Jakob Eberhard, der ehemalige Chefarzt der Frauenklinik Frauenfeld, war zu Gast beim Männerverein in Sirnach. Zu diesem Anlass waren auch die Frauen eingeladen. Eberhard als Facharzt FMH in der Gynäkologie und Geburtshilfe, war 30 Jahre lang Chefarzt der Frauenklinik. Bekanntheit erlangte er unter anderem auch durch die Einführung der Wassergeburt in den 1980er-Jahren.

Seit fünf Generationen wird jede Generation zehn Jahre älter. Ausschlaggebend dafür sind bessere Hygiene, Wohlstand und die Fortschritte in der Medizin. Durch die höhere Lebenserwartung – Mann 84 und Frau 88 – gewinnen die Alterskrankheiten immer mehr an Bedeutung. Osteoporose, Arthrose, Harn- und Stuhlinkontinenz, Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Demenz, Gebrechlichkeit sind am Bekanntesten.

Alterskrankheiten verhindern und hinausschieben

Mit mehr Bewegung, ausgewogener Ernährung, weniger Stress (Work Life Balance) kein Übergewicht, kein Nikotin, keine Drogen und wenig Alkohol, können alle ihren Beitrag für ein gesundes Altern leisten. Wichtig sei auch eine positive Grundhaltung, Bildung und die Pflege von Freundschaften. Mit diesen Tätigkeiten können gute Gene aktiviert und schlechte blockiert werden. Eberhard empfiehlt auch ab 40 Jahren die Vorsorgemedizin und ab 50 Jahren die Good-Aging Medizin zu nutzen.

Der erfahrene Mediziner befasst sich seit seiner Pensionierung vor zwölf Jahren mit der Good Aging Medizin. Gut verständlich erklärte Eberhard mit Bildern und Grafiken, welche Wirkung ein Hormonabfall auf den Menschen hat. Dabei konzentrierte Eberhard sich auf die Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron. Auftretende Beschwerden können sein: Schwitzen, Wallungen, Müdigkeit, Burnout, Depressionen, Rheuma, Trockene Schleimhaut, Potenz- und Kopfhaarverlust, Hautfalten, Osteoporose und Herzinfarkt.

Nur wenige Spezialisten

Dank seinen wissenschaftlichen Tests ist Eberhard überzeugt, dass mit der Zufuhr von fehlenden Hormonen das Altern bis zur Altersgebrechlichkeit wesentlich verzögert werden kann und somit die gewonnenen Jahre aktiv und selbständig gelebt werden können. Trotzdem anerkennen das BAG und die Krankenkassen nicht alles und einige Präparate werden somit nicht oder nur teilweise über die Grund- oder Zusatzversicherung abgedeckt. Medizinisches Good Aging mit Hormonsubstitution ist wenig lukrativ und es gibt daher nur wenige Spezialisten. (pd)