Am vergangenen Montag, 21. Januar, war der internationale und offizielle Weltknuddeltag. Der Herausgeber des «Chase’s Calender of Events» mochte den Gedanken eines Hugging Day, wie es ihn in England gibt, und trug den Anlass in seinem Kalender ein. Als Weltknuddeltag hat er nun den Sprung in den deutschsprachigen Raum geschafft. Also ein Welttag mehr, auf den die Welt nicht gewartet hat und der so unnötig ist wie viele andere auch.

Aber halt. Vielleicht erlebten Sie am 21. Januar tolle Momente und wurden auf der Strasse oder im Bus von wildfremden Menschen umarmt und geherzt. Da standen Sie da und wissen nicht mehr, was mit Ihnen geschah. Ist doch toll, mal wieder so richtig geknuddelt zu werden. Warum nur ist aber der Ehegattentag erst fünf Tage später? Wäre doch eine ideale Symbiose. Vielleicht mochten sie am 17. Januar eher den „Wirf-Deine-Neujahrsvorsätze-über-Bord-Tag“ oder warten auf den «Schlafen in der Öffentlichkeit Tag» am 28. Februar? Ist das was für Angestellte in Gemeinde- und Rathäusern?

Warum um Gottes Willen braucht die Welt für alle unmöglichen und unlogischen Begebenheiten einen Welttag? Da gibt es doch tatsächlich auch am 27. Juli einen «Geh-mit-Deiner-Zimmerpflanze-spazieren-Tag». Kombinieren wir doch den 27. Juli mit dem Spaziergang mit dem geliebten Zimmer-Kaktus mit dem 21. Januar, dem Weltknuddeltag. Nun ja …

Speziell für Wil angepasste Tage wären der «Tag des Stauendes an der Tonhallestrasse» oder «Tag des Aufstiegs des FC Wil». Beide Tage müssen wohl noch um Jahre verschoben werden. Sie könnten aber ersetzt werden mit dem «Tag an dem nur geträumt werden darf».

Heute, am 24. Januar, ist der Welttag des herzhaften Lachens und der Tag der Komplimente. Na ja, mit der präsidialen Lachnummer in den USA bleibt einem das Lachen immer öfter im Hals stecken. Und was wirkliche Komplimente sind, hat der Blondschopf ennet dem grossen Teich - und dieser Tage im verschneiten Davos - nie gelernt. Er wird dies auch nicht mehr. Bis am 29. Januar, dem amerikanischen Griesgram-Tag, ist Trump ja wieder ennet dem Teich.

Mäni Rüegg*

* = * = Mäni Rüegg ist aktiver Lokaljournalist in Pension. Seit vielen Jahren beobachtet er das Geschehen in Wil und Umgebung. In der hallowil.ch-Kolumne «Mänis Perspektivenwechsel» nimmt er eine andere Sichtweise ein und berichtet ungeschminkt über Dinge, die einfach mal niedergeschrieben werden müssen.