Weil in den letzten Jahren die Aula in der Sproochbrugg am Unterhaltungsabend immer voll besetzt war, wagte sich der Chor dieses Jahr die Unterhaltung zweimal anzubieten. Der Mut wurde belohnt, war doch der Saal am Samstagabend trotzdem voll besetzt und am Sonntagnachmittag füllte sich der Saal doch zu drei Viertel.

Motto «Radio 9527»

Am Anfang der Aufführungen standen zum Teil tief aus dem Archiv geholte Männerchorlieder auf dem Programm. Vorgetragen wurde diese in eleganten Hemden mit Krawatten und schwarzen Hosen. „Ein lustiges Leben“, Träume im Wind“, „Lied unser Band“, „Schifferlied“ und „Das Lied der Berge“ wurden von den Männern, wie von der Dirigentin verlangt, mit viel Gefühl gesungen.

Der zweite Teil stand unter dem Motto „Radio 9527“. Da musste zuerst einmal die richtige Frequenz gefunden werden. Die Moderationen trugen allesamt Chormitgliedern gekonnt und mit viel Humor vor. Dass dies dem Publikum gefiel, konnte man an den provozierten spontanen Lachern erkennen. Peter Traber wurde für seine 35 Jahre Vereinstreue geehrt und zum Eidgenössischen Veteran ernannt.


Musik auf Wunsch

Die Lieder „I sing ä Liäd för di“ und „Hulapalu“, bekannt durch Andreas Gabalier, forderten die Sänger vor allem wegen des ungewohnten Rhythmus und des gewöhnungsbedürftigen Dialektes. Doch diese Schwierigkeiten meisterte der Chor mit Bravour.

Das Outfit mit Lederhosen und karierten Hemden passte hier hervorragend. „Rot, rot sind die Rosen“, von Semino Rossi, wünschte sich eine zugeschaltete Hörerin für ihren Angetrauten. Dieser Hit brachte die Sänger auf der Bühne in Höchstform und erinnerte manchen Mann daran, seiner Liebsten wieder einmal Blumen zu schenken. Der Schlager „Wahnsinn“ (Wolfgang Petry) und als Zugabe der „Helfenschwiler Blues“ wurden von den begleitenden Stimmen und insbesondere von den Solisten mit Begeisterung vorgetragen und lösten bei den Zuhörern von Radio 9527 Begeisterung aus.

Unterhaltsamer Theaterauftritt

Der Schwank „Wer isch verruckt“ liess die Besucher erleben, wie es drunter und drüber geht, wenn man in der Nähe einer Nervenheilanstalt wohnt. Die Verwechslungen amüsierten in besonderer Weise. Dafür ernteten die Laienschauspieler Lachsalven und entlockten manchem Besucher einige Lachtränen.

Der Chor und die Theateraufführenden erhielten für ihre Darbietungen jeweils grossen Applaus. Präsident Stefan Thalmann bedankte sich beim Publikum für den Grossaufmarsch, bei der Dirigentin Gerda Hardegger, die mit viel Engagement die Sänger auf diese Auftritte vorbereitete und bei Roman Krucker, der das gelungene Lustspiel mit der bewährten Theatercrew einstudierte. Ein Dank ging auch an alle Helferinnen und Helfer die vor und hinter der Bühne zum guten Gelingen der Unterhaltungen beigetragen hatten.

Kein verstaubter Männerchor

Mit diesem erfolgreichen Wochenende konnte der Männerchor Niederhelfenschwil ein weiteres Mal beweisen, dass für ihn das Image eines verstaubten Männerchors nicht zutrifft. Nun geht es etwas ruhiger weiter im Vereinsleben. Es ist also ein idealer Zeitpunkt für Männer im Chor ohne Verpflichtungen zu schnuppern. Ob jünger oder älter, talentiert oder weniger talentiert, alle sind beim Männerchor Niederhelfenschwil jederzeit herzlich willkommen. Er probt jeweils am Dienstag um 20 Uhr im Mehrzweckgebäude. (pd)