Während der Coronazeit mussten verschiedene Brauereien einen Absatzrückgang von rund 40 Prozent hinnehmen, bei Thurbobräu betrug er lediglich rund 11 Prozent, wie Patrick Meyenberger erzählt. Er präsidiert den Vorstand des Vereins IdéeWil, der hinter Thurbobräu steht.

Bier zuhause getrunken

Dass der Absatzrückgang vergleichsweise gering ausfiel, führt er auf die lokale Verankerung zurück: «Viele Menschen haben das Bier zuhause konsumiert, wenn sie zeitweise keine Gaststätten aufsuchen konnten.»

Die lokale Verankerung ist ein zentrales Thema bei diesem Bier. Der Bezug zur Region soll künftig noch mehr in den Vordergrund gerückt werden. Dazu entstehen nach und nach kurze Videoclips, die den ganzen Produktionsprozess in Bild und Ton festhalten. 

Der erste Clip ist bereits fertiggestellt. Er präsentiert den Landwirt Marcel Rickenmann aus Trungen, der regelmässig vor den Toren Wils die Braugerste ansät. «Diese Clips helfen bei der Präsenz in den sozialen Medien», sagt dazu Patrick Meyenberger.

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Die Teilnehmenden der Genusswanderung schlenderten bei Bilderbuchwetter von Stand zu Stand. 


Erinnerung an Besitz-Übertragung

Die Ursprünge von Thurbobräu gehen auf ein Jubiläumsbier zurück. Als Wil und umliegende Dörfer 2004 ihre urkundliche Ersterwähnung im Jahr 754 feierten, wollten einige Idealisten für ein besonderes Festbier sorgen. 

Dessen Braugerste sollte in den entsprechenden Gemeinden angebaut werden. Das Festbier nahm Bezug auf den freien Bauern Rotpald, der sein Anwesen in der Region Wil dem Kloster St. Gallen urkundlich vermachte. Als Lehnszins hatte er unter anderem alljährlich 1150 Liter Bier abzuliefern. An der Wiler Hofchilbi wird an diese Ursprünge erinnert.

Da Wil seit 1982 keine eigene Brauerei mehr besitzt, wurde man in der Sonnenbräu im Rebstein fündig. Der Hopfen seinerseits stammt aus Stammheim. 

Aus der einmaligen Aktion wurde unerwartet ein Dauerbrenner. Eine Gruppe traditionsbewusster und engagierter Wiler übernahmen die Idee von den Initianten und gründeten den Verein IdéeWil, der sich als Plattform für regionale Produkte definiert. 

Zum Ursprungsprodukt Bier sind im Laufe der Jahre auch ein dunkles Bier sowie Whisky, ein Likör und Bierpralineé hinzugekommen. Weitere Lebensmittel sind derzeit im Entwicklungsstadium. Wie Patrick Meyenberger erläutert, soll bald soll eine neue Homepage mit Onlineshop aufgeschaltet werden. Sie wird ein netzwerkartiger Vertriebskanal für verschiedene Produkte aus der Region werden.

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Der  Degustationsstand der Ortsbürgergemeinde Wil in Uerental.  


Kompetenzen im Vorstand

Um seine Ambitionen erfolgreich umsetzen zu können, hat der Präsident den Vereinsvorstand mit verschieden Fachpersonen erweitert: Cornel Eisenring, Vizepräsident, Katharina Flückiger, Finanzen, Sandro Nussberger, Administration, Andreas Fritschi, Lager und Material, Christian Ebneter, Events, Manuel Domeisen, Oldtimer Vermietung und Roman Gehrer, Marketing.

Dass hinter Thurbobräu nicht eine Firma, sondern ein Verein steht, ist eher ungewöhnlich. Sein Ziel ist nicht die Erwirtschaftung eines grossen Gewinns, mit dem Überschuss werden lokale Vereine und Projekte unterstützt.

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Der Wiler Zahnarzt Patrick Meyenberger präsidiert den Vorstand des Vereins IdéeWil, dessen Flaggschiff das Thurbobräu-Bier ist. Links im Bild Katharina Flückiger, die sich im Vorstand um die Finanzen kümmert.    


Gemeinschaft stärken

Im Weiteren will der Verein auch den regionalen Zusammenhalt stärken. An der alljährlichen Hauptversammlung nehmen gemäss Angaben von Patrick Meyenberger rund 550 Personen teil.

Zudem finden für die VIP-Mitglieder gesellige Anlässe, etwa in Form von Betriebsbesichtigungen, statt. Wie der Vereinspräsident durchblicken lässt, bestehen in diesem Bereich Ausbaupläne, die allerdings noch nicht spruchreif sind.