In gut zwei Wochen ist in der Schweiz Wahlsonntag und wir, also Sie und ich, wählen die Vertreter/innen für Bern. Dies mit dem Auftrag, dass diese dann machen und bestimmen was wir wollen. Das ist auch unser Auftrag an sie. Also, auf an die Urnen. Die Ausrede, dass «die da oben eh machen, was sie wollen» zählt nicht.

In keinem anderen Land auf der Welt gibt es so viele Möglichkeiten, mitzubestimmen wie in der Schweiz. Oder sind es gar zu viele? Ich befürchte es! Die direkte Demokratie wird fast überfordert. Die Anliegen sind zum Teil (zu) komplex (Finanzen und Steuern, bilaterale Verträge) oder dann im Gegenteil fast unnötig (Hornkuhvorlage). Sie bringen nur Kosten, aber keine relevanten Veränderungen mit sich.

Wählen Sie und bestimmen Sie mit! Beachten Sie aber den Leistungsausweis der Bisherigen «da oben». Wagen Sie das Urteil, ob Sie in den letzten vier Jahren wirklich das bestimmten und vertraten, was Sie wollten! Oder sind es Selbstdarsteller oder Sesselfurzer, welche den erreichten Status verteidigen und erhalten wollen? Sind es Personen, welche wirklich auch eigene Meinungen haben und es wagen, diese auch zu vertreten? Sind die vielen Neuen auf den Listen nur Stimmensammler für Parteien, die selber aber kaum das Zeug haben, unsere Region und die Schweiz weiter zu bringen?

Beantworten Sie mal die 31 Fragen auf dem Portal www.smartvote.ch. Mit der Beantwortung erhalten Sie Vorschläge, welche der Kandidierenden am ehesten zu Ihnen und Ihren Vorstellungen passen. Aber, ohalätz und wie bitte?! Ich habe es gemacht und war dann ziemlich erstaunt über das Resultat. Stirnrunzeln bei mir. Ob sich für mich eine Partei als einzige Lösung herauskristallisierte oder einfach Kandidierende, welche mir sympathisch sind, verrate ich nicht. Das Stirnrunzeln ist noch nicht weg.

Sicher ist aber, dass ich wähle, dass ich mein Recht und meine Freiheiten wahrnehme. Ich möchte jene Personen in Bern haben, welche nicht machen, was sie wollen. Den Zahltag erhalten sie von unseren Steuern und deshalb bin ich der «Chef» der Vertreter/innen in Bern. Sicher ist, dass lange nicht alle in Bern sein werden, die ich oder die Sie wollen, zu viele polarisierende Interessen werden leider gute Kompromisse verhindern. «Dä Füfer und s’Weggli» gibt es schon lange nicht mehr. Auch für uns Schweizer/innen nicht. Politiker/innen, welche mit dem Fünfer umgehen können und zugleich wissen, wie das Weggli entsteht, sind rar. Auch hier gibt es also kaum den Fünfer und das Weggli zusammen!

Nur, wenn Sie jene wählen, welche Sie wollen, machen «die da oben» nicht immer das was sie, das heisst «die da oben», sondern das was Sie wollen! Oder etwa doch nicht? Oder haben Sie doch die Falschen – «dä Füfer und s’Weggli» – gewählt?

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hallowil.ch-Kolumnist Männi Rüegg

Mäni Rüegg*

* = Mäni Rüegg ist aktiver Lokaljournalist in Pension. Seit 42 Jahren in der Äbtestadt wohnhaft, beobachtet er das Geschehen in Wil und Umgebung. In der hallowil.ch-Kolumne «Mänis Perspektivenwechsel» nimmt er eine andere Sichtweise ein und berichtet ungeschminkt über Dinge, die einfach mal niedergeschrieben werden müssen.