Rund 20 Personen, darunter der St. Galler Regierungsratspräsident Marc Mächler und die FDP-Kantonsrätin und Lütisburger Gemeindepräsidentin Imelda Stadler, fanden sich am Freitagabend in der Kirchberger «Eintracht» beim Jubiläums-Apéro ein, zu dem die Jungfreisinnigen Toggenburg eingeladen hatten.

Verbesserungspotenzial bei den Frauen

Deren Präsident, Nicolas Stillhard (Mosnang), betonte, dass es sich lohne, sich als junger Mensch für eine liberal-wirtschaftlich Weltordnung einzusetzen - auch wenn dies im ländlich-konservativen Toggenburg mitnichten die dominierende politische Meinung sei. Aufgeben sei aber keine Option, denn «wir haben uns in den letzten zehn Jahren zur erfolgreichsten Nachwuchspartei im Toggenburg entwickelt. Gestartet sind wir einst mit fünf Mitgliedern und heute zählen wir 27», freute sich Stillhard. Und schliesslich seien liberale Werte wie Freiheit und Unabhängigkeit auch für die Landbevölkerung sehr wichtig Themen. «Wir müssen einfach vermehrt nach aussen kommunizieren, was wir unter Freiheit verstehen», richtete Stillhard eine Forderung an seine Zuhörersschaft. Und in noch einer Sache hätten sie Nachholbedarf: «Wie wir heute sehen können, hat es hier nur jungliberale Männer; bei den Frauen haben eindeutig noch Verbesserungspotenzial», erklärte Stillhard.

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Der Präsident der Jungfreisinnigen, Nicolas Stillhard, bei der Begrüssung der Gäste zum 10-Jahrjubiläum der Partei: «Wir sind die erfolgreichste Jungpartei im Toggenburg.»


Mächler: «Langfristig erfolgreich»

Regierungsrat Marc Mächler (Zuzwil) forderte die Jungfreisinnigen dazu auf, «die Speerspitze für liberale Ideen» zu sein, welche der Mutterpartei von Zeit zu Zeit einen entlarvenden Spiegel vorhalte. Denn gerade «alte Säcke», wie er selbst, so betonte der 51jährige Mächler salopp, tendierten im Polit-Alltag oft dazu, immer mehr von ursprünglichen freisinnigen Ideen und Forderungen abzuweichen. Wer jung sei, könne noch viel unverkrampfter für seine Visionen kämpfen. Dies sei umso wichtiger, weil der Liberalismus in der jüngsten Zeit, in der viele alles günstiger oder sogar kostenlos haben wollten, «enorm unter Druck» geraten sei. Er, Mächler, sei jedoch davon überzeugt, dass «eine liberale Welt am Ende das Modell sein wird, welches langfristig erfolgreich sein wird». Denn die Freiheit des Liberalismus regle eben nicht alles durch Verzicht und Verbote, wie sie eine rot-grüne Politik einfordere, sondern erlaube es den Menschen «auch noch Freude und Spass zu haben und ein Leben zu führen, das Sinn macht», so Mächler.

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Regierungsratspräsident und Parteifreund Marc Mächler forderte die Jungfreisinnigen dazu auf, weiterhin für die Gesamtpartei die «Speerspitze für liberale Ideen» zu sein.