In Lütisburg ist die Entscheidung an diesem Wahlsonntag gefallen: Marianne Burger Studer wird die neue Primarschulpräsidentin. Sie wurde mit 288 Stimmen eindeutig gewählt und erreichte damit das Absolute Mehr von 246 Stimmen. Ein überraschendes Ergebnis, meldete sich Burger Studer doch erst nach der offiziellen Meldefrist zur Kandidatur an. Ihr Gegenkandidat Werner Scherrer – ebenfalls parteilos wie Burger Studer  – bekam 197 Stimmen. Die Stimmbeteiligung dieses Wahlkampfs lag mit 492 eigegangenen Stimmzetteln bei 46,72 Prozent.

«Ich freue mich so sehr über meine Wahl – und es ist ein schönes Gefühl», sagt Burger Studer – die zwar auf eine Wahl gehofft, aber nicht mit ihr gerechnet hat – auf Anfrage der «hallowil»-Redaktion. «Schliesslich bin ich als wilde Kandidatin eingestiegen», führt sie weiter aus. Sie redet sogar von Stolz – stolz sei sie vor allem auf ihre Wähler. «Mit meiner zukünftigen Arbeit möchte ich aber auch das Vertrauen der Menschen, die mich heute nicht gewählt haben, gewinnen», so die Siegerin. Nur gemeinsam könne man Energie für eine gute Schule schöpfen und vorwärtskommen. Und eines liegt Burger Studer besonders am Herzen: Eine gute Schulqualität und ein geregelter Ablauf des Unterrichts für die Schüler und Lehrpersonen. «Natürlich sind noch viele andere Themen ebenfalls wichtig, aber ein hochwertiger Schulunterricht ist zentral.» Ausserdem: Der Schulrat müsse als einheitliches Team auftreten. 

«Natürlich bin ich enttäuscht», sagt Burger Studers Gegenkandidat Scherrer. Das sei doch jeder, der sich für ein Amt zur Verfügung stellt. «Ich habe Marianne Burger Studer als Kontrahentin nicht unterschätzt, aber dieses deutliche Wahlergebnis kommt schon überraschend», sagt Scherrer weiter. 

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Die Ausgangslage schien klar, hier noch einmal das Wichtigste in Kürze: Mit Werner Scherrer aus Tufertschwil meldete sich bis zum Ende der offiziellen Meldefrist ein Kandidat, der Nachfolger von Schulpräsident Josef Rütsche werden möchte. Dieser hatte im November angekündigt, per Ende März 2019 zurückzutreten. Scherrer ist derzeit Gemeinderat in Lütisburg.

Doch nun kommt es überraschend zu einer Kampfwahl. Denn auch Marianne Burger Studer möchte Primarschulpräsidentin werden. Die Tufertschwilerin hat Jahrgang 1962 und ist verheiratet. «Nach dem mich viele Lütisburger darauf angesprochen haben, ob ich kandidiere und ich nun erfahren habe, dass es nur einen offiziellen Kandidaten gibt, habe ich mich entschlossen „wild“ in den Wahlkampf einzusteigen», nennt Marianne Burger Studer die Beweggründe. Zu einer Wahl gehöre auch eine Auswahl. «Mir liegt vor allem eine gute Schule für unsere Kinder am Herzen. Ich war rund 30 Jahre als Lehrerin, Schulleiterin und Beraterin für Schulbehörden, Lehrpersonen, Eltern und Kinder tätig. Als Schulleiterin begleitete ich zwei grosse Bauprojekte in der Baukommission», lässt sich Burger im aktuellen Mitteilungsblatt der Gemeinde Lütisburg zitieren. Eine offene, ehrliche, transparente Kommunikation und Beharrlichkeit seien in ihrem Gepäck.

Offizielle Kandidatin ist Marianne Burger Studer freilich nicht, da sie sich nach der offiziellen Meldefrist ins Rennen begibt. Ihr Name muss auf die freie Zeile des Wahlzettels geschrieben werden, wenn man sie wählen will. Um sich bekannt zu machen, organisiert die wilde Kandidatin am kommenden Samstag (2. März) um 10.30 Uhr in Restaurant Rössli in Tufertschwil einen Anlass, an dem man sie kennenlernen kann. (pd/sdu)