«Es sind noch 100 Prozent Wil in mir. Ich habe zusammen mit Eschlikon zwei Heimaten», sagt der amtierende Eschliker Gemeindepräsident Hans Mäder (CVP) im grossen hallowil.ch-Video-Talk vor den Stadtpräsidiums-Wahlen. Es tönt gar so, als hätte er in Eschlikon abgeschlossen. «Es hat mir gefallen», sagt er.

Das ist insofern verständlich, als dass momentan der Fokus, zumindest emotional, bestimmt in Wil liegt. In der Äbtestadt will Mäder Stadtpräsident werden – und nichts weniger. Im Gegensatz zu seinen beiden Kontrahenten Daniel Meili (FDP) und Dario Sulzer (SP) würde er ablehnen, wenn es «nur» zum Amt des Stadtrates reicht und nicht zu jenem des Stadtpräsidenten. «An einem Wechsel nach Wil reizt mich die Querschnitt-Aufgabe, die Herausforderung der Verwaltungsführung und die strategische Dimension des Amtes als Stadtpräsident. Mit dem Präsidentenamt verbunden sind Aufgaben, die ich als meine Stärken betrachte: Stadtentwicklung, Kommunikation und Finanzen. Zudem kann ich Veränderungen, die ich mir für Wil wünsche, als Stadtrat kaum bewirken», sagt Hans Mäder.

Im Video: Der grosse Wahl-Talk mit Hans Mäder

 

So sieht das Horror-Szenario für die CVP aus

Natürlich wird Mäder im Wahlkampf immer wieder auf sein Alter angesprochen. 62-jährig ist er. Seine Antwort darauf: «Ich fühle mich nicht wie 62. Werde ich gewählt, dann bin ich es für vier Jahre. Ich würde aber länger machen wollen.» Ob es dann acht Jahre würden und er den 70. Geburtstag als Wiler Stadtpräsident feiert, lässt Mäder offen, bezeichnet es aber «als Möglichkeit».

Eine andere Facette in diesem Wahlkampf ist jene des CVP-Vertreters. Seit Mitte des vorletzten Jahrhunderts ist die Stadt Wil durchwegs in der Hand eines Christdemokraten oder einer Christdemokratin. Das bringt Erwartungen mit sich, dieses Amt verteidigen zu müssen. Doch Mäder will nichts von Druck wissen und sagt: «Mit der Partei hat es nichts zu tun. Die Qualifikation ist wichtig. Die Partei hat mit mir eine gute Wahl getroffen.» Auch er aber weiss, dass es für die einst so stolze CVP ein Horror-Szenario gibt. Nämlich jenes, dass Stadtrats-Kandidat Beat Gisler nicht gewählt wird und Mäder «nur» in den Stadtrat. So stünde die Partei dann plötzlich ohne Stadtratssitz da.

«Mehr Stadtvater als Macher»

Mit derlei Gedankenspielen will sich Mäder momentan nicht auseinandersetzen. Er konzentriert sich auf den eigenen Wahlkampf. Er will auf Leute zugehen, ihnen «wertschätzend zuhören» und sich auch schwierigen Situationen annehmen. Mäder sieht sich «eher als Stadtvater denn als Macher». Er würde «mehr in Richtung Führung und in Richtung Miteinander gehen wollen als bisher».

Im Video-Talk lernen Sie Hans Mäder auch von seiner persönlichen Seite kennen. Er erzählt, wo er Rauchen gelernt hat, woher der Übername «Fox» kommt, dass die Fastnachts-Bulle wohl «nicht vermeidbar» wäre und warum ein Judo-Sportler sein Vorbild ist.

Und wie schlägt sich Hans Mäder am Wahl-Podium? Zusammen mit Daniel Meili und Dario Sulzer wird er am kommenden Dienstag (25. August) ab 20 Uhr im Pfarreizentrum auf der Bühne stehen. Der Anlass ist aufgrund der Corona-Einschränkungen nicht öffentlich und es gibt eine Gästeliste. Es gibt aber einen Livestream auf dem Instagram-Kanal von hallowil.ch und einen Liveticker auf hallowil.ch.

Die Porträt-Serie zu den Wiler Stadtratswahlen wird ab nächster Woche mit den sechs Kandidaten für den Stadtrat fortgesetzt.

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Bereits veröffentlicht:

Wahl-Talk mit Daniel Meili (FDP):

 

Wahltalk mit Dario Sulzer (SP):