Im Jahr 2012 wurde der Kaufvertrag für die Liegenschaft Turm zwischen der damaligen Politischen Gemeinde Wil und dem Sicherheitsverbund Region Wil unterschrieben. Seit mehreren Jahren ist also klar, dass es für das Gebäude an der Tonhallenstrasse eine neue Nutzung braucht. Der Sicherheitsverbund, welcher in jenem Gebäude untergebracht war, hat im September des vergangenen Jahres an der Bronschhoferstrasse einen Neubau bezogen. Dass auch 2018 noch nicht klar ist, was mit der Liegenschaft Turm passiert, stört das halbe Stadtparlament. 20 der 40 Vertreter haben im Mai eine «Dringende Interpellation» von Marcel Malgaroli (FDP) unter dem Titel «Werden Wiler Vereine ernst genommen?» unterschrieben.

Ein zentraler Punkt darin ist die Zukunft der Liegenschaft Turm. «Leider wurde während fünf bis sechs Jahren nichts geplant, obwohl klar, dass der Sicherheitsverbund Ende 2017 das Gebäude verlässt und dies einer neuen Nutzung zugeführt werden soll», so Malgaroli. Er fühlt sich vom städtischen Departement für Bau, Umwelt und Verkehr (BUV) nicht ernst genommen.

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Marcel Malgaroli, Stadtparlamentarier FDP

Mehrere Kauf- und Mietinteressenten
Mittlerweile liegt die Antwort des Stadtrats vor und wird diesen Donnerstag an der nächsten Sitzung des Stadtparlaments behandelt. In dieser bedauert die Behörde die entstandene Verzögerung. Wie es konkret mit dem «Turm» weitergeht, steht aber auch im Sommer 2018 noch nicht fest. «Zwischenzeitlich wurde sichergestellt, dass die Liegenschaft Turm im bisherigen Rahmen bis auf weiteres genutzt werden kann. Er dient derzeit als Versammlungsraum und einfache Gruppenunterkunft, wobei jeweils die brandschutztechnischen Auflagen erfüllt sein müssen», schreibt der Stadtrat. Die Regierung weist darauf hin, dass mehrere Kauf- und Mietinteressenten die Stadt bezüglich Liegenschaft Turm kontaktiert hätten. Mit diesen wurden und werden Gespräche geführt. «Die Mietinteressenten möchten Teile der Liegenschaft ohne wesentliche bauliche Anpassungen für Ihre Zwecke während einer definierten temporären Nutzungsdauer mieten», schreibt die Stadtregierung.

Für den Stadtrat ist klar, dass eine Nutzung als Hotel, Jugendherberge oder Band and Breakfast nicht in Frage kommt – «aus Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsgründen». Dies hätten Abklärungen, auch mit möglichen Investoren, ergeben.

Immer mehr eine unendliche Geschichte
Die Stadtregierung will nun weitere Möglichkeiten und Schritte für eine Kurzfrist- und Langfristnutzung prüfen. Klar ist, dass eine Sanierung Millionen kosten würde. Ein Konzept soll aufzeigen, in welcher Form, mit wem und mit was für einem Umbauaufwand eine solche Nutzung möglich sein könnte. Wann dieses Konzept präsentiert wird, geht aus der Antwort nicht hervor. Die Zukunft des «Turms» droht immer mehr zu einer unendlichen Geschichte zu werden.