Hat da gerade der FC Wil dem Rekordmeister die Aufstiegsträume zerplatzen lassen? Zumindest ist GC nun in den letzten beiden Runden so richtig unter Druck und muss auf einen Ausrutscher des FC Vaduz hoffen, um die Barrage noch erreichen zu können. Es ist eben jener FC Vaduz, der unter anderem darum von Platz zwei grüsst, weil er neun Tage zuvor im Bergholz in extremis einen 0:1-Rückstand noch in einen 2:1-Sieg gedreht hatte – Siegtreffer in der 94. Minute inklusive.

Auch die Hoppers kamen im Bergholz zu zwei Toren nach der Pause. Joker Mychell Chagas stand nach seiner Einwechslung noch keine fünf Minuten auf dem Feld, als er schon zwei Treffer erzielt hatte. Eine scheinbar komfortable Wiler Zweitore-Führung war viel schneller weg, als sie erkämpft worden war. Das viel beschriebene Momentum lag in der Schlussphase auf der Seite der Zürcher.

Padulas Prachtstreffer

Doch es passte zu diesem gelungenen Wiler Abend, dass die drei Punkte in der Ostschweiz blieben und die Äbtestädter zum ersten Mal in dieser Saison einen «Grossen» der Liga schlugen. Zwar hatte es in der Hinrunde einen 4:1-Heimsieg gegen Vaduz gegeben. Damals im September 2019 waren die Ostschweizer aber nach deutlich vor den Liechtensteinern klassiert gewesen. Der Wiler Coup war fällig. Denn mit zuletzt starken Leistungen hatten sich die Äbtestädter längst aus der Vor-Corona-Baisse gespielt. Das junge Team macht wieder so viel Freude wie vor Jahresfrist, als es lange das Überraschungsteam und zweitweise auch vor GC klassiert war.

An diesem Abend zeigten die Wiler einen äusserst couragierten Auftritt mit einer grossen kämpferischen Note. Und es lief auch für die Gastgeber. Gleich zweimal rettete schon vor der Pause die Latte. Zuerst flog eine Flanke von Marcin Dickenmann von rechts ans Gestänge, sieben Minuten später ein Volley-Abschluss von Veroljub Salatic ebenfalls. Auch genehm war aus Wiler Sicht, dass die Pfeife des Hinterthurgauer Schiedsrichters Nico Gianforte bei einer Intervention von Eris Abedini an Nikola Gjorgjev im Wiler Strafraum stumm blieb. So war die Bühne frei für den grossen Moment von Andrea Padula. Der FC-Wil-Abwehrspieler mit Offensivdrang luchste Dickenmann an der linken Seitenauslinie den Ball ab, spielte mit dem jungen Zürcher Katz und Maus und schlenzte das Leder genau in den Winkel. Wow. Der bereits vierte Saisontreffer des Aussenverteidigers in dieser Rückrunde war gewiss der schönste.


Siegtorschütze: Neun Torbeteiligungen in sieben Spielen

Auch das 2:0 nach der Pause hatte es in sich. Kwadwo Duah fasste sich nach sehenswertem Zuspiel in die Tiefe von Kastrijot Ndau aus rund 20 Metern ein Herz und zog einfach mal ab. Dring das Ding im kurzen Eck. Duah hat mit dem zehnten Saisontreffer in der clubinternen Torschützenliste zum an diesem Abend gesperrten Leader Valon Fazliu aufgeschlossen.

Einen noch besseren Wert hat momentan aber Julian von Moos, der auf Stufe U16 und U18 für die Grasshoppers gespielt hatte, ehe ihn der damalige FC-Basel-Sportchef Marco Streller ans Rheinknie holte. Ausgerechnet von Moos entschied in der 86. Minute das Spiel, als er den Ball unter dem aufspringenden Goalie Mirko Salvi ins Tor schob. Somit hat der 19-jährige Thrugauer in den vergangenen sieben Einsätzen neun Torbeteiligungen zu Buche stehen. Die Vorlage zum Siegtreffer gab Silvio, der kurze Zeit zuvor eine so genannt «100 Prozentige» vergeben hatte.

Wiler Sieg freut Lausanne und Vaduz

So gross der Jubel im Bergholz war, so gross dürfte er zeitgleich in Vaduz und Lausanne gewesen sein. Die Waadtländer haben nun zwei Spieltage vor Schluss sechs Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger und das um 18 Treffer bessere Torverhältnis. Der Aufstieg ist somit in trockenen Tüchern, wenn auch noch nicht mathematisch besiegelt. Und Vaduz hat im Rennen um den Barrage-Platz die Nase weiterhin einen Punkt vor den Grasshoppers – bei nun gleich vielen Spielen. Und die Liechtensteiner haben mit Schaffhausen und Kriens durchaus lösbare Aufgaben im Saison-Finale. Holen die Vaduzer zwei Siege, hat GC diese Saison den Ligaerhalt geschafft.

3:2 gegen GC? Da war doch mal was. Es ist das gleiche Resultat wie beim letzten Sieg gegen den Rekordmeister. Es war am Ostermontag des Jahres 2004 im Basler St. Jakob-Stadion, als die Wiler den bis dato letzten Titel in die Ostschweiz holten.

Im Video: Die Highlights des Spiels (Quelle: www.sfl.ch)

 

FC Wil 1900 – Grasshoppers 3:2 (1:0)

Bergholz: 1000 Zuschauer (ausverkauft). – Sr: Gianforte.

Tore: 38. Padula 1:0. 55. Duah 2:0. 65. Chagas 2:1. 67. Chagas 2:2. 86. von Moos 3:2.

FC Wil 1900: Kostadinovic; Rohner, Schmied (69. Ismaili), Kamberi, Padula; Muntwiler, Abedini; Krasniqi (57. Silvio), Ndau (92. Traber), von Moos; Duah (92. Schäppi).

Grasshoppers: Salvi; Dickenmann (86. Fehr), Mesonero (63. Pijnaker), Salatic, Wittwer; Buff, Diani; Pusic (63. Chagas), Morandi, Gjorgjev (81. Kalem); Ben Khalifa.

Bemerkungen: Wil ohne Fazliu (gesperrt), Brahimi (verletzt), Dimitrou und Bosic (nicht im Aufgebot). Grasshoppers ohne Cvetkovic, Zé Turbo, Cabral, Goelzer, Arigoni, Scheidegger (verletzt), Keller, Souare, Ed Francis, Rustemoski und Schneider (nicht im Aufgebot). – 13. Lattenschuss Dickenmann. 20. Lattenschuss Salatic. – Verwarnungen: 12. Ndau (Foul, im nächsten Spiel gesperrt). 48. Salatic (Foul). 53. Wittwer (Foul). 59. Muntwiler (Foul). 70. von Moos (Unsportlichkeit). 85. Ben Khalifa (Foul).

Rangliste:
1. Lausanne-Sport 34/67. 2. Vaduz 34/61. 3. Grasshoppers 34/60. 4. Kriens 34/51. 5. Winterthur 34/49. 6. Wil 34/48. 7. Stade Lausanne-Ouchy 34/42. 8. Aarau 34/37. 9. Schaffhausen 34/32. 10. Chiasso 34/19.

Nächste Spiele (35. Runde):
Donnerstag, 30. Juli: Wil - Chiasso (20.30 Uhr), Aarau - Grasshoppers (20.30 Uhr). Stade Lausanne-Ouchy - Lausanne-Sport (20.30 Uhr), Vaduz - Schaffhausen (20.30 Uhr). Winterthur - Kriens (20.30 Uhr).

Im Video: Die Stimmen zum Spiel

 

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Der Liveticker:

Das war es aus dem ausverkauften Bergholz mit der Partie FC Wil gegen die Grasshoppers. Vielen Dank, dass sie diese spannende Affiche mitverfolgt haben. Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche und bis bald auf hallowil.ch.

Weiter geht es bereits am kommenden Donnerstag (30. Juli) mit dem letzten Heimspiel der Saison gegen den FC Chiasso. Auch dieses Spiel, welches um 20.30 Uhr beginnt, können Sie hier bei hallowil.ch Live im Ticker verfolgen.

Schlussfazit: Am Schluss entwickelte sich das Spiel im Sportpark Bergholz zu einer Abwehrschlacht. Es spielte nur noch GC und die Hausherren standen teils mit elf Mann im eigenen Strafraum. Doch dies gab den Wilern ungeahnte Freiräume. Einen dieser konnte der Ex-Hopper Julian von Moos in der 86. Minute ausnützen und traf zum vielumjubelten Siegtreffer. Fast 70 Prozent Ballbesitz hatten die Hoppers. Doch gestohlen ist dieser Sieg nicht. Das Schussverhältnis von 12:13 ist fast ausgeglichen. Auf das Tor brachten die Hausherren deren sieben, GC nur drei. Es war dies der erste Punktgewinn gegen den Rekordmeister im vierten Saisonspiel. Nun haben die Äbtestädter gegen alle Vereine in der Liga gepunktet. Für die Hoppers ist dies ein herber Dämpfer im Rennen um den Barrage-Platz. Aus eigener Kraft ist diese für GC nicht mehr realisierbar.

Aus, aus, aus. Das Spiel ist aus. Der FC Wil gewinnt das Nachtragsspiel gegen die Grasshoppers mit 3:2.

94. Minute: Chagas per Kopf drüber. Das wäre ja auch gewesen, wenn der Joker den Hattrick realisiert hätte.

92. Minute: Doppel-Wechsel bei Wil: Traber ersetzt Ndau. Und Schäppi kommt für Duah.

91. Minute: Es gibt hier noch 4 Minuten oben drauf. Die Hopp Wil Rufe überwiegen nun.

86. Minute: Weiterer Spielerwechsel bei GC: Anstelle von Dickenmann spielt neu Fehr.

86. Minute: TOOOOOOOOOOOOOOR für den FC Wil durch von Moos zum 3:2. Der einstige GC-Junior bringt die Hausherren wieder in Front. Er schiebt den Ball unter dem aufspringenden Goalie Silva durch in die Maschen. Die Überraschung ist zum Greifen nahe.

85. Minute: Weitere gelbe Karte für ein Foul für Nassim Ben Khalifa.

84. Minute: Das hätte die Führung für Wil sein müssen: Silvio kommt komplett "blank" vor Salvi zum Abschluss, kann aber nicht verwerten. Menschenskind.

83. Minute: Ein Eckball für die Gäste. Buff mit einem langen Ball auf Salatic. Kostadinovic aber sicher. Noch rund zehn Minuten.

81. Minute: Spielerwechsel bei den Grasshoppers: Kalem ersetzt Gjorgjev.

80. Minute: Rohner fasst sich von der Strafraumgrenze ein Herz, kann Salvi jedoch nicht vor Probleme stellen.

77. Minute: Duah und von Moos haben sich nun ebenfalls ganz hinten eingereiht in eine 6er Abwehr. Der FC Wil mauert.

75. Minute: Der FC Wil lebt. Duah setzt einen rar gewordenen Versuch des Heimteams ins Aussennetz. Geht hier noch was für die Hausherren?

73. Minute: Die Wiler scheinen geschockt zu sein von diesem Doppelschlag der Grasshoppers. Es spielen hier wieder nur die Gäste. Fällt noch ein Tor?

71. Minute: Nun erwachen auch die Fans der Hoppers. Stimmlich geben sie hier klar den Ton an. Die offizielle Zuschauerzahl beträgt 1000, ausverkauft. Corona lässt grüssen.

70. Minute: Erneute Verwarnung für einen Akteur der Heimmannschaft: von Moos sieht den gelben Karton wegen einer Unsportlichkeit. Er hatte sich vor den Ball gestellt, als die Zürcher einen Freistoss schnell ausführen wollten. Auch von Moos ist nicht vorbelastet.

69. Minute: Weiterer Wechsel auf Seiten der Wiler: Vom Platz geht der verletzte Schmied. Er wird ersetzt durch Ismaili.

68. Minute: TOOOOR für die Grasshoppers durch Chagas zum 2:2-Ausgleich. Und wieder stimmt die Zuteilung der Wiler nicht. Ein langer Ball erreicht den Joker, welcher per Kopf den Doppelpack schnürt und egalisiert. Das ging jetzt aber schnell.

65. Minute: TOOOOR für die Grasshoppers durch Chagas zum 2:1-Anschlusstreffer. Die Wiler kriegen die Kugel nicht aus der Gefahrenzone. Der eben eingewechselte Chacas profitiert und bugsiert den Ball in die Maschen zum Anschlusstreffer. Schön gespielt von den Hoppers. Aufgrund der Spielanteile ist das verdient.

63. Doppelwechsel beim Rekordmeister: Chagas und Pijnaker ersetzen Pusic und Mesonero.

59. Minute: Zweite gelbe Karte auf Seiten der Wiler: Es trifft Philipp Muntwiler, zum Leidwesen der zahlreichen Zuschauer. Immerhin ist er nicht vorbelastet und somit am Donnerstag gegen Chiasso spielberechtigt.

58. Minute: GC mit einem erneuten Vorstoss. Doch ein Querpass verpasst Morandi knapp.

57. Minute: Erster Spielerwechsel beim FC Wil: Silvio ersetzt Krasniqi.

56. Minute: TOOOOOOOOR für den FC Wil durch Duah zum 2:0. GC spielt, Wil trifft. Kwadwo Duah erhöht mit einem satten Schuss aus rund 20 Metern für das Heimteam.

53. Minute: Weitere gelbe Karte für GC: Diesmal trifft es Wittwer, welcher von Moos nur mit einem Foul stoppen konnte.

51. Minute: Die Gäste versuchen hier bereits früh, das Spiel wieder in die Hand zu nehmen. Zwei Eckbälle zu Beginn bringen jedoch nicht den Ausgleich.

48. Minute: Salatic mit einem eklatanten Fehler im Spielaufbau, Duah, welcher das Leder erobern konnte, kann dann von jenem Salatic nur mittels Foul gestoppt und krieg von Schiri Gianforte den gelben Karton.

46. Minute: Der Pfiff von Schiri Gianforte ertönt. Weiter gehts mit der zweiten Halbzeit. Können die Wiler einen Zahn zulegen um die Führung zu verwalten oder gar auszubauen? Auf beiden Seiten gibt es keine personellen Veränderungen und auch das Tornetz ist repariert. Es war übrigens das Tor hinter Salvi, wir wollen nicht dass ein Wiler Tor deswegen aberkannt wird.

Applaus ertönt von den Rängen. Der Platzwart eilt über das Spielfeld um ein Tornetz zu reparieren. Gleich gehts hier weiter.

Die Spieler kommen wieder zurück auf das saftige Kunstgrün. Wie gewohnt die Wiler vor dem Gegner, um nochmals ein kurzes Aufwärmprogramm zu absolvieren, bevor es voller Elan in die zweiten 45 Minuten geht.

Eine äusserst unterhaltsame Partie kriegen hier die Zuschauer, welche in einer Vielzahl aus Zürich angereist sind, zu sehen. Die Gäste aus der Limmattstadt hatten über weite Strecken die Überhand, ohne aber einen einzigen Schuss auf den Kasten von Wils Goalie Kostadinovic zu bringen. Das Ballbesitzverhältnis ist mit 66 Prozent eindeutig zugunsten der Zürcher ausgefallen. Doch in Führung liegt das Heimteam, nicht ganz unverdient. Denn auch die Wiler verzeichneten einige mutige Vorstösse und belohnten sich kurz vor der Pause mit dem sehenswerten Führungstreffer von Padula.

Pausenpfiff im Bergholz: Der FC Wil führt gegen die Grasshopper mit 1:0 durch den vierten Saisontreffer vom Winter-Neuzugang Padula.

41. Minute: Der FC Wil ging zum zehnten Mal hintereinander mit 1:0 in Führung. Viermal konnten die Äbtestädter die Führung nicht über die Zeit bringen.

38. Minute: TOOOOOOOOR für den FC Wil durch Padula zum 1:0. Die Situation schien bereits für GC geklärt zu sein. Doch Padula erobert sich die Kugel zurück, fasst sich aus rund 16 Metern ein Herz und schlenzte das Spielgerät sehenswert ins weite Lattenkreuz. Herrlich.

36. Minute: Ein Raunen geht durch das Bergholz. Viele mögen einen Penalty für GC gesehen haben. Doch die Pfeife von Ref Gianforte bleibt stumm. Im Gegenzug mündet ein Vorstoss der Wiler in eine^n Eckball, welcher aber nichts einbringt.

31. Minute: Wil mit der grössten Chance bisher: Ndau zirkelt einen Freistoss direkt auf den Kopf von Kamberi. Bei diesem stimmt jedoch das Timing nicht. Salvi hat keine ernsthafte Probleme mit diesem Versuch aus kurzer Distanz.

29. Minute: Die Äbtestädter bekunden in der Startphase bisher Mühe, Zugriff auf die Partie zu bekommen. Der Barrage-Anwärter ist oftmals einen Tick schneller.

26. Minute: Dem aufmerksamen Zuschauer ist übrigens aufgefallen, dass Silvio nicht in der Startformation steht. Seine Qualitäten können dem FC Wil in der Schlussphase aber sicherlich noch helfen.

23. Minute: Zwischenzeitlich hat der Rekordmeister das Zepter in die Hand genommen und spielt hier wie eine Heimmannschaft. Die Wiler stehen tief und überlassen das Spielen den Gästen. Die selten gewordenen Vorstösse der Hausherren werden zu ungenau gespielt.

22. Minute: Der FC Wil mit einem Lebenszeichen: Der Querpass von von Moos in den Strafraum findet jedoch keinen Abnehmer.

20. Minute: Zweiter Lattentreffer für GC: Salatic trifft einen Eckball von Pusic volley an den Querbalken. Durchschnaufen beim FC Wil.

17. Minute: Die Zuschauer im ausverkauften Bergholz kriegen hier bereits in der Startphase einiges geboten. Ein erneuter Freistoss der Gäste aus dem Halbfeld wird von Padula zum Eckball geklärt, welcher dann nichts einbringt.

15. Minute: Gelbe Karte für Ndau nach einem Foul an Gjorgjev. Es ist die vierte in dieser Saison. Der Wiler verpasst somit das nächste Heimspiel am kommenden Donnerstag gegen den FC Chiasso.

13. Minute: Lattenschuss GC: Dickenmanns missglückte Flanke landet am Querbalken. Glück für die Wiler.

12. Minute: Erneut Krasniqi mit einem Energieanfall. Er lässt gleich zwei GC-Spieler stehen und passt auf Duah. Salatic klärt zur Ecke. Diese bringt Gefahr. Es gibt jedoch nur eine nächste Ecke, die dann nichts mehr einbringt.

9. Minute: Krasniqi wird lanciert und läuft auf Salvi zu. Sein Versuch wird jedoch zur Ecke geklärt, welche nichts einbringt.

8. Minute: Die Wiler versuchen die Gäste früh unter Druck zu setzen. Bisher jedoch noch nicht mit dem gewünschten Erfolg. Ein erster Vorstoss endet in einer Offsideposition von Duah.

5. Minute: Buff mit einem nächsten Vorstoss. Doch auch sein Versuch geht daneben. Und kurz danach gleich nochmals das gleiche Bild.

4. Minute: Wittwer mit dem ersten Abschluss für die Gäste: Sein Versuch verfehlt das Tor aber deutlich. Die GC-Fans geben hier im Bergholz übrigens den Ton an. Eigentlich erstaunlich, sind doch grundsätzlich keine Gäste-Fans zugelassen. Aber die Zürcher haben sich wohl einfach im Online-Vorverkauf ein Ticket gesichert.

1. Minute: Gianforte pfeift das Spiel an. Los geht's.

Die Spieler der Grasshoppers befinden sich bereits auf dem Spielfeld. Nun kommen auch die Wiler aus den Katakomben. În wenigen Minuten kann es hier losgehen.

Wir können uns übrigens heute voll und ganz auf dieses Spiel konzentrieren, denn es handelt sich um das einzige Spiel im Schweizer Profifussball heute Abend. Ursprünglich hätte dieses Partie der 30. Runde vor 17 Tagen stattfinden sollen. Sie wurde jedoch kurzfristig aufgrund eines Corona-Falles bei GC verschoben.

Geleitet wird die heutige Partie von Schiedsrichter Nico Gianforte aus Aadorf.

Bei den Gästen aus Zürich hat sich Trainer Zoltan Kadar ebenfalls für das gewohnte 4-2-3-1-System entschieden. Im Tor steht wie üblich Salvi. Die Abwehr bilden von rechts nach links Dickenmann, Mesonero, Captain Salatic und Wittwer. Davor spielen Buff (rechts) und Diani. Das offensive Mittelfeld bestücken von rechts her gesehen Pusic, Morandi und Gjorgjev. Als Sturmspitze agiert Ben Khalifa. Auffällig. Pusic kehrt nach überstandener Verletzung ins Team zurück. Dafür ist nun Stürmer Zé Turbo verletzt.

Die Mannschaftsaufstellungen sind da. Wils Trainer Ciriaco Sforza vertraut an diesem Abend im gewohnten 4-2-3-1-System auf folgende Startelf: Im Tor steht Kostadinovic. Die Verteidigung bilden von rechts nach links Rohner, Schmied, Kamberi und Padula. Im defensiven Mittelfeld agieren Captain Muntwiler (rechts) und Abedini. Auf den Flügel sollen von Moos (rechts) und Krasniqi für Wirbel sorgen. Auf der «Zehn» spielt Ndau. Die Sturmspitze bildet Duah. Auffallend: Im offensiven Mittelfeld ersetzt Ndau den gesperrten Fazliu.

Kann der FC Wil heute dem Rekordmeister ein Bein stellen? Bereits jetzt steht fest, dass die Wiler heute auf Topscorer Fazliu verzichten müssen, da er am vergangenen Freitag gegen den FC Aarau die vierte gelbe Karte dieser Saison eingefangen hat und nun gesperrt ist.

Ein Grüezi wohl aus dem Sportpark Bergholz. Ich begrüsse Sie herzlich zum Liveticker des Nachtragsspiels zwischen dem FC Wil und den Grasshoppers. Jan Wegmann tickert an diesem warmen Sommerabend alle Infos zum Spiel in Echtzeit. Die Hoppers kämpfen immer noch um den Barrage-Platz. Aktuell liegt der Rekordmeister einen Punkt hinter dem FC Vaduz. Die Wiler haben sich seit dem Re-Start mehr als nur gefangen und befinden sich im gesicherten Mittelfeld auf Platz sechs, vier Punkte hinter dem FC Winterthur. Für Spannung ist gesorgt.

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Die Vorschau:

Der FC Wil hat im Rennen um den Aufstieg in die Super League ein Wörtchen mitzureden, obwohl er seit geraumer Zeit im Liga-Mittelfeld fernab der oberen Ränge klassiert ist. Sollte er nämlich am Montagabend den Grasshoppers mindestens ein Unentschieden abtrotzen, so kann der Rekordmeister den Aufstieg nicht mehr aus eigener Kraft schaffen und muss im Barrage-Rennen auf einen Ausrutscher des FC Vaduz hoffen. Die Liechtensteiner spielen in den beiden Schlussrunden noch zuhause gegen Schaffhausen und auswärts gegen Kriens, während die «Hoppers» aufs Aarauer Brügglifeld reisen und zum Schuss den FC Winterthur empfangen. Pikant: Sollten die Grasshoppers in Wil ein Remis holen, wären sie punktgleich mit dem FC Vaduz und hätten auch die gleiche Tordifferenz. Da die Zürcher aber deutlich weniger Treffer erzielt haben, würden sie hinter Vaduz bleiben.

Genau ein Jahr und einen Tag nach dem ersten Aufeinandertreffen dieser beiden Teams im Bergholz kommt es nun zum zweiten direkten Duell auf Kunstrasen. Knapp 4000 Zuschauer waren vor Jahresfrist dabei. Dieses Mal wird der Stadionspeaker 1000 Fans verkünden. Mehr sind wegen der Corona-Restriktionen nicht erlaubt – und das Spiel ist ausverkauft. Die Tageskassen werden nicht geöffnet.

Junge «Hoppers»

Obwohl die Grasshoppers am Freitag in Kriens eine 3:0-Führung verspielt haben und schliesslich nur zu einem 4:4 kamen, sind sie nach Verlustpunkten das beste Challenge-League-Team seit dem Re-Start. Und das mit einer mittlerweile stark verjüngten Mannschaft. In Kriens standen mit Randy Schneider, Yannick Scheidegger, Fabio Fehr, Elias Mesonero und Robin Kalem gleich fünf Spieler mit Jahrgang 2000 oder jünger in der Startformation. Dass Trainer Zoltan Kadar den jungen Spielern auch in dieser wichtigen Phase der Saison das Vertrauen schenkt, verdient Respekt. Es ist aber auch ein Risiko.

Beim FC Wil ist es längst zur Gewohnheit geworden, dass er mit einer jungen Mannschaft antritt. Diese hat bisher gegen alle Teams der Liga gepunktet, ausser gegen die Grasshoppers: 0:1, 0:3 und 1:4 lauteten die Ergebnisse gegen den Absteiger. Erschwerend kommt beim vierten und letzten Vergleich dazu, dass mit Valon Fazliu der mit Abstand produktivste Spieler eine Gelb-Sperre abzusitzen hat. Und das ausgerechnet gegen jenen Klub, für welchem er viele Jahre gespielt hat – unter anderem in der Super League. In der Tabelle seit dem Re-Start liegen die Wiler übrigens auf Platz vier. 17 Punkte wurden in den zehn Spielen seit Wiederbeginn geholt.

Rohner und von Moos zum FC St. Gallen?

Und wer schafft nun die Barrage-Qualifikation? FC-Wil-Präsident Maurice Weber sagt: «Mit jenem Glück, dass die Vaduzer beim späten 2:1-Sieg gegen uns hatten, tippe ich auf die Liechtensteiner. Sie haben einen Lauf und sind routinierter.»

Der Klubvorsteher hat sich in dieser Phase aber mit anderen Themen zu beschäftigen. In erster Linie geht es darum, ein schlagkräftiges Team für die nächste Saison zusammenzustellen. Viel ist bereits passiert im Hintergrund. «Die meisten unserer Spieler wissen, wie es weitergeht», sagt Weber. Mit Julian von Moos, der vom FC Basel ausgeliehen ist, und Valon Fazliu haben sich zwei Spieler ins Rampenlicht gespielt, da sie regelmässig selber troffen oder Tore vorbereiten. «Julian von Moos würden wir gerne behalten. Er hat aber Ambitionen für die Super League», sagt Weber. Laut hallowil.ch-Recherchen hat auch der FC St. Gallen die Fühler nach von Moos ausgestreckt - und auch nach Fabian Rohner. Fazliu dürfte auf dem Radar von so manchem Verein der höchsten Spielklasse sein. Da er seinen Vertrag in Wil unlängst verlängert hat, müsste er aber aus dem laufenden Kontrakt herausgekauft werden. Eine Ausstiegsklausel besitzt er, laut Weber, nicht.

Neuer Stammgoalie: «Das wird eine gute Schlagzeile»

Und was ist in der Goaliefrage? Obwohl Zivko Kostadinovic seit dem Re-Start viele starke Leistungen gezeigt hat, geht seine Zeit in Wil am kommenden Sonntag zu Ende und der Vertrag wird nicht verlängert. «Wir suchen einen neuen Stammgoalie. Das wird eine gute Schlagzeile», sagt Weber. Er geht davon aus, dass es einige Wechsel im Team geben wird. «Wir haben unsere Alternativen und somit einen Plan B», sagt Weber.