April wegen des Coronavirus ausgesetzt wird. Mindestens. Wie schon drei Tage zuvor gegen den FC Zürich im Bergholz setzte es auch im Kybunpark gegen den Super-League-Leader FC St. Gallen eine 1:4-Niederlage ab. Wie schon gegen die Zürcher war der Auftritt in der ersten Halbzeit gut, danach nicht mehr, was mit diversen Wechseln zusammenhing. Wie schon gegen die Zürcher boten die Wiler dem oberklassigen Gegner eine Halbzeit lang Paroli, am Schluss aber nicht mehr. Wie schon gegen die Zürcher erzielten die Wiler den einzigen Treffer in der ersten Hälfte, dieses Mal in der Person von Julian von Moos, der im Strafraum mit dem Ball quer lief und schliesslich traf. Mehr war nicht drin, obwohl von Moos und Silvio später noch die Torumrandung trafen und die Gäste zu weiteren guten Möglichkeiten kamen.

Und wie schon gegen die Zürcher kam Goalie Zivko Kostadinovic zum Zug, obwohl man ihm im Winter mitgeteilt hatte, dass es keine Zukunft in Wil gibt und es für ihn sehr schwierig wird. Nun sagt Vereinspräsident Maurice Weber zu hallowil.ch: «Es gibt keine klare Nummer 1. Kostadinovic und Mossi sind beide etwa gleich gut.»

Weitere Testspiele abgesagt

Derlei Fragen über die Nummer 1 werden aber frühestens im Mai wieder aktuell. Denn bis zum 30. April werden in der Challenge League wegen des Coronavirus keine Spiele ausgetragen – auch keine Freundschaftsspiele mehr. Die geplanten Partien gegen Vaduz (20. März) und Austria Lustenau (26. März) entfallen somit. Noch nicht geklärt ist, ob die Profis in der Zwischenzeit trainieren werden oder nicht. Laut Weber werde dies «eher nicht der Fall» sein, da man in einem Mannschaftssport laut Bundesamt für Gesundheit eher gefährdet sei als bei einem Einzelsport. Jedoch will er noch die ausserordentliche Generalversammlung von kommendem Montag abwarten, an welcher die 20 Klubpräsidenten der Super League und Challenge League auch darüber diskutieren werden.

Im Videeo: Die fünf Tore im Kybunpark

 

Dann wird es hauptsächlich darum gehen, ob und wann die Saison doch noch zu Ende gespielt werden kann. Voraussetzung dürfte sein, dass die Europameisterschaft um ein Jahr verschoben wird. So könnte man auch den Juni und womöglich gar den Juli noch nutzen, um das verbleibende Programm abzuspulen.

Noch kein Wiler Totengräber

Und wenn nicht, dürfte das für manch einen Klub der höchsten beiden Ligen existenzielle Ängste mit sich bringen, da wichtige Zuschauer-Einnahmen entfallen. Wie steht der FC Wil da? «Die Situation ist kritisch. Allerdings läuft der Totengräber bei uns noch nicht rum. Wenn es ganz eng wird, lade ich die Spieler zum Spaghetti-Essen zu mir nach Haus ein», schmunzelt Weber.

Ein realistisches Szenario ist aber schon, dass der FC Wil nächste Woche Kurzarbeit anmelden wird. Bereits wurde alles vorbereitet. Jedoch werden noch die Gespräche der Liga-Versammlung am Montag abgewartet. Ob Kurzarbeit auch für die Spieler möglich ist, bleibt abzuwarten. Da sie einen befristeten Vertrag haben, ist dies grundsätzlich nicht vorgesehen. Man sei in der aktuell aussergewöhnlichen Lage aber dran, diesbezüglich eine Lösung zu finden, sagt Weber.

FC St. Gallen (Super League) – FC Wil 1900 4:1 (3:1)

Kybunpark: keine Zuschauer. – Sr: San.

Tore: 3. Görtler 1:0. 19. Quintilla 2:0. 21. von Moos 2:1. 45. Demirovic 3:1. 74. Gonzalez 4:1.

FC St. Gallen:
Bis 59. Minute: Zigi (46. Klinsmann); Hefti, Fazliji, Letard, Muheim; Görtler, Quintilla, Ribeiro, Bakayoko; Demirovic, Itten.
Ab 59. Minute: Klinsmann; Kräuchi, Vilotic, Fabiano, Rüfli; Staubli, Costanzo, Ruiz, Solimando; Campos, Gonzalez.

FC Wil 1900:
1. Halbzeit: Mossi; Rohner, Kamberi, Schmid, Schäppi; Abedini, Ismaili; von Moos, Fazliu, Duah; Silvio.
2. Halbzeit: Kostadinovic; Padula, Dimitrou, Schmid (65. Traber), Schäppi (65. Celant); Muntwiler, Ndau; Brahimi, Krasniqi, Bosic; Silvio (65. Paunescu).

Bemerkungen: St. Gallen ohne Strübi, Guillmenot, Ajeti, Nuhu, Babic, Lüchinger (verletzt), Abaz, Stergiou und Kchouk (nicht im Aufgebot). Wil ohne Klein, Schmied (verletzt) und Wörnhard (nicht im Aufgebot), dafür mit Alesssandro Paunescu aus dem eigenen Nachwuchs. – 22. Lattenschuss von Moos. – 45. Pfostenschuss Ribeiro. – 54. Lattenkopfball Silvio.

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Der Liveticker:

Ich bedanke mich für das Interesse an diesem Testspiel und wünsche – trotz allem – ein schönes Wochenende. Bis bald auf hallowil.ch.

Schlussfazit: Wie schon am Dienstag war die erste Halbzeit deutlich besser als die zweite. Vor allem in einer Phase Mitte der ersten Halbzeit war der Auftritt gar richtig stark. Doch die Äbtestädter konnten die Pace nicht halten, wohl auch wegen der vielen Wechsel. Die Hauptfrage ist nun aber: Wann findet das nächste Spiel des FC Wil statt?

Schlusspfiff im Kybupark: Der FC Wil verliert auch dieses Testspiel mit 1:4, dieses Mal gegen den FC  St. Gallen.

88. Minute: Costanzo mit einer Chance: Sein Abschluss kann aber von Kostadinovic geklärt werden. Und zwar zum Corner, der dann nichts bringt.

87. Minute: Also: Die Luft ist raus hier. Das Spiel plätschert seinem Ende entgegen.

85. Minute: Mal wieder ein Wiler Vorstoss: Padula kommt über rechts und passt zur Mitte. Doch dort verpasst Bosic. Das war der erste Angriff der Wiler seit längerer Zeit.

81. Minute: Es sind heute übrigens 123 Leute im Kybunpark bei diesem Geisterspiel. So viele werden lange nicht mehr da sein. Wenn man denn überhaupt noch spielen wird in nächster Zeit. Man kann es sich kaum vorstellen. War das gar das Abschiedsspiel von Silvio?

79. Minute: Dann wird es halt doch wieder hoch aus Wiler Sicht. Trotz guter Leitung während einer Stunde.

77. Minute: Nun sind die St. Galler am Drücker. Solimando schliesst ab. Doch Kostadinovic ist da und klärt zur Ecke.

74. Minute: TOOOOOR für den FC St. Gallen durch Gonzalez zum 4:1. Au weiah, Dimitrou. Sein Rückpass auf Goalie Kostadinovic gerät zur kurz. Gonzalez steht dann alleine vor dem Tor und lupft den Ball in die rechte Ecke.

73. Minute: Mal wieder eine Ecke für Wil: Der Ball kommt in den Strafraum. Aber da ist dann zu wenig Druck dahinter.

69. Minute: Es ist nun eine etwas zerhacktere Sache. Die Wechsel hinterlassen ihre Spuren.

65. Minute: Drei Wechsel beim FC Wil: Traber kommt für Schmid. Celant ist neu anstelle von Schäppi da. Und Paunescu ersetzt Silvio.

59. Minute: St. Gallen wechselt einmal komplett durch. Zehn neue Feldspieler. Die 4er-Abwehr bilden nun von recht her gesehen Kräuchi, Vilotic, Fabiano und Rüfli. Das Mittelfeld mit Raute bestücken Staubli, Costanzo (defensiv), Ruiz (offensiv) und Solimando. Die beiden Stürmer sind Campos (rechts) und Gonzalez.

56. Minute: Die Wiler sind weiterhin gut drin im Spiel - und bestimmen momentan dieses.

54. Lattenkopfball von Silvio. Dann geht die Murmel auf die Linie und dann nicht rein. Die Flanke hatte Brahimi geschlagen.

49. Minuten: Nun versucht es der eingewechselte Dimitrou. Aber Richtung eigenes Tor. Knapp daneben. Weiterhin 3:1.

48. Minute: Den ersten Akzent der zweiten Halbzeit setzen die Gastgeber. Itten mit einem Abschluss, der aber zu harmlos ausfällt.

46. Minute: Bei St. Gallen gab es vorerst nur einen Wechsel: Im Tor ist jetzt Klinsmann anstelle von Zigi. Die grosse Wechselflut wird noch kommen.

46. Minute: Folgende Wiler spielen nun: Im Tor ist Kostadinovic. In der 4-2-3-1-Formation bilden von rechts her gesehen Padula, Dimitrou, Schmid und Schäppi die Abwehr. Das defensive Mittlfeld bestücken Captain Muntwiler (rechts) und Ndau. Offensiv im Mittelfeld sind nun Brahimi, Krasniqi und Bosic am Werk. Einziger Stürmer ist weiterhin Silvio.

46. Minute: Das Spiel läuft wieder. Mit diversen Wechseln, vor allem bei Wil.

Die Mannschaften kehren zurück. Gleich geht es weiter.

Pausenfazit: Eine attraktive erste Halbzeit. Zuerst war St. Gallen überlegen und ging früh in Führung. Doch dann fanden die Wiler schnell ins Spiel. Zwar fiel das 2:0 für die Gastgeber, doch umgehend auch der Anschlusstreffer - und kurz danach um ein Haar der Ausgleich. Die Latte hatte was dagegen. Doch in der Schlussphase der ersten Hälfte wurden die Gastgeber wieder stärker und machten das 3:1.

Pausenpfiff im Kybunpark: Der FC St. Gallen führt gegen den FC Wil mit 3:1.

45. Minute: TOOOOR für den FC St. Gallen durch Demirovic zum 3:1. Das hat sich nun doch noch abgezeichnet. Goalie Mossi ist zwar noch dran, aber nicht mehr entscheidend. Drin das Ding.

45. Minute: Pfostenschuss Ribeiro.

42. Minute: Nochmals die St. Galler mit einem Corner. Aber keine Gefahr. Doch in der nächsten Szene ist das 3:1 nahe. Ein Ribeiro-Abschluss wird noch geblockt - und geht dann drüber.

40. Minute: Die Wiler Sturm- und Drangphase ist scheinbar durch.

38. Minute: Erneut versucht es Demirovic. Dieses Mal von links im Strafraum. Aber doch deutlich am rechten Pfosten vorbei.

36. Minute: Auch St. Gallen versucht es mal wieder: Demirovic zieht von der Strafraumgrenze ab. Aber da fehlt etwa ein Meter in der Höhe.

32. Minute: Der Corner ist wieder stark: Abedini nimmt den Ball direkt. Aber copy and paste: Zigi wieder stark.

32. Minute: Wieder eine Top-Chance für die Gäste: Fazliu kommt da frei zum Abschluss, aber Zigi mit der nächsten starken Glanztat.

31. Minute: Halb Schuss, halb Flanke von Schäppi. Kein Problem für Zigi.

29. Minute: Die Äbtestädter machen das echt gut. Dieses Mal kommen die Gäste über links. Distanzschuss von weit links. Zigi hat mit diesem Geschoss mehr Mühe, als ihm selber lieb ist. Im Nachfassen versandt diese Wiler Welle.

24. Minute: Wieder beinahe der Ausgleich: Ein Duah-Knaller aus rund 20 Metern und aus halblinker Position wird von Zigi zum Corner geklärt. Dieser bringt wieder Gefahr - zumindest im Ansatz. Silvio kommt per Kopf ran, aber daneben.

22. Lattenschuss von Moos. Beinahe der Doppelschlag.

21. Minute: TOOOOOOOOOR für den FC Wil durch von Moos zum 2:1-Anschlusstreffer. Was für eine schöne Einzelleistung von von Moos. Er läuft im Strafraum quer und trifft den zum ersten Mal im Dress des FC Wil. Es geht was hier im leeren Park.

19. Minute: TOOOOOR für den FC St. Gallen durch Quintilla zum 2:0. Aber hallo Wil? Ein direkt verwandelter Freistoss von halblinks links um die Mauer rum in die linke Ecke. Oha.

17. Minute: Dann aber wieder die Gastgeber: Itten mit einer Top-Chance. Der Ball streicht aus rund fünf Metern knapp am rechten Pfosten vorbei.

16. Minute. Die Wiler haben sich also gefangen und bieten dem Super-League-Leader momentan gut Paroli.

13. Minute: Der Corner bringt nichts. Aber die Wiler bleiben dran und versuchen es über rechts. Doch die Flanke findet einen Grünen.

12. Minute: Silvio legt gleich nach: Dieses Mal kommt er auf halblinks zum Abschluss. Aber wieder heisst der Sieger Zigi. Corner Wil.

9. Minute: Riesenchance zum Ausgleich: Da spielten sich die Wiler schön über rechts durch. Silvio kommt dann zentral vor dem Tor frei aus 8-9 Metern zum Abschluss. Aber Zigi wehrt mit einem guten Reflex. Den dürfte man auch mal machen.

6. Minute: Die St. Galler dominieren die Startphase. Erster Corner für die Espen. Bringt aber nichts ein.

3. Minute: TOOOOOR für den FC St. Gallen durch Görtler zum 1:0. Den ersten Versuch von Itten kann Wil-Keeper Mossi noch klären. Doch der Ball kommt in die heisse Zone zurück. Görtler ist da und trifft mit der ersten Chance des Spiels in die lange Ecke. Wiler Kaltstart.

1. Minute: Das Spiel läuft.

Die Mannschaften laufen auf - ganz ungewohnt nicht in Reih und Glied hintereinander, sondern wie ein wilder Haufen. Das hat mit dem Coronavirus zu tun. Ein Handshake gibt es nicht. Einen Kreis bilden aber beide Teams, um sich einzuschwören.

Geleitet wird das Spiel von Schiedsrichter Fedayi San.

St. Gallens Trainer Peter Zeidler schickt folgende Spieler in einem 4-4-2-System aufs Feld. Im Tor steht Zigi. Die Abwehr bilden von rechts her gesehen Hefti, Fazliji, Letard und Muheim. Im Mittelfeld laufen auf von rechts nach links: Görtler, Quintilla, Ribeiro und Bakayoko. Die beiden Stürmer sind Demirovic (rechts) und Itten.

Kommen wir sogleich zu den Mannschaftsaufstellungen. Wils Trainer Ciriaco Sforza hat sich in einem 4-2-3-1-System für folgende Akteure entschieden. Im Tor ist Mossi. Die 4er-Abwehr bilden von rechts her gesehen Rohner, Kamberi, Schmid, Schäppi. Defensive Mittelfeldspieler sind Abedini (rechts) und Ismaili. Im zentralen Mittelfeld laufen von rechts nach links von Moos, Fazliu und Duah auf. Einziger Stürmer ist Silvio. Verletzt sind Klein und Schmied. Nicht im Aufgebot steht Wörnhard.

Zugegeben: Fussball ist momentan nicht das allerwichtigste. Und trotzdem ist es wichtig, auch in diesen Corona-Zeiten die schönen Dinge des Lebens zu sehen. In diesem Sinne: Herzlich willkommen aus dem leeren St. Galler Kybunpark zum Testspiel-Derby zwischen dem Super-League-Leader FC St. Gallen und dem Challenge-League-Sechsten FC Wil. Simon Dudle tickert durch den Fussball-Nachmittag.

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Die Vorschau:

Gut drei Tage nach der 1:4-Niederlage gegen den FC Zürich steht für den FC Wil das nächste lukrative Testspiel an. Gegner ist der Super-League-Tabellenführer FC St. Gallen. Es ist ein St. Galler-Derby unter speziellen Bedingungen. Nämlich just an jenem Tag, an dem der Bund eine weitere Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen wegen des Coronavirus bekannt gibt, was auch die Sportler treffen wird. Wie es mit dem hiesigen Fussball und der Challenge-League-Saison weitergeht, soll am kommenden Montag an einer ausserordentlichen Generalversammlung der Swiss Football League diskutiert und bekanntgegeben werden. An Fussball unter Normalbetrieb mag man momentan aber kaum denken.

Trotzdem versuchen sich die Fussballer im Schuss zu halten. Das Testspiel zwischen dem FC St. Gallen und dem FC Wil findet heute Freitag um 15 Uhr im Kybunpark unter Ausschluss der Öffentlichkeit stat. Wie schon am vergangenen Dienstag gegen den FC Zürich berichtet hallowil.ch mit einem eigenen Liveticker vom Geisterspiel und zeigt im Anschluss die Tore im Video. Zudem gibt es heute dank den Kollegen des FC St. Gallen einen Livestream vom Spiel.