Das Littering-Problem ist jeweils im Sommer verstärkt vorhanden, wenn viele Leute auch am Abend draussen sind. Aber nicht nur dann. «Mit der aktuellen Beschränkung von Personenansammlungen, der Sitzplatzbeschränkung in Restaurants sowie der Maskenpflicht ziehen teilweise illegale Hotspots merklich an», hat die Stadt Wil festgestellt. Dem Stadtparlamentarier Marcel Malgaroli (FDP) ist der liegenbleibende Abfall ein Dorn im Auge. Er geht davon aus, dass mit mehr Abfallkübeln an Verweilplätzen Abhilfe geschaffen werden könnte und fordert die Stadt Wil deshalb in einem politischen Vorstoss auf, die Entsorgungs-Situation zu überdenken (siehe auch Artikel unten).

Doch bei der Stadt sieht man es anders. Nicht die fehlenden oder falsch platzierten Abfallkübel seien das Problem, sondern die Sorglosigkeit und das fehlende Bewusstsein von einzelnen Personen, die den Abfall liegen lassen. Gesamthaft 250 Abfallkübel und 160 Robidogs gebe es auf städtischem Gebiet. Auf Schulanlagen stünden bis zu 30 Abfallkübel zur Verfügung. Dieses Netz sei engmaschig im Zentrum, aber auch im Naherholungsgebiet gebe es Kübel. Im Wald würden bewusst nur bei Grillstellen Abfallbehälter aufgestellt. Alles andere sei nicht im Sinne der Eigentümer und des Forstes

Illegale Hotspots sollen nicht legitimiert werden

Die Stadt sieht auch deshalb keinen unmittelbaren Handlungsbedarf, da sich mit zusätzlichen Kübeln keine Kostenersparnisse bei der Reinigung ableiten lassen. «Die Stadt Wil weist ein austariertes Netz von Abfallkübeln und Robidogs auf, welches laufend an die Bedürfnisse angepasst sowie hinterfragt wird und im Normalfall gut funktioniert», so die Stadt Wil. Und die nun entstehenden illegalen Abfall-Hotsports sollen laut der Stadt nicht durch das Aufstellen der Abfallkübel legitimiert werden.

Bei der untenstehenden Umfrage, welche hallowil.ch im September lanciert hat, finden zwei Drittel der Teilnehmer, dass es genug Kübel hat in der Stadt. Knapp 300 Klicks hat die Abstimmung bisher generiert.

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Hat die Stadt Wil genug Abfalleimer? (22.9.20)

Wer am Sonntagmorgen in Wil und Umgebung mit dem Hund spazieren geht, wird sehr wahrscheinlich schon mal an Plätzen vorbeigekommen sein, wo der Abfall neben, statt im Eimer liegt. Dieses Littering-Problem beschäftigt die Stadt nun schon eine Weile. In der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Wil wenn…» regen sich wöchentlich Bürger darüber auf, dass der Abfall nicht entsorgt wurde. Dabei werden Orte, welche zum Verweilen einladen verschmutzt und sorgt bei der Stadt dafür, dass sie Mitarbeiter abstellen muss, um den Abfall aufzuräumen.

Stadtrat soll die Sache überprüfen

Marcel Malgaroli von der FDP sieht hier ein Problem, welches anzuschauen ist. Er hat das Gefühl, dass an Orten, welche zum Verweilen einladen sollten zu wenig Abfalleimer stehen oder diese eventuell nicht am richtigen Platz stehen. Malgaroli sagt: «Ich weiss nicht, ob mehr Mülltonnen oder eine andere Platzierung das Littering-Problem lösen wird, aber es sollte definitiv von der Stadt überdacht werden.» Konkret will er in seiner Anfrage an den Stadtrat wissen, ob die Platzierungen und die Anzahl der Abfallbehälter mit den Bedürfnissen der Bevölkerung noch immer übereinstimmen.

Zudem stellt er die Frage, ob die Kosten für die stetigen Aufräumaktionen der Stadt nicht teurer sind, als wenn einfach mehr Abfalleimer aufgestellt werden. «Das Ziel ist eine saubere Stadt.», erläutert Malgaroli. «Mann muss natürlich nicht nur mehr Abfallkübel aufstellen, sondern auch die richtigen Behälter.» Der Stadtparlamentarier gibt hier das Beispiel von Pizzakartons an, welche in keinen Abfalleimer passen. Laut Malgaroli gäbe es in Winterthur schon Eimer, welche extra dafür gemacht sind.