Dafür gibt es Müsterchen die zum Schmunzeln anregen und für faule Sprüche gut sind. Es sind aber auch handfeste Skandale und Machteinflüsse, welche nicht nur gesellschaftlichen sondern auch politischen Einfluss nehmen. Was sich ja schlussendlich auch wieder negativ auf die Menschen, eben die Gesellschaft, auswirkt.

Uefa-Politik

Fussball-EM im Juni und der Umgang mit Corona: Man kann über die Handhabung mit der Pandemie verschiedener Meinung sein und das ist auch legitim. Wenn wir aber im eigentlichen demokratischen Europa soweit sind, dass die Uefa den Ländern beziehungsweise deren Politikern und Organisatoren vorschreibt, wie sie sich zu verhalten haben, dann ist das, sorry, eine Sauerei!!! Die Uefa als Diktator! Es kann doch nicht sein, dass ein Sportverband wie die Uefa den Organisatoren über alle Bestimmungen in deren Ländern hinweg mit Androhungen diktiert, welche Auflagen sie zu erfüllen haben, um Spiele überhaupt austragen zu dürfen. Da lachten sich die Diktatoren in Ungarn, Russland oder Aserbaidschan ins Fäustchen und füllten ihre Stadien provokativ. In einem Jahr wird alles Geschichte sein und die grossen Verbände bestimmen weiter und machen Kasse.

Genützt hat es nichts

Zum Glück konnte man sich bei der Eishockey-WM 2021 durchringen, dass Weissrussland die «Gastgeberrolle» entzogen wurde. Allerdings, um ehrlich zu sein, nützte das dem Volk, wie sich jetzt zeigt, null und gar nichts. Die Aktion ist verpufft, das Nachsehen hat das Volk und verloren hat auch der Sport. Verloren auch darum, weil die Verantwortlichen der internationalen Verbände bei der Vergabe von Europa- und Weltmeisterschaften oder Olympischer Spiele den Machthabern weiter die Stiefel putzen oder umgekehrt.

Bikini oder Leistung?

Ein Müsterchen das vordergründig zum Lachen anregt, aber im Kern der Sache mehr als ernsthaft ist: Es ist die Polemik um die Wettkampfbekleidung im Kunstturnen und Beach-Handball der Frauen. Da erhalten zwei norwegische Beach-Handballerinnen eine Geldstrafe, weil sie sich anmassten sich an der EM nicht mit den sehr knappen Bikinis im Sand zu wälzen, sondern etwas dezenter kleideten. Mal Hand aufs Herz, ein adretter Körper grundsätzlich ist alles andere als negativ. Aber wenn sich die Verbandsbosse, hinter Reglementen versteckend, anmassen um der Einschaltquoten und Hingucker willen, solche Vorschriften zu machen und gar Strafen aussprechen, dann gehören diese so schnell wie möglich abgewählt. Die Frage bleibt: kommen bessere nach? Ich glaube leider kaum.

Sportsklaven

Was die Geldmacherei mit dem Sport macht, der im Spitzenbereich in einigen Sportarten langsam zur Sklaverei verkommt, zeigte auch der Versuch in Europa eine milliardenschwere neue Fussball-Superliga zu installieren. Im Moment noch hat die Vernunft gesiegt, das Vorhaben ist vom Tisch. Aber – «Wetten dass…» – es ist nicht von der Traktandenliste der Strippenzieher im Hintergrund verschwunden. Spitzensport kann man vermarkten, TV-Rechte zu Wucherpreisen verkaufen und Menschen mit Millionenbeträgen versklaven. Wie man ja bereits spürt, kann sich die SRF TV-Rechte gar nicht mehr leisten. Sie überträgt immer weniger Live-Sport.

Trotzdem verfolge ich gespannt die Wettkämpfe in Tokyo und freue mich über gute Leistungen, vor allem jene der Schweizer Sportlerinnen und Sportler.

In dem Sinn: Hopp Schwiz!