Haben Sie bereits seit längerem mit dem Amt des Gemeindepräsidenten geliebäugelt – oder kam das erst jetzt?

Auf ein solches politisches Amt kann man nicht liebäugeln. In der Politik müssen einige «Komponenten» miteinander stimmen und zusammenkommen. Ganz nach dem Motto: Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Ich wurde von verschiedenen Personen auf das Amt angesprochen und sie sagten mir, dass das genau das Richtige für mich wäre. Der nächste Schritt, mein Wissen für Sirnach einzusetzen, weiterzugeben und auch weiter zu entwickeln. Nach den vielen erfolgreichen Jahren mit Gemeindepräsidenten Kurt Baumann ist das eine herausfordernde Aufgabe. Ich denke, dass für mich nun alle Parameter stimmen, um mich einer Wahl zu stellen. Dies natürlich, sofern die SVP Sirnach mich auch an ihrer Versammlung dazu nominiert.

Weshalb denken Sie, sind Sie die richtige Person?

Mit den vielen Vakanzen bei den nächsten Gemeinderatswahlen, inkl. Schulpräsidium in Sirnach, bin ich überzeugt, dass es wichtig ist, dass das Gemeindepräsidium mit einer Person besetzt wird, die Erfahrungen in der Arbeit der Exekutive sowie ein gutes Netzwerk in der Region und dem Kanton mitbringen kann. Mit meinen zwölf Jahren Erfahrungen als Gemeinderat in Aadorf, davon acht Jahre als Vize-Gemeindepräsident, sowie Mitglied des Grossen Rates Thurgau kenne ich die Abläufe einer Gemeinde. Die zusätzliche wichtige Vernetzung mit Wirtschaft und Gewerbe bringe ich durch meine Aufgabe als VR Mitglied ZAB (Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid), als Präsident der Zivilschutzorganisation Hinterthurgau und auch als Präsident des HEV Thurgau mit. Durch meine langjährige Erfahrung als Führungsperson in verschiedenen, grösseren Gastrounternehmungen und in den letzten 13 Jahren als Mitinhaber der Brauhaus Sternen AG bringe ich das Unternehmertum mit. Personell ist Sirnach für mich auch keine Unbekannte. Gemeindeschreiberin Manuela Fritschi war zuvor als Gemeindeschreiberin in Aadorf tätig und wir hatten eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit. Wir wissen gegenseitig, wie wir ticken.

Worin sehen Sie das grösste Potenzial, welches Sirnach mit sich bringt?

Die Gemeinde Sirnach ist sehr gut aufgestellt und ist in den vergangenen Jahren nicht stehen geblieben. Aktuell seht die Gemeinde auf einem soliden Finanzboden. Es sind viele Projekte am Laufen oder sind bereits in den Startlöchern. Wichtige Themen, die Sirnach in den nächsten Jahren begleiten werden, ist sicherlich der Neubau einer Turnhalle, Wil-West und verschiedene weitere Planungsprojekte. Sirnach hat als zweitgrösste Gemeinde im Hinterthurgau das Potenzial, sich zu einer noch lebenswerteren und zukunftsgerichteten Gemeinde einen Namen zu machen – und zwar über den Hinterthurgau hinaus. Diese Zukunft möchte ich zusammen mit der Bevölkerung, dem Gewerbe, dem Gemeinderat und der Verwaltung als neuer Gemeindepräsident mitbestimmen.

Im Gegenzug: Wo würden Sie sich am meisten einsetzen, um Verbesserungen einzubringen?

Zuerst einmal ist es absolut notwendig, dass sich der neue Gemeinderat schnellstmöglich finden kann, Grundsätze zur Zusammenarbeit bestimmt und gemeinsame Ziele definiert. Zusammen mit der Verwaltungsleitung müssen die aktuellen und geplanten Projekte auf dem grossen Tisch ausgelegt werden. Danach muss priorisiert werden, was will oder muss wann/ wie angepackt werden. Zu berücksichtigen sind vor allem auch die finanziellen Möglichkeiten, die Sirnach in den nächsten Jahren hat. Wichtige Themen, die sicherlich noch Potenzial aufweisen, ist die Energiewende und Biodiversität, die ein prioritärer Stellenwert einnehmen. Man sieht es am aktuellen Thema zur möglichen Energiekrise und den massiv ansteigenden Strompreisen. Weiter ist das Thema der Zentrumsgestaltung von Sirnach für die Zukunft wichtig. Die verschiedenen Bedürfnisse von Wohnen, Erholen, Gewerbe, Verkehr (Langsam und Individual) und ökonomische Aspekte sollten bestmöglich zusammenkommen. Auch werden Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Kommunikation nach aussen sowie Freizeitgestaltung Themen sein, die künftig noch mehr eine Rolle spielen werden.

Als Gemeindepräsident ist man stets im Fokus, und allen Recht machen kann man es bekanntlich nicht. Wie gehen Sie mit Kritik um? Und welche stört Sie mehr: ungerechtfertigte oder gerechtfertigte?

Als Politiker muss man sich bewusst sein, dass man es nicht immer allen recht machen kann. Ein breiter Rücken ist sicherlich eine gute Sache. Als Gastronomieunternehmer bin ich es gewohnt, direkt mit den Menschen, ob Gäste oder Team, zu kommunizieren und Lösungen zu suchen. Man muss mit jeglicher Art von Kritik umgehen können. Dies erlebte ich in den vergangenen Jahren immer wieder und ist für mich auch kein Problem.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen selber ein, dass Sie gewählt werden?

Das werden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am 27. November zum Ausdruck bringen. Es wäre grossartig, wenn ich nach dem ersten Wahlgang als neuer Gemeindepräsident für Sirnach gewählt wäre. Auf eine spannende Zeit bis zum Wahlsonntag freue ich mich sehr.

Wie werden Ihre nächsten Wochen aussehen, wenn Sie auf «Stimmenfang» gehen?

Meine beiden Mottos - Nah dran und 4M («Mä muäs Mänsche mögä») - möchte ich in den nächsten Wochen weiterhin leben. Möglichst viele persönliche Gespräche mit verschiedenen Menschen, Organisationen, Vereinen, Parteien, Verbände, Gwerbler usw. führen. Sicherlich werde ich auch neue und klassische Medien einsetzen. Ein erstes Bild kann man sich bereits jetzt unter www.stefan-mühlemann.ch über mich machen. So können die Wählerinnen und Wähler entscheiden, ob sich mir ihr Vertrauen schenken und ihre Stimmen für das Gemeindepräsidium für mich abgeben.